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Microsoft warnt vor Risiken beim Einsatz von Linux

Im symboltr�chtigen Streit um das neue Betriebssystem f�r die rund 5.000
Rechner im Bundestag[1] hat Microsoft neue Munition beim Lobbying[2]
nachgelegt. �ber seine PR-Agentur Hunzinger[3] hat der Software-Riese eine
Reihe von Abgeordneten angeschrieben, die sich bisher als Anh�nger von
Open-Source-Software geoutet oder noch unentschieden gezeigt haben. Darin
verweist die Berliner Lobbying-Vorhut Microsofts auf die von Experten
lebhaft diskutierten M�glichkeiten eines drohenden Cyberterrors[4]. "Es ist
nicht auszuschlie�en", hei�t es in dem heise online vorliegenden Brief von
Microsoft, "dass die n�chsten terroristischen Anschl�ge �ber die
Manipulation von Computersystemen erfolgen k�nnten." Die deswegen
erforderliche "erh�hte Sicherheit" werfe die Frage auf, " ob langfristig
ein offener Quellcode wie der von Linux sicherer ist als der lizenzierte
von Microsoft."

Weiter geben die Microsoft-Lobbyisten sophistisch zu bedenken, dass die
"vorschnelle Festlegung auf ein System, das sich langfristig als das
anf�lligere herausstellen kann", erhebliche wirtschaftliche und politische
Risiken mit sich bringen d�rfte. Die Hintergr�nde will der Chef von
Microsoft Deutschland, Kurt Sibold, den Parlamentariern gern in
pers�nlichen Gespr�chen erkl�ren. Dazu hat der viel besch�ftigte Manager
Ende Januar gleich drei Tage in seinem Terminkalender freiger�umt.

Mit der neuen Argumentationslinie begibt sich Microsoft allerdings aufs
Glatteis -- gilt Open-Source-Software wie Linux doch auf Grund des offen
liegenden Quellcodes als transparenter und dadurch mittelbar auch als
sicherer und genie�t daher auch politische Unterst�tzung von ganz oben:
"Offene Quelltexte bieten grunds�tzlich einen Sicherheitsgewinn", sagt
Bundeswirtschaftsminister Werner M�ller. Wenn der Code von kompetenten
Fachleuten weltweit gepr�ft werden kann, "sieht man wenigstens, was die
Produkte machen", erl�utert Hubertus Soquat, Sicherheitsexperte im
Wirtschaftsministerium[5]. 

Im S�ndenregister Microsofts im Sicherheitsbereich wimmelt es dagegen nicht
nur von gef�hrlichen Makro-Funktionen f�r Word oder Excel, automatisch
loslegenden ActiveX-Skripts, L�cken im popul�ren Outlook-E-Mail-Programm
und Fehlern im Internet Information Server (IIS), die sich die Autoren von
Viren und W�rmern regelm��ig zu Nutze machen. Viel spekuliert wurde auch
bereits �ber versteckte Hintert�ren in Windows, die etwa f�r die
amerikanischen Geheimdienste von gro�em Interesse w�ren. Gravierende
Sicherheitsbedenken l�ste im vergangenen Jahr die Nachricht aus, dass das
Defragmentierprogramm des propriet�ren Betriebssystems von einer
Scientology nahe stehenden Firma entwickelt wurde[6]. Wenig Freunde hat
sich Microsoft j�ngst zudem mit dem Bestreben gemacht, Sicherheitsexperten
die Ver�ffentlichung von Code zum Ausnutzen von Programml�cken
auszureden[7].

Der Softwarefabrikant hofft daher, mit seinem Ende November gemachten
Angebot zur Offenlegung des Quellcodes von Windows[8] an das
Bundesinnenministerium mehr Transparenz zu schaffen. Beim Bundesamt f�r
Sicherheit in der Informationstechnik (BSI[9]), einer dem Innenministerium
nachgeordneten Beh�rde, ist der Code bislang allerdings nicht aufgetaucht.
Die Sichtung der �ber 35 Millionen Programmzeilen sei zudem "ein riesiges
und langfristiges Werk", sagte ein Sprecher des BSI gegen�ber heise online.
Entscheidende Erkenntnisse k�nnten aus der prinzipiell machbaren
�berpr�fung nur gezogen werden, wenn die einzelnen Programmbestandteile
"gut dokumentiert" seien. Ungekl�rt sei auch noch, wer den Code-Review
�berhaupt bezahle. (Stefan Krempl) / (jk[10]/c't)

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