Hallo

Ich bin am Sonntag da, wenn nicht wieder kurzfristig was dazwischen kommt.

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via iMobile ;)

Am 20.07.2012 um 14:17 schrieb Robert Wolff <[email protected]>:

> Hallo zusammen,
> 
> ich würde gern beim kommenden Treffen den teilweise geänderten SVV-Antrag 
> (Dächer der Stadt) vorstellen und beraten, sowie warum der andere Antrag 
> (Internetzugänge der Stadt) zurückgenommen werden sollte, siehe hier:
> https://potsdam.textbegruenung.de/11
> 


> Insbesondere zu folgender Ergänzung wünsche ich mir Feedback:
> "Die jeweiligen Bürgerinitiativen sollen eigenverantwortlich eine 
> rechtswidrige Nutzung des Freifunknetzes, soweit als ihnen möglich und 
> zumutbar, unterbinden."
> 
> Wer kann denn diesen Sonntag ins KuZe kommen, oder kommt den wer überhaupt?
> 
> Wir hatten als Kreisverband übrigens ja auch beschlossen, dass wir unseren 
> Internetzugang der Geschäftsstelle ins Netz einspeisen wollen. Da könnten wir 
> endlich Nägel mit Köpfen machen und uns in Sachen Technik-Kauf und 
> Installation absprechen.
> 
> Beste Grüße
> 
> Robert
> 
> 
> Am 12.07.2012 14:48, schrieb Robert Wolff:
>> Hallo zusammen,
>> 
>> bitte entschuldigt vielmals, dass ich mich erst jetzt wieder zum Thema melde.
>> Die/der eine oder andere kennt das vielleicht ja, wie das so mit dem 
>> Aufschieben laufen kann:(
>> 
>> Jedenfalls gibt es - mittlerweile kurzfristig - was zu tun, um die Anträge 
>> voranzubringen, d.h. deren Erfolgsaussichten zu verbessern. Dazu möchte ich 
>> hierüber alle Interessierten herzlich einladen, um ggf. daran teilzuhaben. 
>> Es geht dabei hauptsächlich um die Änderung der Antragstexte, dessen 
>> Notwendigkeit ich im Anschluss gern erläutern werde.
>> Ich muss die Änderungen bis spätestens 23.06. im Büro der SVV 
>> (Stadtv.versammlung) einreichen und stehe bis dahin für persönliche Treffen 
>> die nächsten Abende zeitlich recht flexibel zur Verfügung. Also einerseits 
>> werde ich die geänderten Antragstexte die nächsten Tage rumschicken (denke 
>> bis nächsten Donnerstag) , und wir könnten uns dazu beim nächsten 
>> Freifunktreffen, am 22.07., abschließend austauschen. Andererseits können 
>> wir uns gern über folgenden Doodle-Link auch bereits vorher zur gemeinsamen 
>> Beratung verabreden:
>> http://www.doodle.com/k84dmq7bgac8vpd4
>> 
>> Zur Erläuterung der Notwendigkeit der Änderung möchte ich den bisherigen 
>> Verlauf, seit Antragseinbringung in den Geschäftsgang der SVV, ausführlicher 
>> darstellen:
>> (Ansonsten scrollt einfach ganz nach unten zum Fazit;)
>> 
>> Im Vorfeld hatten wir über ein Etherpad (welches ich mittlerweile gelöscht 
>> habe) und beim Freifunktreffen Antragsforderungen und Begründung besprochen. 
>> So wurden es ursprünglich zwei Anträge mit der gleichen Begründung, die ich 
>> der Stadtfraktion vorgestellt hatte und welche sie gern unterstützt und 
>> dafür auch eingebracht hat.
>> Da die gleiche Begründung für 2 Anträge formal nicht zulässig war, musste 
>> der Fraktionsgeschäftsführer, kurzfristig vor der Einbringung, eigenständig 
>> noch eine zweite Begründung für die Zurverfügungstellung von 
>> Internetzugangskapazitäten verfassen. (alle Texte siehe Links im Anschluss)
>> 
>> Am 18.04. wurden dann folgende zwei Anträge für die SVV-Sitzung am 02.05. 
>> von unserer Stadtfraktion eingebracht:
>> "Erlaubnisfreier WLAN-Router auf Gebäuden der Landeshauptstadt Potsdam"
>> -> http://egov.potsdam.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=19306&options=4
>> (urspr. sollte es "Erlaubnis freier..." statt "Erlaubnisfreier" heißen - war 
>> ein Missverständnis und muss nun auch geändert werden)
>> und "Zurverfügungstellung von Internetzugangskapazitäten der 
>> Landeshauptstadt Potsdam für freie WLAN-Datennetze"
>> -> http://egov.potsdam.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=19309&options=4
>> 
>> Am 25.04. hatte sich der IT-Sicherheitsbeauftragte der Stadt dazu gemeldet, 
>> um die Anträge aus Informationssicherheitssicht der Stadt zu prüfen. Er 
>> hatte sich von mir aber nur lediglich die Inhalte der Anträge bestätigen 
>> lassen, ob er das Anliegen auch richtig verstanden hatte, was auch so war. 
>> Danach kam von ihm nichts mehr.
>> Am 24.04. wiederum hatte mir unser Fraktionsgeschäftsführer einen Kommentar 
>> mit rechtlichen Bedenken (PDF siehe Anhang) von Hr. Wegewitz,
>> Rechtsanwalt und Stadtverordneter für die SPD, weitergeleitet, aus dem sich 
>> folgender E-Mail-Wechsel ergeben hatte (chronologisch):
>> 
>> ------- Original-Nachricht --------
>> Betreff:     Ihre rechtliche Bedenken gegen die Anträge 12/SVV/0296 und 
>> 12/SVV/0299
>> Datum:       Wed, 25 Apr 2012 19:40:05 +0200
>> Von:         Robert Wolff <[email protected]>
>> An:  <[email protected]>
>> Kopie (CC):  <[email protected]>
>> 
>> 
>> Sehr geehrter Herr Wegewitz,
>> 
>> vielen Dank für Ihre rechtliche Stellungnahme.
>> 
>> Da ich persönlich an den Entwürfen der Anträge beteiligt war,
>> möchte ich Ihnen auch persönlich kurz darauf antworten:
>> 
>> Zu Antrag 0296:
>> 
>> Richtiger Betreff lautet: "Erlaubnis freier WLAN-Router auf Gebäuden der LHP"
>> (Leider gab es da ein Missverständnis, dass allerdings erst mit einem
>> Änderungsantrag im ersten Ausschuss behoben werden kann.)
>> 
>> Inhaltlich geht es darum, dass die Stadt Bürgerinitiativen, die freie
>> WLAN-Netze aufbauen, wie z.B. der Freifunk Potsdam e.V., grundsätzlich
>> die Erlaubnis gewährt werden solle, deren WLAN-Router auch
>> auf den Dächern von Gebäuden in Verantwortung der LHP
>> installieren/montieren zu dürfen. Für montierte Router sollte die Stadt dann
>> auch einen Stromanschluss zur Verfügung stellen sowie die
>> Stromkosten für deren Betrieb übernehmen. Das dies alles nur in
>> 
>> Absprache mit der Stadtverwaltung geschehen soll und letztendlich
>> gemeinsam ausgewählte Gebäudeobjekte betreffen wird, ist hoffentlich
>> selbstverständlich.
>> 
>> Also hierbei geht es lediglich um die grundsätzliche Erlaubnis der
>> 
>> Montage, inkl. Übernahme von Stromnebenkosten. Die LHP wäre in dem Fall
>> nicht Betreiber oder Anschlussinhaber von offenen WLAN-Zugängen.
>> 
>> Zu Antrag 0299:
>> 
>> (Auch hier gab es leider ein Missverständnis vor der Einstellung in den
>> Geschäftsgang. Die Begründung wird mit einem Änderungsantrag im ersten
>> Ausschuss spezifiziert werden.)
>> Inhaltlich geht es hierbei lediglich um einen Prüfauftrag! Die LHP möge 
>> prüfen,
>> wie (und unter welchen Voraussetzungen) dessen Internetzugänge ggf. in
>> freie WLAN-Netze von entsprechenden Bürgerinitiativen eingespeist
>> werden könnten. Mit dem Ergebnis des Prüfauftrags könnte dann politisch
>> weitergearbeitet werden, ggf. auch auf den entsprechenden Ebenen.
>> 
>> Ich hoffe, dass wir auch im Finanzausschuss die Möglichkeit haben werden,
>> gemeinsam über die Anträge zu beraten.
>> 
>> Erlauben Sie mir, dass ich Ihre rechtliche Stellungnahme sowie ggf.
>> unsere E-Mail-Kommunikation an die Freifunk-Potsdam-Mailingliste weiterleite?
>> Ich würde gern das Antragsverfahren möglichst transparent und 
>> nachvollziehbar halten,
>> damit es eine entsprechende Teilhabe von allen Interessierten ermöglichen
>> 
>> könnte?
>> 
>> Mit freundlichen Grüßen
>> 
>> Robert Wolff
>> 
>> 
>> -------- Original-Nachricht --------
>> Betreff:     Re: Ihre rechtliche Bedenken gegen die Anträge 12/SVV/0296 und 
>> 12/SVV/0299
>> Datum:       Thu, 26 Apr 2012 11:28:44 +0200
>> Von: Kanzlei Dr. Wegewitz <[email protected]>
>> Antwort an:  [email protected]
>> An:  Robert Wolff <[email protected]>
>> 
>> Sehr geehrter Herr Wolff,
>> 
>> vielen Dank für die ergänzenden Informationen zu den Anträgen.
>> 
>> Wie man mal wieder sieht, sind Piraten überall zu finden. Die Augenklappe 
>> des Piraten bedeckt nur ein Auge - Justitia trägt eine Augenbinde, was aber 
>> allegorisch nur bedeutet, daß das Recht ohne Ansehen der Person gesprochen 
>> wird.
>> 
>> Ich versuche mal, zwischen beiden zu vermitteln. (Sie können meine 
>> Darstellungen und diese Kommunikation gerne auch an interessierte Dritte 
>> weiterleiten.)
>> 
>> "Freie WLAN-Router auf Gebäuden der Stadt": 
>> 
>> Die Stadt, auch die SVV unter Kontrolle der Kommunalaufsicht, ist 
>> selbstverständlich an Recht und Gesetz gebunden.
>> 
>> Als Beispiel für ein freies WLAN-Netz wird Freifunk angegeben. Laut 
>> Freifunk-WIKI wird so ein vom Internet unabhängig funktionierendes Netz 
>> erstellt.
>> 
>> Es funktioniert nach meinem Verständnis zwar theoretisch auch ohne 
>> Internet-Verbindung, schließt eine Verbindung aber praktisch wohl nicht aus.
>> 
>> Aber selbst ein lokales, vom Internet getrenntes Netz könnte zur Verbreitung 
>> urheberrechtlich geschützten Materials genutzt werden. Das Freifunk-WIKI 
>> selbst nennt als Beispiel die Übertragung von Text, Film und Musik zwischen 
>> den Teilnehmern.
>> 
>> Es kommt nicht einmal darauf an, daß der Teilnehmerkreis hier nicht 
>> abgeschlossen sein soll. Selbst wenn er abgeschlossen wäre, läge hierin eine 
>> nicht fernliegende Möglichkeit, daß wissentlich oder unwissentlich 
>> urheberrechtlich geschütztes Material einer wenn auch begrenzten 
>> Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde. 
>> (http://wiki.freifunk.net/Freifunk_Firmware) 
>> 
>> Wenn die Stadt diese Möglichkeit kennt und dem nicht wirksam begegnet, sind 
>> wir wieder bei der Störerhaftung, nach der auch die Stadt als Zustandsstörer 
>> abgemahnt und zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung 
>> aufgefordert werden kann.
>> 
>> Freifunk oder ein anderer WLAN-Netzbetreiber müßten der Stadt gegenüber 
>> versichern und nachweisen, daß Urheberrechtsverletzungen auch im 
>> geschlossenen WLAN-Netz ausgeschlossen werden können. Die Stadt würde sonst 
>> mit bedingtem Wissen durch die Zuverfügungstellung der Dächer (die 
>> Stromkosten hier als wohl dem Betrag nach zu vernachlässigende Größe, aber 
>> in Hinblick auf die Rechtfertigung der Zahlung aus öffentlichen Geldern auch 
>> problematisch mal ganz außen vor gelassen) sich mittelbar an der Verbreitung 
>> urheberrechtlich geschützten Materials beteiligen.
>> 
>> Einzige Möglichkeit einer Sicherung nach derzeitiger Rechtslage wäre die 
>> deep-packet-inspection aller eingehenden und ausgehenden Datenpakete in 
>> Echtzeit, die jedoch weder bezahlbar ist (Hochleistungsrechner), noch von 
>> den Nutzern aufgrund der auf Modem-Niveau sinkenden 
>> Verbindungsgeschwindigkeit akzeptiert würde. Gar nicht zu sprechen von den 
>> Datenschutzproblemen für die Betreiber und die Grundrechtsbetroffenheit der 
>> Nutzer (informationelle Selbstbestimmung, Schutz der Vertraulichkeit und 
>> Integrität informationstechnischer Systeme).
>> 
>> Beim Prüfauftrag liegen die Dinge wegen der Bezugnahme der Verknüpfung des 
>> Internetzuganges der Stadt mit den freien WLAN-Netzen leider ähnlich.
>> 
>> Die Stadt regelt bislang ihren Internetzugang auch für Stadtverordnete 
>> derart restriktiv, daß eine Verknüpfung mit den freien Netzen wie dem 
>> Freifunk keine Aussicht auf ein positives Prüfungsergebnis hat. Die 
>> Stadtverordneten erhalten einen Zugang nur auf schriftlichen Antrag nebst zu 
>> unterzeichnender Belehrung über die Haftungsregelung und die Protokollierung 
>> des nutzerbezogenen Internetverkehrs und sodann zwei 
>> hintereinandergeschaltete Logins (für WLAN der Stadt und dann fürs Internet) 
>> nebst Paßwörtern, welche von der Stadt vorgegeben werden und von der Stadt 
>> jährlich geändert werden.
>> 
>> Justitia hat neben der Augenbinde auch ein Schwert, was allegorisch auf das 
>> Gewaltmonopol des Staates verweist. Die Piraten sollten aber auf die Nutzung 
>> von Hieb- und Stichwaffen verzichten und politisch versuchen, die 
>> gegenwärtige Rechtslage zu beeinflussen.
>> 
>> In meinem letzten Schreiben habe ich auf die Initiative Berlins für ein 
>> gesetzliche Neuregelung der Störerhaftung verwiesen. Man darf auch nicht 
>> außer Acht lassen, daß die gegenwärtige Rechtslage das Richterrecht von 
>> Richtern ist, die ohne Internet aufgewachsen sind.
>> 
>> Mal schauen, was die Zukunft bringt. Derzeit sind beide Anträge aber leider 
>> höchst problematisch.
>> 
>> Herzl. Grüße
>> 
>> H. Wegewitz
>> 
>> 
>> Fazit:
>> Es geht also um das Haftungsrisiko der Stadt, selbst wenn diese auch nur 
>> ihre Dächer zur Verfügung stellen sollte.
>> Dazu habe ich ein paar weitere Stellungnahmen von rechtlichen ExpertInnen 
>> unserer Bundesarbeitsgemeinschaft Medien und Netzpolitik eingeholt, auf 
>> deren Grundlage ich nun die Antragstexte so anpassen möchte, um eine 
>> Zustimmung der Antragsziele im Stadt-Plenum zu erleichtern.
>> 
>> Auf der SVV am 02.05. wurden die Anträge in den KOUL-Ausschuss (Klima, 
>> Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung) zur Vorberatung verwiesen. 
>> Seitdem wurden sie zurückgestellt, um mit den geänderten Entwürfen, nach der 
>> Sommerpause, d.h. nun am 09.08., vorgestellt zu werden.
>> Dort könnten sie dann ggf. weiter modifiziert, beschlossen sowie entschieden 
>> werden, ob sie ggf. noch in andere Ausschüsse überwiesen werden sollten, 
>> bevor darüber endgültig in einer des nächsten SVVen abgestimmt würde.
>> 
>> Auch darüber könnten wir uns gern austauschen, welche Ausschüsse sich noch 
>> anbieten würden, unser Anliegen voranzubringen. Zudem könnten wir bis zum 
>> 06.08. auch eine 5min-Rederecht zur Einbringung im KOUL beantragen, für 
>> jemanden, die/der sich insbesondere zur Überzeugung der 
>> AusschussvertreterInnen eignen würde.
>> 
>> So viel erst einmal zum aktuellen Stand der Anträge. Ich würde mich freuen, 
>> wenn wir uns zumindest spätestens nächsten Sonntag dazu beim regulären 
>> Freifunktreffen im KuZe besprechen könnten.
>> 
>> Viele Grüße
>> 
>> Robert
>> 
>> PS: Von einem bündnisgrünen Teilnehmer am Medienrat der Medienanstalt 
>> Berlin-Brandenburg (mabb) habe ich übrigens erfahren, dass auf der 
>> Juni-Sitzung freies WLAN (im öffentlichen Raum) Thema war. Die mabb 
>> will/soll wohl 2 Projekte in Berlin und Potsdam fördern wollen - ein 
>> kommerzielles, mit Kabel Deutschland (in der Potsdamer Innenstadt wohl ab 
>> diesen Sommer?), und für das zweite Projekt soll die Freifunk-Community 
>> angesprochen werden. Insgesamt sollen dafür wohl 300.000 EUR zur Verfügung 
>> stehen.
>> Hat sich zufällig schon jemand bei Freifunk Potsdam e.V. diesbezüglich 
>> gemeldet? (Oder passiert das vielleicht alles nur in Berlin?)
>> 
>> 
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