Hallo Liste, hallo Stephan,

Am Dienstag, 29. Juli 2003 11:50 schrieb Stephan Munsch:
> Hallo ,
 
> Deshalb wollte ich wissen, ob es Bestrebungen gibt, vielleicht auf 2-3
> Fronten, die Sache schnell auszutragen. Die erste Front w�re dann die
> Strategie, dass SCO als Caldera selbst das fragliche Coding l�ngere
> Zeit als open Source frei zur Verf�gung gestellt hat.
> Die 2. w�re u.U. damit zu beginnen, die beanstandeten Codingstrecken
> zu ersetzen.
> Die 3. w�re eine Prozesswelle, in der Firmen, die mit Linux ihr Geld
> verdienen, SCO wegen Gesch�ftssch�digung verklagen.
>
> Warum h�rt man eigentlich so wenig?
 
Vielleicht ein Vergleich mit einem ganz anderen Bereich:
eine kleine amerikanische Firma, die Extrakte f�r Naturfarben vertrieb,
meinte ein "Patent" entdeckt zu haben: da� man beim Indigof�rben in modernen 
F�rbemaschinen  Stickstoffgas einsetzen k�nnte um den Sauerstoff zu 
vertreiben ( der ist beim F�rben mit Indigo �u�erst sch�dlich). 
Das Patent haben sie umstandslos in den USA erhalten. Dann kamen sie hierher 
und verlangten da� Jeder, der sich diese Technik zunutze macht, ihnen daf�r 
Lizenzgeb�hren zahlen m�sse. Auf einem Kongress kam es zum Eklat als Europ�er 
darauf hinwiesen da� es f�r jeden Photoamateur kleine Stickstoffsprayflaschen 
gibt, mit deren Hilfe  denen man die Oberfl�che angebrochener 
Entwicklerl�sungen sch�tzen kann. Diese Idee sei damit universell verbreitet, 
nicht neu und nicht patentierbar.
Die US-Firma machte dann einen dicken Fehler: sie gingen zu einem 
Chemie-Weltkonzern hier in der N�he und wollten Geld. Die Jungs haben gelacht
und gaben folgendes Statement ab:
in den USA kriegt Jeder f�r Alles ohne Pr�fung des Sachverhaltes ein Patent. 
Damit kann er dann hausieren gehen - im Klartext: Anwender bluffen und sie 
zur Zahlung von Geld auffordern. Solange das klappt sagt Niemand was.
Wenn sich ein Anwender aber einfach weigert mu� der Patentbesitzer einen 
Prozess anstrengen. Erst jetzt in diesem Prozess wird gepr�ft ob die 
sachlichen Voraussetzungen f�r dieses Patent �berhaupt gegeben sind.
Verliert der Patentinhaber den Prozess ist er nat�rlich auch alles Geld los, 
da� die erfolgreich Geblufften bisher gezahlt haben. Freilich nicht 
r�ckwirkend - soweit ich das verstanden habe.

Das Rechssystem ist einfach anders. Was SCO macht kommt mir genauso vor.
Die bluffen und hoffen dass dies klappt. Dann k�nnen sie Geld kriegen. Oder 
sie wollen das gar nicht: denn sie k�nnen ja soviel Stunk machen bis eine 
gro�e Firma kommt ( der dieser Stunk finanziell schadet) und sie �berteuert 
aufkauft, um ihnen das Maul zu stopfen. Mir kommt das genauso vor: denn 
passend zu dieser Sichtweise verz�gert SCO ja den o.g. Pr�fungsprozess 
dauernd hinaus und weigert sich die eigene sachliche Grundlage, die 
Begr�ndung f�r den "Bluff", �berhaupt auf den Tisch zu legen. 
Wer seiner Sache sicher ist nimmt seine Code-Zeilen, legt sie dem Gericht vor
und l��t dieses die richtigen Schl�sse daraus ziehen.

Schade, da� einige Leute offenbar dies nicht mitbedenken und sich verunsichern 
lassen. Das ist eher ein Problem der modernen "Aufmerksamkeits�konomie" - an 
der ist "IT" aber ma�geblich selber beteiligt...

Gru�,

Michael Bischof  


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