Hallo,
im Bezug auf die aktuelle Diskussion, aber nicht unbedingt auf die
Einzelheiten der Gerichtsverhandlung, m�chte ich hier mal zwei Gedanken
zu Hyperlinks zur Diskussion stellen:
1) Zur Transitivit�t:
Ich denke, man kann die Verantwortung f�r die verlinkten Inhalte (soweit
zum Zeitpunkt der Linksetzung bekannt) nicht strikt darauf beschr�nken,
dass es nur um genau die Inhalte geht, die in dem Dokument stehen, auf
das der Link zeigt. Das k�nnte man zu leicht durch eine Trampolin-Seite
("hier klicken, um zu den richtigen Inhalten zu kommen") umgehen.
(rein technisch k�nnte man dann sogar fragen, was mit einem Link auf
ein Frameset-Dokument ist, oder auf eine Seite mit einem Meta-Refresh.)
Andererseits kann man transitive Verantwortung nicht beliebig ausdehnen,
da gibt es den Einwand mit "in 6 Klicks durch das Web" oder auch mit
Links beispielsweise auf ein Web-Directory oder eine Suchmaschine.
Ich finde es allerdings durchaus vertretbar, zu fordern, dass sich
transitive Verantwortung f�r verlinkte Inhalte auch auf die Unterseiten
bezieht, die ebenfalls von der Person/Organisation erstellt wurden,
die auch f�r die verlinkte Seite verantwortlich ist.
Man betrachtet ja auch eine "Website" als eine aus mehreren untereinander
verlinkten Dokumenten bestehende Einheit, und so k�nnte man auch Links
insbesondere auf die Startseite dieser Website als einen Link auf die
gesamte Website betrachten.
Oft w�ren dies dann alle sich unterhalb einer bestimmten Domain
befindlichen Seiten, das ist aber nicht zwingend der Fall
(siehe z.B. Geocities, Blogger.de, ...)
Ein Problem ist dann jedoch die Frage, in wie weit es dem Linksetzenden
zugemutet werden kann, sich durch die Struktur der verlinkten Website zu
w�hlen, um zu pr�fen, ob auf der 1000sten Unterseite vielleicht strafbare
Inhalte versteckt sind.
Vielleicht kann man dem aber mit einer �hnlichen Argumentation wie
bei n�chtr�glich ge�nderten Inhalten begegnen.
2) Links als Literaturverweis oder "Zug�nglichmachung"
Zweifellos ist die Entsprechung eines Literaturverweises im WWW
der Hyperlink, aber ich denke, ein Link im WWW geht in seiner Funktion
�ber den blo�en Literaturverweis hinaus, eben weil man so sch�n einfach
darauf klicken kann, und dann beinahe sofort das referenzierte Dokument
angezeigt wird. Im Unterschied zu einem herk�mmlichen Literaturweis,
bei dem ich zwar nach dem Lesen den Quelle kenne, aber unter Umst�nden
erhebliche Aufw�nde unternehmen muss, um den Quellentext lesen zu k�nnen,
z.B. weil dieser in Deutschland nicht erh�ltlich, indiziert, verboten,
etc. ist. (wenn der Webserver nicht erreichbar ist, aufgrund von
Abschaltung oder Filterung, habe ich nat�rlich im WWW ein �hnliches
Problem.)
Ausserdem gibt es ja auch noch die These, dass nur was verlinkt ist,
im WWW auch existiert (in dem Sinne, dass es sonst nicht Teil des WWW
w�re). Ich m�chte da an die Kritik an Suchmaschinen erinnern, die
"unerw�nschte" Seiten aus ihren Suchergebnissen entfernen,
IMHO ein weiteres Indiz daf�r, das Links vielleicht doch etwas in
Richtung Zug�nglichmachung gehen.
Gr��e,
Florian
--
To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]