Am 17.03.2013 19:22, schrieb Sven Geggus: > Wolfgang Wienke <[email protected]> wrote: > Zumindest bei ersterem handelt es sich um freie Software und was bei > freier Software IMO gar nicht geht ist wie Du darüber zu > lammentieren, dass das "nicht so toll" oder was auch immer wäre. > > Wenn freie Softeare nicht gefällt, dann besteht immer die Möglichkeit > durch eigene Beiträge zu helfen, dass sie künftig besser wird, sei es > durch eigenen Code oder auch nur durch Vorschläge was man wo im > Detail verbessern könnte. > > Zwar etwas offtopic, aber: So etwas finde ich immer lustig.
1. Natürlich kann man auch bei freier Software sagen, dass etwas nicht toll ist. Wieso auch nicht? Ich könnte auch genau so gut sagen, dass OSM schlechter als Google Maps ist, genauso wie ich sagen kann, dass OSM besser als Google Maps ist. Das ist einfach nur eine Meinung. Ich kann sagen, dass KDE besser als Gnome ist, dass Gnome scheiße ist, dass FreeBSD viel toller als Linux ist. Nur weil das jemand in seiner Freizeit und ohne Gegenleistung (Was ich natürlich sehr begrüße) macht, darf ich es trotzdem kritisieren. 2. Dieses typische „wenn es dir nicht gefällt, helf mit und verbesser es“ ist auch sehr sinnvoll. Bei Sachen wie OSM oder Wikipedia, wo keine Programmierkünste gefragt sind, ist das noch möglich, aber sag mir mal bitte, wie jemand, der nicht programmieren kann, bei einem Programm mithelfen soll? Und auch wenn immer gesagt wird, dass es auch andere Jobs in einem Open-Source-Projekt gibt, ist das in 99% der Fällen nicht der Fall: – Bugreports schön und gut, aber wenn die Bug-Liste sehr lang ist, hat der eigene Bugreport praktisch keine Chance auf Beachtung/Umsetzung. Ich verfolge Projekte, wo seit 5 Jahren ein Bug oder Feature Request gelistet ist, mit absolut keiner Reaktion. – Übersetzungen sind (zumindest im Deutschen) schon immer komplett erledigt. – Dokumentationen sind zwar auch nützlich, tragen aber nicht viel zur Verbesserung des Programms bei. – Andere Nicht-Programmier-Arbeiten, wie der Entwurf einer verbesserten Oberfläche o.ä. werden nicht beachtet. Aus persönlichen Erfahrungen habe ich gemerkt, dass das einzige, was bei Open-Source-Projekten zählt, die Programmierkenntnisse sind. Das meine ich nicht einmal böse, aber es ist einfach so: Alle anderen Jobs werden nicht gebraucht. Und Programmieren lernen ist *nicht* trivial. Das einzige wie ein Nicht-Programmierer anständig und effektiv bei einem Open-Source-Projekt helfen könnte, wäre durch schnöden Mammon. Indem einzelne Projekte durch Crowdfunding finanziert werden, und es so wirklich technischen Fortschritt gäbe. Komischerweise ist das bei fast keinem Projekt verbreitet, obwohl ich nicht verstehe, wieso. Leute, die zwar gerne OSS benutzen, aber ihren Gehirnschmalz für andere Arbeiten (die gibt es auch!) benutzen und dort Geld verdienen, können so Geld in ein ihr liebgewonnes Projekt stecken, wo dann Leute, die ihren Gehirnschmalz ins Programmieren stecken, das mit dem Geld verbessern. Win-Win für beide. Man merkt richtig bei den ganzen Handy-Apps, dass Projekte, die ein paar Euro kosten, in vielen Fällen viel ausgereifter sind als Open-Source-Projekte. Das ist wieder nicht böse gemeint, aber man sieht: Viele Leute entwerfen solche Programme nicht nur in ihrer Freizeit, und in vielen Fällen tut das einem Projekt auch gut. Das hätte ich ja gerne auch für OSM, wo mit einer Spendenkampagne Geld gesammelt und das gezielt und effektiv in den Ausbau der Webseite (d.h. des Renderers, den alle benutzen: osm.org mit Mapnik) gesteckt werden könnte. _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

