Am Montag, 18. Dezember 2006 08:44 schrieb Klaus Klein:

> Michael Bischof wrote:
> > Ok, von dem vielen Geld hätte man aber "in den Jahren" den Kunden auch
> > mal einen besseren Texteditor schenken können. So mußte Florian Balmer
> > sich seinen Notepad2 halt selber machen, was ich in Ansehung der
> > Verhältnisse grotesk finde.
>
> Die Frage ist eigentlich: Wurde Win9x zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch
> supportet? 

Ja. Notepad2 gibt es schon einige Jahre.

> Denn wenn es nicht mehr ünterstützt wurde ist auch klar 
> warume es keinen Notepad2 von MS gab sondern Florian Balmer diesen
> selbst schreiben musste. Klar, oder?

> BTW, find ich irgendwie charmant. Hier wird der Weg zu einem OS-BS
> geebnet indem man die User ihrer Selbshilfe überlässt. :-(

Als Geschäftsidee großartig. Ich verkaufe ein Auto mit heftigen Defekten, 
nicht fahrbereit, plus Zwangsvertrag, daß es nur in Werkstätten repariert 
werden darf, die von mir (gegen Geld) lizensiert sind. Das setze ich mit TCP 
durch. 
 
> > Bei Linux ist diese Klarheit aber Teil des Konzepts, bei MS das, was der
> > Kunde angeblich gar nicht wissen muß - und das klappt eben
> > plattformunabhängig nicht,   was zu zeigen war.
>
> Hier liegt, glaube ich, der erste Knackpunkt Deiner Argumentationskette.
> M$ erhebt den Anspruch 'plattformunabhängig' eben nicht.

Viel zu schwach: es kämpft dagegen wo es nur kann!

> Und solange es innerhalb der eigenen, supporteten Plattformrn
> funktioniert ist für M$ die Welt in Ordnung.

Klar: den Anspruch erheben die Benutzer, nicht MS. 
 
> Bisher habe ich keinen Hinweis darauf gesehen das Linux eine Codierung
> des Textes wählt/erzeugt welche problemlos mit allen M$ oder anderen
> OSen bzw. deren Editoren zu lesen wäre.

vgl. bitte meine "Musterlösung": so klappt das. - Zwangslage aus der 
Notwendigkeit heraus, mit der Übermenge der MS-"Klienten" kommunizieren zu 
müssen. 

> Die einzige Schlussfolgerung für mich bleibt dann, dass es zur Zeit nur
> innerhalb der eigenen Plattform halbwegs funktioniert und die
> Warscheinlichkeit plattformübergreifend rapide abnimmt.
 
> > Wir überlegen uns doch, wie wir Anfänger unterstützen. Diese kleine
> > Facette zeigt nur ein weiteres mal, daß MS ein für Anfänger gerade nicht
> > geeignetes System ist.
>
> Michael, dies ist meiner Meinung nach der zweite Knackpunkt in der
> Argumentation. Diese Aussage ist einfach zu weit gefasst.
 
> Die eigentliche Frage hier welches Wissen der Anfänger sich aneignen
> möchte.
 
Ich glaube es hängt an der Definition des Anfängers. Ist es Jemand, der für 
sich selbst zuhause was haben will? 

> 1. 'Hauptsach es dud' Dann ist es eigentlich egal welche Plattform,
> jedoch zur Zeit für ihn wahrscheinlich einfacher mit M$.

Jein. Im Alltag sicherlich, weil er nur andere Dudler findet...2-3x pro Jahr 
installieren und alle Daten verlieren ist für diese Dudler normal.
 
> 2. 'Will alles wissen und verstehen' -> OS

Nein. Gilt für mich z.B. nicht. Ich will nur soviel darüber wissen müssen daß 
ich meine Ziele beim Datenaustausch mit Anderen sicher erreichen kann, weil 
mein Werkzeug das macht, was ich will. Mehr will ich nicht wissen!
 
> Warum sollte also jemand, der 'nur' telefonieren will, sich mit diesen
> Themen auseinander setzten?
 
Soll er gar nicht. Der Anspruch wäre falsch: warum soll Jemand das sollen 
müssen? ;-) 
Ein Schüler z.B. sollte mit dem PC seinen Namen richtig schreiben können, 
derart, daß die Datei, die er an Andere weitergibt, von diesen richtig 
gesehen werden kann, so wie er sie geschrieben hat. Sonderzeichen müssen sein
für Leute ausländischer Abstammung und z.B. für Geographie. Ob dieser junge 
Mensch sich in seinem privaten (!) Alltag dafür interessiert ist egal. Es 
sollte in Textformaten gehen, weil es eine bedauerliche Tatsache ist, daß 
noch viele Leute Windows haben. Würde man, was in der Tat einfacher wäre,
für diese Aufgabe rtf-Dateien akzeptieren, so müßte man sicher (!) errreichen 
können, daß all diese Leute ihr WORD geschlossen lassen, sobald sie für 
Andere schreiben. Sonst benutzen sie nolens volens das standardwidrige 
proprietäre doc-Format, das für den Datenaustausch in der Öffentlichkeit 
ausscheidet.
Man kann nicht verlangen daß diese Anwender alle html selber schreiben lernen 
(richtig, d.h. ohne WORD mit seinen proprietären Code-Verbiegungen, die 
verantwortliche Menschen dann händisch aus den Quelltexten entfernen müßten - 
wobei sie unnötig viel Lebenszeit verbrauchen).

> Bisher zeigt die Diskusion für mich nur dass das Problem (Zeichensätze)
> - mit 'alten' Betriebssystemen nicht in dem Griff zu bekommen ist wenn
> nicht jemand selbst Hand anlegt,

Ack, gilt aber auch für die neuen...

> - dieses Problem plattformübergreifend (Richtung egal!!) nicht trivial ist,

Ack

> - es keine Argumentation für oder gegen eine Plattform liefert,

Ja, sobald MS seine Geschäftspolitik und sein Konzept ändert. Und nur dann: 
wir haben ja gesehen daß man die Kodierung irgendwo dazu sagen muß. Wer das 
absichtlich nicht tut und sagt, innerhalb von XP geht es doch verfolgt halt 
mit Drogenhändlermethoden einen Monopolanspruch. Vergiß nicht, daß Viele, 
auch ich selber , primär kein technisches Motiv für Linux haben, sondern ein 
eigentlich politisches: Freiheitsdrang, den Unwillen, sich von Megafirmen am 
Nasenring durch die Gegend führen zu lassen. 

> - es keine Argumentation hinsichtlich der Eignung einer Plattform für
> Einsteiger liefert

Daran zweifle ich, da es ja wohl stimmt, daß man die Kodierungen dazu sagen 
soll. Das widerspricht fundamental dem Prinzip der Plattform Windos.. Ich 
finde es unter Linux erheblich einfacher, wofür auch meine Erfahrungen in der 
Türkei mit Neubeginnern sprechen. Ja, das Problem mit den Kodierungen muß man 
denen am Anfang (!) erklären, was keine großeSchwierigkeit ist. Die Regeln 
und Handgriffe dafür sind einfach. Wenn die das einmal gelernt haben sind sie 
nur noch sauer, wenn sie unter MS arbeiten sollen: zerschossene Mail-Anhänge 
von Outlook, um nur ein Beispiel zu nennen...

> und man aus jeder Mücke einen Elefanten machen kann.
> (Ja, kann ich auch gut :-) )

Klar, aber es ist wohl nötig eine konsistente Argumentation aufzubauen, um 
sich in seinem Alltag vor "Müll" zu schützen. Mir kommt es oft so vor als ob 
Du und die meisten hier auf der Liste auf einer Insel der Seligen arbeiten 
können...stimmt aber schon: Alles wird, konsequent zu Ende gedacht, monströs!
;-)

Gruß,

Michael Bischof 
 
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