Hallo Willi.
Dass Du nur einträgst, was dich interessiert, ist vollkommen okay, daran will ich gar nicht rütteln.
Deine restlichen Schlussfolgerungen würde ich aber nicht so unterstreichen:

OSM ist und bleibt ein Freiwilligenprojekt, aber zunehmend gibt es auch Interessenten, die OSM eben nicht nur als Hobby nutzen wollen. Wenn Frederik mit der Geofabrik Dienstleistungen rund um OSM verkaufen will - angepasste gedruckte Karten, Analysen, Web-Angebote oder was auch immer, dann kann er das nur, wenn die Daten zumindest akzeptabel in Qualität und Vollständigkeit sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er trotzdem weiterhin viel Zeit einfach auch als Hobby in die OSM steckt oder zumindest in Bereiche, bei denen er kein Geld damit verdient, aber trotzdem will er was verkaufen. Wenn GPSies auf OSM-Daten umsteigt, weil Google Maps die Preise erhöht und deshalb zu teuer wird, dann, weil sie damit Geld verdienen wollen - oder zumindest weniger Geld für den Betrieb des Portals ausgeben wollen.

Das OSM-Projekt selbst im engeren Sinne betreibt keine Marktstudien, das ist richtig. Rundherum allerdings schon.

Das ist aber doch bei größeren Open-Source-Softwareprojekten auch nicht anders: An vielen Projekten arbeiten etliche Programmierer auch ehrenamtlich; trotzdem wird Linux verkauft - als Suse Enterprise, als Support-Bundle oder als vorinstalliertes System auf Servern und mittlerweile auch Desktop-Rechnern; und immer verdient irgendjemand im weiteren Sinne damit Geld.

Wenn sich also hier einige Gedanken darum machen, wir wir in Zukunft dafür sorgen können, dass die Karte sich nicht mehr nur immer mehr füllt, sondern dabei auch dauerhaft eher korrekt bleiben kann, dann ist das sicher nicht nur eine Frage dessen, was andere haben wollen, sondern auch die Frage, wie "mappen" aussieht, wenn die Schwierigkeit eher darin besteht, Änderungen zu erkennen als die vielen nicht eingetragenen Dinge einzutragen.

Wenn man sich aber darüber Gedanken macht, dann sollte man eben nicht nur die eigene "was-interessiert-mich-persönlich"-Brille aufsetzen, sondern schon gucken, was auch andere - Mapper und User - wollen.

Gruß
Peter

Am 07.07.2012 05:36, schrieb Willi:
Das gilt sicherlich nicht für mich. Ich kartiere nur was mich interessiert
oder was ich für interessant halte. Und weil oder dafür dass ich hierfür den
OSM Server und verschiedene Programme nutzen kann stelle ich die Daten in
der OSM Datenbank zur Verfügung. Jeder, ob selbst Kartierer oder nur reiner
Datennutzer, kann sich dann bedienen.

Und ich denke dies ist bei einem Freiwilligenprojekt im allgemeinen so.
Warum sollte ich auch freiwillig für anonyme Andere kartieren wenn ich nicht
mal deren Interessen geschweige denn sie selbst kenne. OSM, wie andere
Freiwilligenprojekte auch, will niemandem etwas verkaufen und betreibt
deshalb auch keine Marktstudien.

Willi


on Saturday, July 07, 2012 4:10 AM Christian H. Bruhn
[mailto:[email protected]] wrote

Wir sollten uns langsam mal von dem Gedanken trennen, daß wir nur für uns
mappen. Unsere Daten sind mittlerweile so gut, daß sie oft genutzt werden.
Es wird also immer mehr reine Datennutzer geben. Nicht nur direkt, die Leute
die sich die Daten bei uns ziehen, sondern noch eine viel größere Menge an
Leuten, die eine Website oder eine Offline-Karte benutzen und die nicht
wissen (wollen) woher die zugrundeliegenden Daten kommen und was OSM
eigentlich ist.



_______________________________________________
Talk-de mailing list
[email protected]
http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de




_______________________________________________
Talk-de mailing list
[email protected]
http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

Antwort per Email an