Am Mittwoch, 26. November 2008 21:14:40 schrieb Udo Neist:
 
> meiner Ansicht halt nicht einfacher als mit einer analogen. Ich
> will nur darauf hinweisen, das Digikams einfach aussehen, aber
> kompliziert sind, wenn man wie mit einer analogen fotografieren
> will. Aber immer noch ist der Fotograf das wichtigste ;)
 
Gewiß doch!

Ich will das bisher hier Gelernte mal zusammenfassen:

Eine Digikam wie die Lumix Fz-50 speichert die Bildinformation
1. als raw-Datei (ca. 20 MB bei mir)
2. als jpg-Datei: ein in die Kamera eingebauter Bildprozessor verarbeitet die 
raw-Daten automatisch zu dieser jpg-Datei. Die Parameter kann man 
beeinflussen (z.B. hoher Kontast, Rauschminderung usw.)

Wer aber hohe Ansprüche an das Bild hat sollte die Kamera so einstellen, dass 
die Bilder als raw-Datei gespeichert werden. Nur so erhält man alle für die 
weitere Bearbeitung nötigen Informationen des Bildes. 

Der Output des Sensors wird auf dem Speichermedium linear gespeichert - im 
Gegensatz zur S-förmigen Schwärzungskurve eines analogen Films. Deshalb ist 
die Hauptgefahr beim Fotografieren mit einer Digikam die hellsten Stellen des 
Bildes überzubelichten. Dann sind alle dort vorhandenen Informationen nicht 
umkehrbar weg. Das merkt man spätestens bei der Bearbeitung des Bildes:
diese überbelichteten Bereiche liefern dann sichtbare Artefakte. Eine mit 
Hilfe der Software einstellbar zu schaffende logarithmische Kennlinie würde 
dem abhelfen. Das gibt es wohl noch nicht. 

Der Kontrastumfang ist deutlich geringer als der von analogen Filmen. 
Bildinformationen der Schatten kann man forcieren, doch steigt dann der 
Rauschanteil.

Wer exakt arbeiten möchte messe mit einer Selektivmessung das zu 
fotografierende Objekt aus. 
Bei meiner Lumix Fz-50 sieht man eine Skala, die 4 LV (~ Blenden) enthält, 
welche in je 3 Teileinheiten weiter unterteilt sind. Man kann in 
1/3-Blendenstufen sowohl die Blende als auch die Verschlußzeiten verändern.
<= In dem von Martin zur Verfügung gestellten Link wird auch sinnvollerweise 
darauf hingewiesen, dass Handbelichtungsmesser deshalb für solche Digikams 
nicht gut geeignet sind. Maßstab ist: die hellsten Lichter nicht 
überzubelichten!!! Daher Spotmessung!

Nach einigen Testreihen kann ich sagen:

wenn ich so belichte, dass die hellste bildwichtige Stelle 2 Teilstriche unter 
dem Maximalwert (der letzte Teilstrich ganz recht) liegt, dann hat diese 
helle Stelle einen Wert auf dem Speichermedium, der sich gerade noch ohne 
Störungen bei der weiteren Bearbeitung manipulieren läßt. Das gilt zumindest 
für die Bearbeitung von jpg-Dateien. Ob man mit raw mehr herausholen kann 
weiß ich (noch) nicht. 
Stellen, deren Helligkeit so gering ist, dass sie unter dem letzen linken 
Teilstrich liegen, werden noch annähernd durchgezeichnet, aber würden 
verrauscht sein wenn sie bei der Bildbearbeitung aufgehellt werden.

Gruß,

Michael Bischof 
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