Am 18. Mai 2010 11:03 schrieb Sebastian Moleski

> Erlaube mir eine (vielleicht) ketzerische Frage: warum sollten die
> Erwartungen, die man an kleine Vereine stellt, deren Charakteristika oft
> auch kleineres Budget, geografische Nähe/Regionalität, geringfügiges
> Spendenaufkommen und mitgliederzentrische Arbeit sind, auf einen Verein
> übertragen können, der sich durch ein vergleichsweise großes Budget,
> große geografische Verteilung, großes Spendenaufkommen und einer
> polyzentrischen Fokusierung übertragen können?
>

WMD ist letzteres (geworden) da gebe ich Dir durchaus recht, lieber
Sebastian, aber er benimmt sich leider in vieler Hinsicht (noch) wie
ersteres.
Wenn es um die Aussenwirkung geht, wird gerne die nationale polyzentrische
blabla usw. Flagge gehisst, aber wenn es um die Innenwirkung geht, sind wir
sehr schnell der kleine bessere Stammtisch aus dem WMD einst entsprung und
an dem auch nicht viele Platz haben (sollen?) um das gute Bier zu bekommen.



> Einfacher (nicht weniger ketzerisch) gefragt: gibt es nicht Vereine
> verschiedenen Typus, die sich gerade in diesen Faktoren unterscheiden
> und bei denen die Beteiligung und Einbindung von Mitgliedern, aber auch
> gerade die Zentrierung um die Mitglieder sehr unterschiedlich ausgeprägt
> ist? Es gibt doch einen Unterschied, ob ich Mitglied beim lokalen
> Sportverein, bei einem Heimatverein, beim BUND oder beim ADFC werde. Das
> sind formal alles Vereine, die "Bedeutung" der Mitglieder für die
> Vereinsarbeit unterscheidet sich aber rapide.
>

Nun Sebastian, dann erläutere doch mal was das ideale Mitglieder für Dich so
bedeutet und was Du so von ihm erwartest?

* Mitgliedsbeiträge zahlen -  ja () nein ()
* Wählen -  ja () nein ()
* Mitreden - ja () nein ()
* sich kostenlos engagieren - ja () nein ()
* sich finanziell unterstützt engagieren -  ja () nein ()
* Förderungen beantragen -  ja () nein ()
* Förderungen bekommen - ja () nein
* hier eigenen Text einfügen


>
> Ich weiß nicht, was das für Wikimedia Deutschland im Detail bedeutet.
> Sicher ist aber meiner Meinung nach, dass Wikimedia Deutschland kein
> Verein ist und auch kein Verein sein kann, der sich um seine Mitglieder
> dreht.
>
>
Ein bisschen arrogant dieser Satz lieber Sebastian, denn die der großspurige
Satz "Förderung  freien Wissens" bedeutet, dass

* das freie Wissen geschaffen werden muss - und das erfolgt bislang von
freiwilligen, oder haben wir inzwischen bezahlte Autoren und Aktivisten?
* unter Leute gebracht werden muss - auch von freiẃilligen, abgesehen von
den paar die von den Universitäten 500 - 2500€ Vorlesungsgeld für
Wikipedia-Workshops bekommen, aber zu denen gehören 99% der freiwilligen
Helfer (noch) - schlichtweg, weil sie nicht an der Telefonstrippe sitzen,
wenn diese in der Geschäftsstelle angerufen haben
* finanziell unterstützt werden muss - das erfolgt bislang auch von
freiwilligen Spenden und eintritten in den Verein, Anspruch auf irgendwelche
Förderungen von der EU oder Steuergelder vom Staat haben wir bislang auch
(noch) nicht

Fazit: Solange der Verein noch abhängig von den Mitglieder ist, sollte er
einfach ein bisschen netter sein und versuchen *mit  *ihnen zu arbeiten,
statt ohne/gegen sie.

Liebe Grüße

Juliana
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