On Mon, 23 May 2005, Rigo Wenning wrote: > Ich möchte betonen, dass Du _nicht_ in der Kritik stehst und Dich daher > auch nicht rechtfertigen brauchst.
Keine Sorge, habe ich schon verstanden;-) > > Dass der Staat bald pleite ist, hat viele Gruende. Aller > > Muenteferigscher Kapitalismuskritik zum Trotz bastelt die SPD gerade > > an einer Reform der Erbschaftssteuer, die den Staat um einige Mrd. > > Euro bringen wird. Wie alle der vorherigen Reformen in der Annahme, > > dass Steuererleichterung fuer Vermoegende, besonders Unternehmer, die > > Wirtschaft ankurbelt, und die Arbeitslosigkeit eindaemmt. Warum klappt > > das nur seit zwei Jahrzehnten nicht? > > Genau das meine ich. Letztlilch ist es ein ideenloses Fortschreiten mit > Konzepten, die erwiesenermassen nicht funktionieren. Ein Beispiel dafuer, dass Reformen oft eher ideologisch denn sachlich begruendet sind: Downunder uebernehmen die Liberals (Konservativen) ab 1.Juli nach dem Repraesentantenhaus auch den Senat - danach sind alle Wege frei fuer das, was sie wollen (vergleichbar einer Mehrheit in Bundestag und Bundesrat), vorher hat Labor so manches blockiert (lustigerweise gibt es in den 6 Staaten nur Laborregierungen). Der Wirtschaft geht es recht gut. Nichtsdestotrotz will die Regierung nun ein Programm zur Deregelurierung des Arbeitsmarktes durchziehen, welche von Kommentatoren als "die groesste Reform seit der Federation" (1901) bezeichnet wird. Mit der Begruendung, einer ueberregulierten Oekonomie auf die Beine zu helfen. Dazu gehoert Erleichterung von individuellen statt Tarifvertraegen, Abbau von "Awards" (z.B. fuer Ueberstunden, Sonntags-, Nachtarbeit etc.), kein Recht auf Klagen wegen "unfairer Entlassung", wenn die Firma unter 100 Leute hat, die Idee, dass Angestellte zwei der vier Wochen des gesetzlichen Mindesturlaubsanspruchs gegen Geld abtreten koennenm, etc. Flankiert wird es durch eine Steuererleichterung, die unteren Einkommensschichten 6$ die Woche, Haushalten mit 100000$ ueber 80$ die Woche bringt. Das Erschreckendste ist fuer mich, mit nicht besonders vielverdienenden, durchaus Betroffenen einer kleineren IT-Firma am Tisch zu sitzen und festzustellen, dass sie von mir zum ersten Mal von den Arbeitsmarktreformen hoeren. Ueber die Geschichte um Schuld oder Unschuld einer (nicht-?)haschischschmuggelnden Schoenheitskoenigin, die auf Bali zu 20 Jahren Haft verurteilt wird, wissen alle seit Wochen Bescheid.. Nachtrag des seit zwei Wochen versehentlich in der Pipeline belassenes Briefes: inzwischen gab es eine Demo in Melbourne mit mehr als 100 000 Leuten. Downunder scheint doch noch nicht ganz eingeschlafen zu sein. Gruss Peter -- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
