Am Samstag, 9. Dezember 2006 19:32 schrieb Denny Schierz:
> hi,
>
> Michael Bischof schrieb:
> > Ich will damit "strunzen": mit Linux könnte man das schon lange...was
> > wollt Ihr denn mit Vista? Ist doch jetzt schon relativ veraltet gegenüber
> > Linux...und obendrein hoffnungslos uneffektiv im Umgang mit der Hardware
> > (ja, auch mit Linux brauche ich dafür wohl viel Zeugs). Aber wohl weniger
> > als mit Vista.
>
> also Michael, ich kenne dich nun schon eine ganze Weile, bei vielen
> Dinge stimme ich Dir zu, bei einigen enthalte ich mich, bei anderen kann
> ich nur mit dem Kopf schütteln.
>
> Du gehst von einer falschen Annahme aus. Du bist scheinbar der Meinung,
> es reiche völlig aus, den Kindern (denn nichts anderes sind sie) einen
> Linux Rechner vorzuführen, der wabbelnde und durchsichtige Fenster
> hervorbringen kann.
> Dies reicht gerade mal aus, um für ein paar Momente staunende Augen zu
> provozieren, doch spätestens wenn sie nach _ihren_ Programmen fragen,
> sitzt du, respektive Linux, auf der Verliererbank.
Danke, Denny, in Deiner Antwort liegen sehr grundsätzliche Fragen. Das würde
einen anderen Thread wohl nötig machen.
Wenn ich Dich richtig verstehe sagst Du:
- das, was die Kids von sich aus wollen, hat Linux gar nicht. Also ist es
sinnlos auf diesem Feld sich um die Gunst der Leute zu bemühen.
- die Dinge, bei denen Linux gut ist (etwa Lernsoftware), sind solche, die die
Kids als Arbeit empfinden, die sie machen, wenn sie sie machen müssen.
Also werden sie sich von sich aus nicht darum bemühen sie zu bekommen
~ mehr Arbeit ins Haus zu holen.
- Ansprechpartner wären deshalb eher Eltern, die ihren Kindern zwar
zeitgemäßge Lernhilfen geben wollen, aber im Traum nicht daran denken,
bei der Konsumorgie mitzumachen, die man für die Träume ihrer Kids bräuchte
- davon gibt es immer mehr. Bei den Preisen, die hier genannt werden, kann
ich diese Haltung auch verstehen. Zumal immer mehr klauen/cracken etc. damit
verbunden ist.
Dann würde man den Leuten sagen: ok, zum arbeiten braucht man dies und jenes,
das geben wir Euch. Wir helfen auch dabei den Umgang damit zu lernen. Wer
spielen und zocken will, fein, geht uns nichts an, bezahlt es selber, das
geht uns nichts an?
Du hast Dich ja dieser Tage schon einmal so geäußert. Ist das Deine Erfahrung
beim verkaufen von Hardware resp. einrichten derselben?
Wie sollte man dann Deiner Meinung nach versuchen Linux zu popularisieren -
oder hältst Du das für hoffnungslos?
> Schau dich im Internet nach Screenshots von XP um. Die Masse hat das
> Startmenü angepasst, einen schicken Hintergrund gewählt und zumeist den
> Desktop freigeräumt.
> Wenn du dies getan hast, und du hast das Glück, dass die Symbole neben
> der Uhrzeit nicht ausgeblendet wurden, laufen Dir die Augen über, was
> für Programme dort laufen.
>
> Die Leute wollen nicht mit Abiword arbeiten (Warum sieht mein Word Datei
> so kaputt aus?),
ok, mir egal wie sie "nicht-doc-Dateien" herstellen! Denn die akzeptiere ich
in der Schule nicht. Und kann mich damit locker hinter dem Bundesamt für
Sicherhiet in der Datentechnik "verstecken". (Ein Beispiel schicke ich Dir
gleich!)
> Sie wollen sich ja kaum mit OpenOffice
> auseinandersetzen, sie wollen einen _"richtigen"_ Chat Client mit Video,
> Teamspeak und Schlag-mich-tot Funktionen.
Ich will mich in die Freizeit der Kids durchaus nicht einmischen. Aber ich
denke auch im Traum nicht daran, die Leute "dort abzuholen wo sie sind".
Das endet in reinem Horror:
http://www.rsbesigheim.de/index.htm
Das Alles läuft auf eine Trennung hinaus:
es gibt ein privates Game-Multimedia-Spiel-Gerät names "PC-privat" (das geht
mich als Lehrer nichts an; Linux ist dafür zweite Wahl) und ein Werkzeug zum
Datenaustausch mit Anderen namens "PC". Das sollen die auf der Höhe der Zeit
unter Beachtung gewisser Standards beherrschen lernen - und dafür kriegen sie
von Linux(ern) Unterstützung.
> Wenn du schon Geld ausgeben willst, Spende es dem KDE Verein, oder
> Debian, aber kauf kein Produkt, was nach ein paar Wochen keinen mehr
> Interessiert.
Hmmh, ich überlege noch: ich will denen ja damit nicht Linux schmackhaft
machen. Dann hätte ich mich falsch ausgedrückt. Ich will denen, die von Vista
träumen (die Meisten können sich das zur Zeit wohl gar nicht leisten) zeigen,
daß Linux diese Gags schon längst kann, daß ihr Traumziel also Schnee von
gestern ist, viele Linuxer darüber eher lachen - und sie nicht benutzen.
Vista ist also nicht "cool", sondern mürbe. Gut, wenn es Jemand trotzdem
will...wenn ich es nicht tue ist Linux eben dieses altmodische Teil, das
aussieht wie das Schwarze Brett beim Asta einer Uni, weil diese Geeks nichts
Vernünftiges hinkriegen. Es geht ums "Image", nicht um die Sache.
Und für die technisch Interessierten bei den Eltern: wenn Mandriva das auf 1
GB eines Sticks hinkriegt (meine letzte XP-Installation war nackt, ohne jedes
Programm, erst recht ohne solche Effekte, 3,1 GB groß, mit diesem
hiberfile.sys - wie es mit Vista geht weiß ich nicht) dann ist die dahinter
stehende Technik offenbar sehr viel besser.
> Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Die Kinder wollen zwar eine
> hübsche Oberfläche, sie wollen aber in _erster_ Linie die Programme
> verwenden, die sie schon seit Anbeginn der Zeit (also kurz nach der
> Windelzeit) verwenden.
Ok, was schert mich was die Kids in ihrem Privatleben wollen?
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