Lieber Manuel,

da du früher in der Woche schon Zeilen geschrieben hast, die ich sehr
bejahen konnte, will ich gerne mit einer Rückmeldung zu diesem Thema hier
danken.

Die Diskussionen um die Fotoausrüstungen für den Festivalsommer habe ich
seinerzeit als stiller Leser mit großem Interesse verfolgt. Soweit ich es
beurteilen kann, ist die damalige Auswahl an Gerät vernünftig und
nachvollziehbar gewesen, auch wenn man es sich hier und da wohl anders
hätte vorstellen können. Jede Lösung hat nun einmal Vor- und Nachteile.

Deine beiden Punkte kann ich nur unterstreichen: Das Ausleihen von Gerät
bedeutet, dass ein Amateur etwas erhält, mit dem er erst umzugehen lernen
muss. Wenn man mir eine neue Kamera in die Hand drückt, noch dazu eine
wesentlich "höherwertige" als meine, dann bräuchte ich sicher mehrere
intensiv investierte Tage oder deutlich länger, um damit sinnvoll umgehen
zu können (lies auch: Objektive). Also einfach für ein Wochenende ausleihen
und sofort wesentlich bessere Bilder schießen als mit der eigenen
Ausrüstung - ganz so einfach geht das nicht. :-)

Die Zeit von Ehrenamtlichen ist dann der andere Punkt. Ich finde es sehr
richtig, dass mit Vereinsgeld sorgfältig umgegangen wird, aber die Suche
nach kostengünstigen Lösungen kostet eben viel Zeit der Ehrenamtlichen.
(Was sind denn zur Zeit die genauen Vorgaben?)

Die Gründe, dass der Verein nicht selbst kaufen sondern ausleihen lassen
will. hören sich vernünftig an. Ich kenne einen Händler meines Vertrauens,
bei dem ich mir gutes Gerät zu (meiner laienhaften Meinung nach) redlichen
Preisen ausleihen kann. Dazu muss ich aber eine längere Zeit autofahren,
weil er nicht per Post schickt (unter anderem, weil er den Ausweis des
Ausleihers sehen will). Ich will auch gern das Gerät erst in die Hand
nehmen, bevor ich es ausleihe. Aber tja, wer zahlt dann zusätzlich zur
Leihgebühr die Benzinkosten?

So wird eine scheinbar einfache Lösung immer komplizierter.

Besten Gruß
Ziko


Am Donnerstag, 22. Mai 2014 schrieb Manuel Schneider :

> Hallo,
>
> ich erlaube mir diesen Thread mal zu stehlen (Betreff geändert), weil da
> gerade ein ganz interessanter Aspekt angesprochen wurde.
>
> Am 22.05.2014 11:30, schrieb Tobias:
> > Kameras ausleihen ist einfach ziemlich teuer.
>
> Ich hatte genau diesen Konflikt mit meinem WikiTV-CPB-Projekt. Da war
> der Kauf von Equipment vom CPB eingeplant worden (entgegen einem anderen
> Vorschlag meinerseits) und konnte dann aber nur teilweise umgesetzt
> werden. Seither herrscht auch hier die Regel: Leihen.
>
> Bei mehreren Projekten habe ich Equipment geliehen und die
> unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Von vier Vorgängen verlief
> einer zufriedenstellend. In den anderen Fällen war das Equipment halb
> defekt, nicht kompatibel (selbst die geliehenen Geräte vom selben
> Entleiher untereinander) etc.
>
> Dazu kommt aber noch ein ganz anderer Aspekt: Wenn ich jedes Mal neues
> Equipment habe, muss ich mich jedes Mal neu einlesen. Videokameras sind
> aufwendige Geräte, da entstehen schon Fehler nur aufgrund der Eile und
> der mangelnden Kenntnis dieses speziellen Geräts.
> Dann kostet mich ein Ausleihvorgang ca. zwei Wochen Arbeit mit Suche von
> Anbietern, Anfragen, Angebotsvergleiche (das angebotene Equipment
> unterscheidet sich meist stark, dh. Recherchen bzw. Rückfragen sind
> notwendig), Verhandlung mit den Anbietern etc. DAS ist Zeit, wenn man
> diese bezahlen müsste, dann wäre mit wenigen Einsätzen das ganze
> Equipment finanziert. Aber die Arbeitszeit der Freiwilligen kostet ja
> nichts.
>
> Grüsse,
>
>
> Manuel
> --
> Manuel Schneider - Chief Information Officer
> Wikimedia CH - Verein zur Förderung Freien Wissens
> Lausanne, +41 (21) 340 66 22 - www.wikimedia.ch
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