PRESSEERKLÃRUNG FFII -- [ Europa / Wirtschaft / EDV ]

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DÃnisches Parlament verpflichtet Minister zur Neuverhandlung der
Softwarepatente im Rat
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Kopenhagen, den 4. MÃrz 2005 -- Der dÃnische Minister fÃr Wirtschaft und
Industrie Bent Bentsen wurde vom EU-Ausschuss des dÃnischen Parlaments
genÃtigt die Softwarepaten-Diskussion im EU-Rat der Minister neu
erÃffnen. Aus diesem Grund kann die Richtlinie am Montag auf der
Sitzung des Wettbewerbsrats nicht als "A-Punkt" (ohne NeuauszÃhlung
der Stimmen) angenommen werden.

Minister Bentsen wollte zunÃchst im die Verhandlungen im Rat nicht
erneut aufnehmen, aber die Minderheitsregierung, der er angehÃrt wurde
von einer Koalition u.a. der Sozialdemokraten und der Sozial-Liberalen
Partei im EU Kommittee des dÃnsichen Parlaments Ãberstimmt. Lone
DybkjÃr von Det Radikale Venstre (Sozial-Liberale Partei) hat
bestÃtigt, dass der Minister die Entscheidung des Kommittees ausfÃhren
muss. Diese Entscheidung verlangt die RÃcknahme des A-Punkts von der
Tagesordung.

DarÃber hinaus verlangt die Entscheidung die Aufnahme als B-Punkt in
der nÃchstmÃglichen Sitzung des Wettbewerbsrates. Damit wird die
Richtlinie als Diskussionspunkt behandelt und nicht mehr nur als
"Abnickpunkt" auf der Tagesordnung erscheinen. Damit ist der
Hauptkritikpunkt am Verfahren - die auch zum Neustart-Antrag durch das
EU-Parlament gefÃhrt hat - anerkannt worden: Das Fehlen einer
ordentlichen ersten Lesung im Rat.

Lone DybkjÃr meint "Wir hoffen auf UnterstÃtzung durch Schweden in
dieser Angelegenheit", und zielt dabei auf den Ãlteren Antrag der
[7]Schwedischen Liberalen mit dem gleichen Ziel. Bentsen kann sich
aber der [8]UnterstÃtzung durch seinen polnischen Kollegen Michael
Kleiber sicher sein, der heute in der [9]Polish Gospodarka Gazeta
sagte:

  "Ich stehe im stÃndigen Kontakt mit dem dÃnischen Forschungsminister.
  Er erwÃgt ernsthaft, die Richtlinie am Montag zu blockieren."

Weiterhin wird auch die niederlÃndische Regierung unterstÃtzend
eingreifen, sofern sie sich an die gestern verabschiedete
[10]Resolution hÃlt. Arda Gerkens (SP), die diese Resolution
eingebracht hatte, zeigt sich jedenfalls optimistisch:

  "Der Schritt DÃnemarks macht mich sehr glÃcklich.
   Unsere Regierung wird den Antrag auf B-Punkt wohl
   unterstÃtzen, jedenfalls gehe ich davon aus."

Hartmut Pilch, Vorsitzender des FFII, kommentiert:

Offensichtlich irrte die irische VerhandlungsfÃhrerein, als sie den
DÃnen am 18 Mai 2004 "80% Zufriedenheit" unterstellte.[1]

Wenn Minister "politische ÃbereinkÃnfte" gegen den Willen ihrer
nationalen Gesetzgeber treffen, sollten sie sich nicht auf die
Unumkehrbarkeit solcher "Vereinbarungen" verlassen kÃnnen.

Es ist natÃrlich weiterhin mÃglich das eine Mehrheit der
Ratsmitglieder den Wunsch DÃnemarks und Polens nach Neuverhandlung
ablehnt und auf ihre Zombie-Ãbereinkunft von Mai 2004 besteht, dies
ist aber jetzt nicht sehr wahrscheinlich.

Heute ist ein Wendepunkt in der Geschichte der
Softwarepatent-Richtlinie, und hoffentlich werden die Historiker
diesen Tag auch als Meilenstein in der Entwicklung hin zu einem
demokratischen Europa vermerken, welches die GrundsÃtze der
Parlamentarischen Demokratie wirklich lebt, welche es sich
gerade in seine neue Verfassung zu schreiben anschickt, ohne dafÃr
hinreichende Durchsetzungsmittel bereit zu stellen.

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Zusatzinformationen
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- Wortlaut der ErklÃrung (Englisch)
  http://wiki.ffii.org/NlMot050210En

- Demonstration und Pressekonferenz in BrÃssel
  http://demo.ffii.org/demo0502/

- Dauerhafter Link dieser PresseerklÃrung
  http://wiki.ffii.org/NlVot050210De

- Kommentar der Abgeorndeten Arda Gerkens auf HollÃndisch
  http://www.sp.nl/db/nieuws/kamernieuwspage.html/2993


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Hartmut Pilch, FFII MÃnchen
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die Entwicklung Ãffentlicher InformationsgÃter auf Grundlage des
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der Vertretung ihrer Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu
Software-Eigentumsrechten beauftragt.

[1] http:ConsDk040518En

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