On Mon, 2005-01-31 at 21:28 +0100, Andre Schnabel wrote:
> Weswegen der Begriff von einigen englisch sprechenden abgelehnt wurde.
> (Ich finde es Ãbrigens unsinnig, Ãber Begriffe im deutschsprachigen Raum
> zu reden und ein englisches Dictionary zu befragen)
Huh? Ich glaube wir sind uns einig, daà der Begriff aus dem Englischen
stammt. AuÃerdem hat meinen FremdwÃrterduden meine Freundin "entfÃhrt"
und "dict" ist im Moment das einzige WÃrterbuch das ich habe.
> Und hier gehen unsere beiden Meinungen ziemlich weit auseinander. Sicher
> steckt hinter dem Stylisten nichts geheimnisvolles, aber sehr wohl etwas
> sehr wichtiges. Die MÃglichkeit, wirklich sauber mit Formatvorlagen
> bringt bei richtiger Anwendung massive Vorteile gegenÃber dem, was Word
> zu bieten hat. (mal abgesehen davon ,dass die Formatvorlagen im Word
> nichtmehr richtig funktionieren, wenn man versucht, sie auszureizen).
> Ich glaube, nur AmiPro kann mit Ãhnlich komplexen formatvorlagen umgehen
> (habe aber nie wirklich damit gearbeitet). Da AmiPro inzwischen so gut
> wir tot ist, bildet diese FunktionlitÃt ein Alleinstellungsmerkmal fÃr
> OOo (und hat damit aus meiner Sicht einen Eigennamen verdient - genau
> wie der Navigator)
Ich hab ja kein Problem damit, wenn fÃr Marketingmaterialien neue,
cool klingende Begriffe eingefÃhrt werden. Von mir aus soll
das Ding SuperStylist++(tm) mit dreifacher Strukturierungspower(R)
heiÃen. Von mir aus erfindet ein Maskottchen dafÃr. In den
Werbematerialien. Bitte nicht dort wo das die Benutzung erschwert.
> >Wenn man neue Begriffe, neue Terminologie in einem Text oder
> >in einem Programm antrifft, dann nimmt man immer zuerst an,
> >daà sich etwas wichtiges, etwas bedeutungsschweres dahinter
> >verbirgt.
> >
> siehe oben: genau das tut es aus meiner Sicht.
Ja, eh. In gewisser Weise tut es das. Nur wenn jemand das nicht
versteht, dann kann er mit OpenOffice trotzdem Briefe tippen,
da braucht man ihn nicht kÃnstlich einzuschÃchtern.
> >Sonst wÃrde man ja auch nicht ein neues Wort brauchen,
> >oder? Zumindest mir geht es immer so, wenn ich mich durch
> >neue, schwer verstÃndliche Texte durchkÃmpfe. Ich finde
> >OpenOffice sollte soche Barrieren nicht kÃnstlich aufbauen --
> >zumindest dort nicht, wo es nicht notwendig ist, weil es
> >eine (relativ) klar verstÃndliche Umschreibung gibt.
> >
> >
> Nein, die Bezeichnung "Formatvorlagen und Formatierung" ist fÃr mich zu
> sehr an Word angelehnt. Das fÃhrt dazu, dass der Anwender denkt "aha,
> das kenn ich ja .. wird wahrscheinlich wieder was sein, was etwa so wie
> in Word funktioniert, aber nicht ganz so gut ist".
Ich weià nicht wie das in Word heiÃt oder was das in Word tut. Es
geht mir auch nicht in erster Linie um die Leute, die von Word
umsteigen, sondern um die Leute die in OpenOffice zum ersten mal
mit einem Textverarbeitungsprogramm in Kontakt kommen.
> Und schon ist er in die Falle getappt Word kann nicht:
> - Formatvorlagen fÃr Nummerierungen verwalten
> - Formatvorlagen fÃr Rahmen verwalten (falls Ãberhaupt noch jemand das
> Rahmenkonzept in Word findet)
> - Formatvorlagen fÃr Seiten verwalten (einer der hÃfigsten fragen, die
> sich leicht mit dem Satz "Rufe den Stylist auf und schau dir die
> Seitenvorlagen genauer an" beantworten lÃsst .. das Wort Stylist bleibt
> oftmals hÃngen)
Keine Ahnung, ich hab Stilvorlagen in Word nur einmal benutzt, und das
war in einer franzÃsischen Version. Ich hab bis zu dieser Diskussion
hier noch nicht einmal gewuÃt, daà es in Word so heiÃt.
> Ich mÃchte damit nur sagen, dass die Funktion in Word evtl. besser
> bezeichnet, aber schlechter zu benutzen ist, als in OOo. Findet der
> Anwender jetzt eine vermeintlich bekannte, aber nicht sinnvoll nutzbare
> FunktionalitÃt, wird er diese auch nicht benutzen.
Nicht jeder ist ein Word-Benutzer, nicht jeder Word-Benutzer benutzt
Stilvorlagen (ich kenne ehrlich gesagt nur wenige).
> Ich will es ihenn nicht aufzwingen, ich will sie aber drauf hinweisen
> 8und einen Begriff geben, an den sie sich erinnern).
> Weil
> - sie tagein, tagaus mit Ãhnlichen Texten arbeiten,
> - weil sie sich an Firmenstandards halten mÃssen,
> - weil Angebote, die sie bearbeiten auch mal mehrere Seiten haben
> (allein das Standardangebot meines ex-Arbeitgebers hatte 17 Seiten, ohne
> dass da projektbezogener Text drinnestand)
> - weil verschiedene Leute an einem Dokument arbeiten.
Mag alles sein. Ich kenne aus der Praxis aber auch andere Dinge, z.B.
Leute die auch nach dem zehnten Mal erklÃren es noch nicht schaffen
ihre Dokumente, die sie gespeichert haben, wiederzufinden. Die den
"Firmenstandard" einhalten, indem sie alles jedesmal neu tippen. Die
Inhaltsverzeichnisse in Word hÃndisch erstellen und die Seiten abzÃhlen.
Und die trotzdem einigermaÃen produktiv arbeiten, einfach weil sie
obiges "im Schlaf" beherrschen und sich auch nicht mehr umgewohnen
*wollen*.
> Bei all diesen Sachen geht Zeit verloren, wenn mit direkter Formatierung
> gearbeitet wird.
Ja, aber es geht auch viel Zeit verloren, wenn man Leuten die das nicht
wollen, komplizierte Konzepte aufzwingt.
> Es kam hier schonmal in Ãhnlicher Weise und ich antworte wieder so darauf:
> Benutzer, die nicht bereit sind, etwas neues zu lernen, sind mir
> wesentlich weniger wichtig als solche, die hier im Projekt mithelfen.
> Warum? Weil wir als Projekt davon leben, dass Benutzer zu Helfern
> werden. Wenn ein Benutzer nicht breit ist, etwas neues zu lernen, ist er
> erst recht nicht bereit, mitzuhelfen.
Das Problem damit ist, daà auf diese Weise OpenOffice.org immer
ein Nischen-Programm fÃr Power-User bleiben wird, das Power-User
fÃr ihresgleichen gestalten. *Ich* will das nicht. Ich wÃnsche
mir zweistellige Marktanteile fÃr OpenOffice. Und die kriegst
du nie im Leben mit ausschlieÃlich oder vorwiegend Power-Usern
(soche die bereit sind zu lernen und beizutragen).
> Das Streben nach mehr Benutzern, nur um mehr Anwender zu haben, ist dann
> richtig, wenn man die Software verkauft. OpenOffice.org funktioniert
> aber anders. (oder zumindest sollte es das .. ansonsten wÃre der Titel
> "OpenSource Project" nur ein Alibi)
Freie Software soll fÃr jeden da sein. Wenn man -- und ich tue das --
Freie Software auch aus einer moralischen Haltung heraus (im Sinne
von Richard M. Stallman) befÃrwortet, dann ist es IMHO zynisch,
derartige Software nur fÃr eine Elite, nur fÃr eine Minderheit haben
zu wollen. Wenn ich Richard M. Stallmann richtig verstanden habe,
dann ist ein Ausgangspunkt seiner Ãberzeugung auch die Idee, daÃ
Menschen zum Teilen, zum Austausch bestimmt sind. Wenn ich aber
anstatt dem Medium Geld (wie bei Kaufsoftware) bloà "Wissen" als
Zugangsbarriere aufbaue, dann ist es mit diesem Teilen nicht weit her.
> Wie gesagt: aus meiner Sicht ist die Formulierung "Formate und
> Formatvorlagen" zu nah an der Ãhnlichen (aber weniger brauchbaren) Word
> FunktionalitÃt dran, was dazu fÃhrt, dass wir missverstanden werden.
Ich glaube nicht, daà dieser Begriff fÃr viele Leute mit irgendwas (d.h.
auch nicht "falsch") besetzt ist. Er ist einfach nur eine halbwegs
brauchbare Beschreibung fÃr das, was diese Stilvorlagen-Palette macht.
/ralph
--
Rettet die Wale und stÃrzt das System, und trennt euren MÃll,
denn viel Mist ist nicht schÃn!
Gustav, "Rettet die Wale"
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