Hallo Johannes, Mechtilde, Am Fri, 31 Dec 2010 15:51:56 +0100 schrieb Johannes A. Bodwing: > Hi Mechtilde, >> ... >> >> Am 31.12.2010 15:02, schrieb Johannes A. Bodwing: >>>> ... >>> Hatte ich schon mehrfach angesehen, auch vor 2010. Genau deshalb stelle >>> ich dar, daß wir alles nochmal auf den Prüfstand stellen müßten. Denn so >>> gut wie nichts ist wirklich umgesetzt worden. >> Ganz genau. >> >> Wenn Du das auf den Prüfstand stellen willst, dann tue es. Liste die >> Punkte auf und suche Mitstreiter, die das mit Dir diskutieren und zu >> Ergebnissen führen wollen und können. >> >> Das ist die Freiheit jedes Einzelnen, auch wenn das manchmal anstrengend >> ist. >> >> Ich bin gerne bereit, auf Nachfragen mein bisher erworbenes Wissen um >> die Community weiterzugeben. > > Es gibt aber ein grundlegendes Problem dabei (in der anderen Mail > bereits dargestellt, aber da geht es evtl. in anderen Dingen zu > sehr unter): > Wenn OOo die selbstgesteckten Ziele verfolgt, und das konsequent, > dynamisch und erfolgreich. Dann müßte rauskommen: > "By 2010, the Project’s goal is for the OpenOffice.org codebase > to be in a position of market leadership (>50%) in all its target > markets; for it to be the office suite of choice for a majority > of all PC users; and for it to be in use by a significant > percentage (>40%) of all office users worldwide." > Damit würde OOo in direkter Konkurrenz zu OOO treten. Und für > Oracle ginge es um richtig viel Geld. > Wie spielt Oracle da mit? > Kann OOo dann wirklich solche Ziele erreichen? > Oder vor diesem Hintergrund etwas anders (spekulativ) gefragt: > Wundert es da wirklich, daß OOo weder unter Sun noch jetzt unter > Oracle wirklich richtig in die Gänge kommt?
Da kommt, wieder mal, mein Lieblingskind ins Spiel. Wie schon bei der Gründung der TDF geschrieben, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Ziele erreichbar sind ohne dass wir, im größeren Stil, Oracle Gewinn wegnehmen würden. Wenn wir uns etwas aus dem Fenster lehnen, dann haben wir da Red Hat und das von Ihnen gesponserte Fedora. Gut auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein, aber es ist eher der Grundgedanke, denn ich gut finde. Ich würde gerne eine "Spielwiese" haben, nennen wir sie mal OOoExperimental, in der Oracle, wie auch andere Programmierer, einfach ihre Ideen umsetzen und einbauen können und die neuesten Erweiterungen, Zusatzfunktionen und experimentelle Änderungen an der Oberfläche/Benutzerführung enthält. Diese Spielwiese, wird, ähnlich wie die Milestone Bilds oder auch ein Debian SID, regelmäßig veröffentlicht und kann von demjenigen, der gerne das Neueste, Schnellste, Schönste, usw hätte benutzt werden. Über ein einfaches Feedback-System, ähnlich dem, das Mozilla gerade in der Betaphase des Firefox 4 nutzt, ermöglicht es, dem Anwender seine Anmerkungen, Kritiken aber auch sein Lob mitzuteilen und zeichnet, wenn der Anwender einverstanden ist, auch die Nutzung auf. Will ein Anwender nicht teilnehmen, hat er, gleich bei der Installation, beim ersten Start und später über den Plugin-Manager die Möglichkeit das Modul gar nicht erst zu installieren, abzuschalten, zu deinstallieren. Jeder dritte oder vierte Version dieses OOoExperimental wird von der QA geprüft. Keine Freigabetests, sondern einfache nur, es läuft, stürzt nicht ab usw. Auf der Webseite gibt es ganz deutlich und fett den Hinweis, dass diese Version nicht für den produktiven Einsatz gedacht ist. In regelmäßigen Abständen wird aus OOoExperimental, ein OOoPrivat. Jetzt geht es darum, die aus der Nutzung von OOoExperimental gewonnen Erkenntnisse und natürlich auch das, was von Seiten von Oracle in die nächste Version rein muss, zu stabilisieren. Hier wird gleich von dem ersten Milestone, der ersten Beta an, knallhart QA gemacht. Jedes neue Feature wird geprüft und so lange es nicht fehlerfrei läuft und/oder Regressionen auftauchen wird der Milestone nicht zum Release-Candidate. Im Zweifel würde ich sogar ein Feature rauswerfen, wenn es partout nicht stabil hinzubekommen ist. Dieses OOo Privat bildet dann auch die Basis für das Oracle Open Office. Hier in diesem Oracle Open Office kann Oracle, selbst entscheiden, wann sie es veröffentlichen und ob sie noch Features einbauen, die die Community QA, abgelehnt hat. Dieses Oracle Open Office kann Oracle dann an Firmen und Privatpersonen verkaufen. Die Community verweist ihrerseits Anfragende, die bezahlten Support haben möchten an Oracle. Ist OOoPrivat stabil genug gibt es eine Veröffentlichung durch die Community. Diese Version kann von denjenigen privaten, wie geschäftlichen Kunden, eingesetzt werden, für die Stabilität im Vordergrund steht. Eventuell muss hier auf Unterschiede zum Oracle Open Office hingewiesen werden, wenn z.B. eine Funktion von der Community abgelehnt wurde, weil sie zu instabil war oder einen Rückschritt bedeutet hat und daher zwar in Oracle Open Office nicht aber in OOo Privat ist. Natürlich wäre es mir auch lieb, wenn es umgekehrt der Fall ist, dass wir in OOo Privat z.B. neue Funktionen haben, die eben nicht in Oracle Open Office sind, weil z.B. Oracle Open Office früher veröffentlicht wurde als OOoPrivat. Oracle kann dann, z.B. eine .x Version von Oracle Open Office veröffentlichen um mit OOo Privat gleichzuziehen. Umgekehrt, werden ja Features, die durch die Community QA gefallen sind oder aus anderen Gründen nicht in OOo Privat einfließen konnten, von Oracle ja wieder in Form des Sourcecode zurückgegeben und können dann in die nächste Version von OOoPrivat einfließen, wieder vorausgesetzt, die Community Qa gibt die Version frei. A la Ubuntu könnte jetzt hier noch darüber nachgedacht werden, dass man eine "ganz stabile" Version einführt, die z.B. nur 1x jährlich aktualisiert wird oder nur Sprünge von 3.0 auf 3.5 und dann auf 4.0 macht. So ganz genau bin ich hier noch nicht in dem Punkt. Hier könnte es z.B. darum gehen, dass Anwender, sehr behutsam an Änderungen in der Benutzerführung (Stichwort Ribbons bei MSO - was nicht heißt, dass ich die bei OOo will) herangeführt werden sollen. So hätte der Kunde z.B. Zeit in OOoPrivat die Änderungen zu testen und ggf. schon die Mitarbeiter zu schulen, aber das Wissen, dass er erst mit der nächsten/übernächsten Version, diese Änderungen in der "ganz stabilen" Version hat. Weiter wäre es schön, wenn es, auch wenn es nicht viel kleiner ist als das eigentliche OOo, einen Viewer für die mobilen Plattformen iOS, Android, Windows 7 usw gibt. Dieser Viewer ist dann, idealerweise, mit Synchronisationsdiensten a la Dropbox oder Mobile Me verbunden. Natürlich hat auch das lokale OOo diese Anbindung und so kann man unterwegs auf seine Präsentationen, Dokumente, Tabellen, etc zugreifen. Später sind dann Editierfunktionen das Sahnehäubchen. Alternativ/Ergänzend kann diese Synchronisation auch über die Anbindung an das Cloud Office von Oracle erfolgen. Hier kann Oracle, dann vielleicht sagen bis 2GB Speicherplatz ist das Cloud Office frei, wer mehr Speicherplatz möchte muss bezahlen. Oder bestimmte Funktionen sind nur gegen Bezahlung möglich, oder es können nur die letzten fünf Dokumente synchronisiert werden, oder oder. Hier kann es viele Modelle geben. Alleine mir fehlt die Zeit die alle jetzt hier aufzuzeichnen. Soweit mal meine Zukunftsgedanken. Ich hoffe, dass es jetzt näher an das kommt, was du dir vorstellst Johannes. Freundliche Grüße Eric Hoch -- ## de.OpenOffice.org - Office für MacOS X, Linux, Solaris & Windows ## Openoffice.org - ich steck mit drin!
