Hallo Philipp, Hallo Frisbeevolk,
Philipp, ich finde es gut, dass Du versuchst, etwas zu ändern/verbessern.
Allerdings, wie Du weißt, habe ich bereits in Forum einen Beitrag gemacht, was
die Schwäche deinen Vorschlag zeigt. Ich versuche das hier zu erläutern. Für
die Leserfaul, fasse ich meine zwei Punkte zusammen.
- Philipps Vorschlag bedeutet, weniger, nicht mehr Topspiele, obwohl es
mehr Tagen in Anspruch nimmt.
- Der Weg zum internationalen Erfolg ist durch Regional Elite Teams.
Ich werde meine Mannschaft Rü's Vorschlag oder das Status Quo empfehlen, weil
es nur zwei Wochenenden beansprucht und am Besten für uns ist. Bevor Ihr Eure
Stimme abgibt, muss man die Konsequenzen verstehen, deshalb diese lange Mail.
Mehr Info (siehe unten)
Gr.
Ian
(42, Frankfurt, Mother Tongue)
1) Weniger Topspiele
Wenn das Ziel ist, dass die besten Mannschaften öfter mit einander Spielen,
dann ist Phillips Vorschlag schlechter als den Ist-Zustand. Im aktuellen
System, wenn alles nach die Setzung läuft, dann spielt die 1 gesetzte
Mannschaft gegen 2,3,4 und 5 in einem Seeding Turnier, dann gegen 4,5,8,9 im
Pool, dann SF gegen 3 und Final gegen 2. Das sind acht Spiele allein gegen den
Top 5 Mannschaften in Deutschland, plus zwei Spiele gegen die 8 und 9.
Laut Phillips neuen Plan, spielt 1. gegen 8,9,16 im Pool. Dann vielleicht 7 in
QF, dann 4 in HF, dann 2 in Final. Und dass drei mal. Das heißt, die beste
Mannschaft in Deutschland spielt insgesamt nur sechs mal gegen Top 5
Konkurrenten (erst ab das Halbfinal).
Das sind zwei Elite Spiele weniger, und dafür muss man ein extra Turnier
organisieren. Schlimmer noch, die besten Mannschaften spielen
drei bedeutungslose Spiele gegen sehr niedrig gesetzte Mannschaften.
In diesem Hinsicht, ist Ru's Vorschlag noch schlechter, weil die Teams sich nur
zwei mal oder einmal treffen. Das bedeutet vier Topspiele weniger, aber dafür
nur max. zwei Wochenenden in Anspruch.
Dieser Punkt ist einfach nicht weg zu diskutieren. Es ist Fakt, es wurde
weniger Topspiele geben. Die Mannschaften, die von Phillips Vorschalg
profitieren sind die Mittelstärken, wie z.B. meine derzeitige Mannschaft
Frankfurt. Gerne heult die Eintracht mit den Wolfen, aber das hilft die besten
Teams nicht, international weiter zu kommen.
2)
Wenn man auf Club Level die Mannschaften verbessern wollen, dann gibt es nur
ein sicheren Weg, und das heißt, "Regionale Elite Teams".
Ich war in Australien dabei, als es einen Kulturwandel in Ultimate gab. Aus
den 1000+ aktiv Spieler in Sydney, wurde etwa vier Mannschaften gegründet, die
auf der Internationaltribune konkurieren wollten. Für diese Mannschaften gab es
Tryouts und man muss sich relativ viel Zeit für Training und Personal Fitness
im Kauf nehmen.
Aus anderen Australischen Großstädten formierten meist eine Mannschaft nach dem
gleichen Prinzip. Der Effekt war enorm, man sieht es in den Ergebnisse der
Australischen Nationalmannschaft der letzten paar Jahren. Auch auf normalen
Club Ebene, war eine Verbesserung zu spuren, weil die Erfahrung der besten
Spieler/innen weitergegeben wurde.
Das ist nicht anders, als Topmannschaften aus Amerika, Canada und
England schon vor Jahren agiert haben. A bigger pool of players, means a
stronger team.
Weil es Deutschland keinen einzigen bestehenden Klub mit ausreichenden Spielern
gibt, um so eine Auswahl zu machen, müssen sich Klubs zusammen tun, um das zu
erreichen. Theoretisch (und praktisch) gäbe es genug guten Spieler in manchen
Gebieten das zu tun z.B. München, Berlin, Rhein Neckar (Skid, Stuttgart,
Karlsruhe), Rhein Main (Mainz, Heidis, Frankfurt, Darmstadt), Südost
(Leipzig/Halle/Dresden), Norden (Hamburg, Bremen, usw). Auch andern Gebiet sind
selbstverständlich möglich z.B. um Köln/Düsseldorf.
Ich will dein Enthusiasmus nicht bremsen, aber ich glaube, Phillip, wenn dein
Anstreben ist, die Qualität der deutschen Clubs auf international Vergleich zu
verbessern, dann sollte die Etablierung von einem Regional Liga dein Ziel sein.
Diese Wettkämpfe bringt Ihr weiter, und nur solche Teams, mit den besten
Spieler aus einem Region, haben eine realistische Chance geben der Claphams,
New Yorks und Sockeyes der Welt.
Gr. Nochmal.
Ian
(42, Frankfurt, Mother Tongue)
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