Hallo Udo,

Udo Besenreuther schrieb:

Ich dachte ich bin im Bereiche FREIE Software - nun kosten die Bücher 30 Euro 
pro Thema ;-(
Ne, das ist nicht was ich suche.
Hm. Das klingt fast so, als ob Dir die unterschiedliche Bedeutung des Wortes "frei" in 
"Freiheit" und "Freibier" nicht bewusst ist.

Ist aber auch schwierig, oder?

Finde ich nicht.

Freiheit (Free Software) meint, dass ich...
...das Programm zu jedem Zweck benutzen darf,
...das Programm studieren ändern darf,
...das Programm verbreiten darf,
...das Programm verbessern und verbreiten darf.

Die Freiheit kann dabei durchaus ihren Preis haben.

Freibier (Freeware) meint, dass ...
...ich das Programm kostenlos bekomme,
...der Quellcode in der Regel nicht zugänglich ist,
...Veränderungen am Programm oft verboten sind,
...die Nutzung oft nur zu bestimmten Zwecken erlaubt ist.

Was meinte: ich suche, sind Schulungsunterlagen die bis 5 Euro kosten,
mehr können wir uns nicht leisten. Wie gesagt: ehrenamtliche
Vereinsarbeit.

Ich mache meine OOo-Schulungen *ohne* Trainingsunterlagen. Bestandteil der Schulung ist auch, wie man sich Infos im Netz beschaffen und Hilfe über Foren oder Mailinglisten bekommen kann.

Eigentlich wollte ich schreiben, dass ich nicht mit OpenSource mein
Geld verdiene - nehm ich aber wieder zurück und schreib: dass ich
nicht unmittelbar mit OpenSource mein Geld verdiene (bei genauem
Hinsehen läuft mein Portal halt mit Suse Linux, Apache, MySQL, PHP und
Typo3). Hier und jetzt bin ich Privatmann, der sein Wissen (soviel
halt da ist) mit anderen teilt und weiter gibt. Dies tu ich mit
ähnlichem Idealismus, wie ich ihn bei den OpenSource-Erstellern
vermute (oder waren es nur die Gründer-Väter)?

Also, soweit ich weiß, bei den meisten von Dir genannten Produkten hatten die "Gründerväter" sehr wohl ein auf Gewinn ausgerichtetes Geschäftsinteresse, als sie für ihre Software eine freie Lizenz oder eine OpenSource-Lizenz gewählt haben.

Und was OpenOffice.org anbetrifft, gehe ich stark davon aus, dass Sun Microsoystems keine karitativen Zwecke verfolgte, als man sich 1999 entschied, das nicht-freie StarOffice zum kostenlosen Download anzubieten und später OpenOffice.org unter der LGPL kostenlos abzugeben.

Der von Dir beschriebene Idealismus (teilen, geben, nehmen), der Dich, mich und viele Mitstreiter verbindet, ist selten die Ursache dafür, dass es Freie OpenSource Software gibt. Aber Freie Software ist ideal, um diesen Idealismus zu praktizieren. Und manches Freie- Software-Projekt würde ohne eine von viel Idealismus getragene Community kaum funktionieren.

In diesem, nicht professionellen, Umfeld  bin ich mit Lowbudget
unterwegs und bin SEHR dankbar, dass es Dinge wie OpenOffice, Linux,
OpenSource, etc gibt. Wir versuchen unseren Mitgliedern und
Kursteilnehmern, die vom PC z.T. noch weniger oder keine Ahnung haben
zu zeigen, dass es mehr gibt als MS und wie leistungsfähig die
Alternativen sind.

Das finde ich toll. Sowas ähnliches machen wir in Passau mit unserem Bildungskreis für Freie Software: www.bildungskreis.org

Darum sind wir auch drauf gekommen mal einen
OOo-Kurs anzubieten.

Eure stolzen Preise decken sich in etwa mit denen der VHS. Unser Bildungskreis wirkt kostenlos bzw. gegen freiwilligen Tribut. ;-)

Freie Software:
"Freie Software (engl.: free software) ist Software, die für jeden
Zweck genutzt, studiert, bearbeitet und in ursprünglicher oder
veränderter Form weiterverbreitet werden darf. Das schließt auch die
kommerzielle Nutzung ein."

Für mich steht da: die Software ist zunächst mal frei und damit
kostenlos nutzbar (Kosten wären eine Begrenzung).

Dann verstehst Du es aber nicht, wie es gemeint ist. Es ist hier falsch, "frei" mit "kostenlos" gleichzusetzen. Freie Software ist dann Freie Software, wenn die Lizenz die vier in der Definition genannten Freiheiten gewährt. Ob man für den Erwerb der Lizenz Geld hinlegen muss, spielt keine Rolle.

Freie Software ist freilich sehr, sehr häufig kostenlos erhältlich. Dennoch ist kostenlose Software nicht zwingend frei und Freie Software nicht zwingend kostenlos.

Im übrigen ist der Grund, eine Freie Software einzusetzen auch längst nicht immer, dass diese kostenlos zu bekommen ist. Die Lizenzkosten sind nur ein Teil der Kosten, die der Einsatz einer Software mit sich bringt. Und es gibt zahlreiche andere Vorteile von Freier Software gegenüber proprietären Produkten. Das gilt besonders für Firmen.

Und: Manch Freie Software ist schlicht besser, als entsprechende proprieträre Produkte.

Wie gesagt, wollen wir Alternativen zu MS aufzeigen und dabei
natürlich Alternativen zum illegalen Einsatz von MS-Software zeigen.

Das halte ich für einen fragwürdigen Ansatz. MS Office 2007 Home & Student kostet 79,95 EUR und kann privat auf drei Rechnern gleichzeitig installiert werden. Wer da noch Raubkopien macht, ist blöd. (Zitat MediaMarkt?)

Wir hoffen vermitteln zu können, das Nutzung von freier (kostenloser)
Software u.a. auch Spaß machen kann und diese ähnlich leistungsfähig
ist.

Genau. Das sind meine Argumente für OpenOffice.org, weniger der Preis. Und gegen MS Office spricht, dass es nervt. Es nervt die Produktaktivierung. Und es nervt mich, dass ich, wenn ich einen alten Rechner in die Besenkammer stelle, weil ich mir einen neuen gekauft habe, in der Besenkammer MS Office erst noch deinstallieren muss, damit ich die zulässige Anzahl von Installationen nicht überschreite. Es nervt, dass ich für jede Virtuelle Maschine, die ich für Test-, Übungs- oder Dokumentationszwecke anlege, eine extra Lizenz von Microsoft brauche.

Die Motive würden mich sehr interessieren

Also zunächst mal ist festzustellen, dass die meisten Beiträge zum Projekt von Unternehmen kommen. Diese haben naturgemäß ein Geschäftsinteresse und unterstützen OpenOffice.org wohl in der Regel deshalb, weil sie sich davon mehr oder weniger direkt einen Geschäftsvorteil verprechen.

Bei den Tausenden von freiwilligen Helfern spielen Idealismus und Weltanschauung bestimmt eine große Rolle. Für viele ist aber auch von Bedeutung, durch die Mitwirkung Wissen, Erfahrungen und Kontakte aufzubauen. Manche versprechen sich davon, ein Renommee zu erlangen, einen Job zu bekommen, das eigene Buch besser zu verkaufen oder als Freier Berater lukrative Engagements zu erhalten. Nicht zuletzt ist Spaß an der Freude im Spiel. :-)

Ich empfehle Dir zu diesem Thema Jacquelines Artikel "OpenOffice.org - Aus dem Alltag eines nicht alltäglichen Open-Source-Projekts" im Open-Source-Jahrbuch 2008 (http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2008). Außerdem befasst sich Volker Grassmusck damit ausführlich in seinem Buch "Freie Software" (http://freie-software.bpb.de/).

Letzeres kann ich auch sonst wirklich empfehlen. Es steht selbst unter einer freien Lizenz, kann als PDF heruntergeladen werden oder als ordentliches Buch bei der Bundeszentrale für Politische Bildung gegen eine Gebühr von 2 € inklusive Versand bezogen werden. Warum den Lehrgangsteilnehmern nicht dieses Buch schenken? ;-)

Herzliche Grüße

Stefan

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www.datenpilot.org

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