Hallo Bertold
Am 09.04.2010 10:32, schrieb Bertold:
Edgar Kuchelmeister<ed...@...> writes:
Pit Shentall schrieb am 08.04.2010 18:07:
So ein Mist, wie kann man so ein Release als finale Version in die Welt
schicken. Ich raff's nicht.
Weil es so viele willige Tester für die Release gibt bestimmt nicht.
Hmm, Anwender sind schuld?
Zum einen: Um ein RC wirklick gründlich testen zu können,
braucht es viel mehr Zeit, als die Tester haben.
Zum anderen:
Issue 108978 wurde geschrieben eine Woche vor der Veröffentlichung 3.2.
Kein Entwickler hat ihn als Stopper deklariert - Anwender können das NICHT tun.
Das wurde vor 2 ½ Wochen für 3.2.1 nachgeholt
http://comments.gmane.org/gmane.comp.openoffice.releases/13123
Dein Mail provoziert mich zu einer Antwort. Edgar hat nicht behauptet,
die Anwender seien schuld, er hat auch nicht behauptet, die Anwender
müssten OOo *gründlich* testen. Aber wenn Du Dir mal die Mühe gemacht
hättest, das Konzept von OOo zu verstehen, dann hättest Du begriffen: es
gibt eine Testphase durch die Entwickler - wie bei jedem guten
SWE-Prozess. Aber OOo hat schon lange begriffen, dass es daneben und
ergänzend eine Testphase durch Anwender braucht, weil gewisse Fehler
erst im produktiven Einsatz einer SW erkannt werden (können?). Übrigens:
mittlerweilen hat auch MS dies begriffen und schickt ihre SW frühzeitig
raus, meist in der Betaphase. Tatsache ist, dass wenn wenig solche
Anwendertester bereitstehen, dann können halt gewisse Fehler erst beim
produktiven Einsatz *nach* der Veröffentlichung erkannt werden.
Der wirklich *grosse* Unterschied zwischen OOo und MS Word ist der: bei
OOo kann ich mitbestimmen, wie sich das Produkt entwickeln und
verbessern soll. Aber mitbestimmen heisst nicht diktieren, und OOo ist
immerhin einige Millionen Mal weltweit im Einsatz. Und ich kann
beitragen zur Entwicklung. Dafür kriege ich ein unglaublich mächtiges
und flexibles Produkt gratis. Bei MS Office habe ich keine Möglichkeit,
die Entwicklung zu beeinflussen - es sei denn "durch die Füsse": wenn
ich das Produkt nicht mehr kaufe, dann weiss MS, dass etwas nicht in
Ordnung ist. Dann - und erst dann - kümmert sich MS mit viel Geld und
sog. Marktstudien darum, was denn eigentlich der User will. Ansonsten
ist ihnen das ziemlich egal - s. das Thema Ribbons als Beispiel. Dafür
darf ich für das Produkt ziemlich happig bezahlen.
Jeder will eine kostenlose und fehlerfreie Software, aber niemand will
was dafür tun.
Das sind unzulässige Verallgemeinerungen,
'jeder'/'niemand' stimmt auf keinen Fall.
Nein, Edgar liegt hier absolut *nicht* falsch. Ich kenne kaum jemanden,
der wegen der Funktionalität von MSO zu OOo wechselt, aber ich kenne
jede Menge Leute, die OOo einsetzen, weil es gratis und komplett ist.
Das mit der Unterstützung - z.B. im Bereich Testen - habe ich oben
abgehandelt.
Kauf mal ruhig, MSO ist ja sooo fehlerfrei!
Warum so unfreundlich/polemisch an einem Freitag Morgen?
Wochenende<=> entspannen.
Das ist vielleicht polemisch formuliert, aber der Inhalt stimmt. Oder
was glaubst Du, warum in meiner Taskleiste regelmässig ein
Update-Hinweis für MS-Produkte aufleuchtet (ja, auch ich habe daneben
MS-produkte im Einsatz)? Und das bei Word2003, wo man mir nicht mehr
weismachen kann, es gehe um neue Funktionen. Mit Deiner Bemerkung hast
Du dich selber diskreditiert: *jede* Software mit einer gewissen
Komplexität und von einem bestimmten Umfang Zeilen an Code ist aus
Prinzip fehlerhaft. Oder liest Du die Meldungen nicht, die von
Sicherheitsfirmen regelmässig veröffentlicht werden über
Sicherheitslücken in MS- und anderen Produkten? Die Bemerkung von Edgar
meint nicht, dass MS Word unbrauchbar sei, es ist auch nicht eine
Bemerkung über die Güte des produkts, sondern - ich wiederhole mich -
schlicht ein Fakt! Und hier noch ein Unterschied zwischen MS und OOo:
OOo hat eine transparente Politik, wie und was in neuen Versionen
aufdatiert und verbessert wurde. Bei MS geschieht das alles ziemlich
verschämt, und meist bin ich auf Drittquellen angewiesen um
herauszufinden, was sich jetzt geändert hat. Und noch ein Unterschied:
OOo stellt mir eine neue Version gratis zur Verfügung - egal, ob es sich
nur um Verbesserungen/Ausbügeln von Fehlern handelt, oder ob neue
Features hinzu gekommen sind. Bei MS darf ich erneut bezahlen, wenn
grössere Verbesserungen/Neuerungen hinzugekommen sind - und das nicht zu
knapp, auch wenn nur das "Kleid", sprich die Oberfläche des Produktes
geändert worden ist, wie z.B. beim Wechsel von MSO 2003 zu MSO 2007.
Also bitte etwas mehr Sachlichkeit in der Diskussion.
Wenn man eine Aufgabe mit Word nicht erledigen kann, kann man ja dafür
Writer nehmen.
Umgekehrt aber auch - und sollte kein Grund für Geflame sein, oder?
Hat je jemand das Gegenteil behauptet? Edgar wollte nur auf die
Fehlüberlegung aufmerksam machen, dass man beim Kauf von MSO ein
fehlerfreies Produkt erwerbe. Und wo er Recht hat, da hat er recht 8-) .
Aber jeder, der sich gerne in die Abhängigkeit eines anderen begibt, ist
grundsätzlich völlig frei, sich selber zum Sklaven zu degradieren. Ich
weiss, das *ist* jetzt polemisch, aber ich kenne zu viele Leute, die
schlicht zu faul sind, sich mit einem anderen Produkt auseinander zu
setzen und etwas Neues zu lernen und deshalb mit den Unvollkommenheiten
eines Produktes sich abfinden - Sklavenseelen kann man nicht zur
Freiheit zwingen.
Übrigens: ich nehme mich selber nicht aus, was die Bequemlichkeit
angeht. Ich habe bisher auch einfach die Aufrufe zur Testunterstützung
grosszügig überlesen. Ich habe aber wenigstens versucht, sozusagen als
Gegenleistung, meinen Teil hier auf der Liste mit Unterstützung
beizutragen. Beim nächsten Testaufruf werde ich ein Mitmachen immerhin
mal prüfen.
Freundlich grüsst
Ernst
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