Hallo,

* Peter Geerds schrieb am [18.07.07 20:51]:
> Durch das sudo-Konzept wird man bei Ubunte zu einem
> Zwischending zwischen root und $USER. Darin sehe ich eine
> Gefahr.

Wenn du dich da so gefühlt hast, mag das für dich gelten. Ich fühle mich
am Ubuntu-Rechner genauso wie an einer Debian-Box oder Opensuse-Kiste
zunächst als User. Jetzt muss ich aber auch gleichzeitig Root sein, weil 
es bei mir sonst keiner ist. Bei Ubuntu gebe ich dann "sudo BEFEHL XY" 
und mein Benutzer-Passwort ein, bei Debian und Opensuse "su" und mein
Root-Passwort. Und zur Gefahr: Bei "sudo BEFEHL XY" sind die
Root-Rechte anschließend wieder weg, bei "su" muss ich die Konsole
explizit wieder verlassen, sonst bleibt ein Türchen mit Root-Priviligien 
geöffnet. Wo mehr Gefahr lauert, mag jeder für sich entscheiden.

sudo ist übrigens ein sehr ausgefeiltes Stück Software. Es wird auch 
in großen Organisationen benutzt und hat den Vorteil, dass man 
beispielsweise mehrere Ebenen an Administratoren oder besser 
Operatoren schaffen kann, die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen 
dürfen - etwa Backups fahren, aber keine Serverplatten formatieren, 
den Druckserver verwalten, aber nicht den E-Mail-Server etc. 

> Eben - es wird oft keine normaler User mit eingeschränkten
> Rechten angelegt. Auch darin sehe ich eine Gefahrenquelle.

Es wird ein *normaler* Benutzer angelegt. Wenn der Befehle eingeben
will, die Administratorrechte erfordern, muss er das mit "sudo BEFEHL
XY" machen und sich mit seinem Passwort ausweisen. Das merkt sich sudo 
laut Voreinstellung in Ubuntu 15 Minuten. In dieser Zeit reicht ein
"sudo BEFEHL XY" ohne Passwortangabe. Die Vorgabe kann man mit "sudo
visudo" in der Datei /etc/sudoers ändern.

> > Das Nachkonfigurieren eines Root-Users mit Passwort ist 
> > ein Klacks, der nach wenigen Augenblicken und zwei oder drei 
> > Befehlen erledigt ist.
> 
> Genauso einfach wie bei WinXP-Home. Bloß: In der Praxis
> macht das keiner!!

Ob das einer macht, weiß ich nicht. Ich bezog mich damit auf deine
Aussage "Um ein sicheres System daraus zu machen, muss ich sehr 
viel nachkonfigurieren". Unter uns - so gehts:

sudo passwd

Anschließend mit "su" als root anmelden und in der /etc/sudoers 
den Defaults-Eintrag so ändern:

Defaults  !lecture,tty_tickets,!fqdn,targetpw,timestamp_timeout =
0

Empfehlenswert ist das zum Beispiel überall dort, wo Ubuntu-Rechner
öffentlich zugänglich sind, etwa im Computerraum einer Schule. Der Grund
ist aber ein anderer, als man zunächst denken mag: Man kommt nicht mehr
über das Boot-Menü auf die Rettungskonsole, ohne ein Passwort eingeben
zu müssen. Und da besteht imho die einzige Gefahr.

> > Desweiteren ist Ubuntu imho genau auf die Zielgruppe der
> > Windows-Umsteiger ausgelegt, die sich nicht mit allen möglichen
> > Server-Sicherheitskonzepten und Administrationsaufgaben herumschlagen
> > wollen oder können. Und da hat es seine Daseinsberechtigung.
> 
> Böse formuliert: Daseinsberechtigung für die, die sich um
> Sicherheit & Co keine Gedanken machen wollen.

Das sehe ich anders. Wer sich für Linux entscheidet, macht das aus
mehreren Gründen. Zwei fallen mir spontan ein: Freiheit und
mehr Sicherheit. Interessanterweise nennen viele die Sicherheit 
zuerst. Das ist ok, denn bis sie begriffen haben, dass Windows ähnlich
sicher sein kann wie Linux bzw. das es in Linux auch immer wieder
Sicherheitslücken gibt (merke: Sichere Software gibt es nicht), haben
viele die Freiheit schätzen gelernt, die ihnen Linux bietet. Und das ist
- um abschließend nochmal das Listenthema einzustreuen - bei OpenOffice
gegenüber Microsoft Office genauso.

> Aber damit nicht ein Flamewar entsteht: für mich EOT.

Ich empfehle dringend, Begriffe wie "Flamewar" und "Gefahr" sparsamer 
einzusetzen und nur dort, wo sie auch zutreffen.

> PS: Der geneigte Leser möchte doch bitte selber die
> Suchmaschine seines Vertrauens bemühen.

Ich bin weder vor noch rück noch seitwärts geneigt. Was willst du mir
also jetzt damit sagen?

-- 
* Thomas Hümmler * http://www.huemmler.de

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