Hallo Andre,

Am 27 Sep 2006 um 15:29 hat Andre Schnabel geschrieben:

> Aber (es wurde schon häufig darauf hingewiesen) ein
> OpenSource-Projekt ist keine Demokratie. Sehr häufig wird der
> Begriff Meritokratie benutzt

*Autsch* wer hat das bestimmt?
Den Hinweis hatte ich noch nirgends gelesen.

> (http://de.wikipedia.org/wiki/Meritokratie). Wobei demjenigen, der
> etwas zur Erreichung der Ziele der Community beiträgt "mehr
> Stimmrecht" zugestanden wird.

Dann geht es zu wie in unseren Parteien. Da sind ja auch nicht
unbedingt die am Ruder die eine Ahnung haben, sondern die die sich
nach vorne drängeln und die meiste Hornhaut auf den Ellbogen haben.

> Das ist in sofern gut, da diejenigen,
> die bisher viel beigetragen haben sehr wahrscheinlich auch in
> Zukunft daran arbeiten werden, die von ihnen mitgetragenen
> Zielsetzungen zu erreichen.

Diese Weltanschauung gefällt mir nicht.
Ich bin partei- religions- und weltanschauungsfreier Humanist.
Für mich zählt alleine das Handeln nach höchsten moralischen
Grundsätzen und das kann nur jeder für sich.
Diese Merokratie birgt eine Menge Gefahren in sich.
Auch ein Hitler hatte viel Leistung erbracht, nur die Zielsetzung
war absolut verabscheuungswürdig.

> "Unsere Meritokratie" macht aber eine Formalisierung der
> Abstimmungen praktisch unmöglich. Das Hauptproblem dabei ist, wer
> denn dabei überhaupt stimmberechtigt wäre. Praktisch täglich
> verschiebt sich das "Stimmgewicht", einige Leute machen mehr fürs
> Projekt, einige weniger .. andere fallen weg, machen Pause ... Nicht
> sonderlich gut für einen formalen Prozess, aber ein Fakt.

Und? Ist das in einer Demokratie anders?

> Auch wenn es desillusionierend sein mag, aber eine Demokratie wird
> leider nicht funktionieren. Bzw. nur insoweit, wie diejenigen, die
> ein Aufgabe übernehmen wollen auch vorher schon das tun wollten, was
> die demokratische Mehrheit beschlossen hat.

NACK
Eine Demokratie funktioniert durch die Willensbildung von unten
nach oben. Wer dazugehört beteiligt sich an der Willensbildung, wer
nicht dazu gehört oder dazugehören will nicht.

Das soll nicht heissen, dass ich nicht dazu neigen würde, die
Meinung derer, die sich hier mehr am Projekt beteiligen, höher zu
bewerten. Aber ich schau mir schon an, wer was zu sagen hat und wie
er sich darstellt.
Würde sich jemand, der für mich nicht moralisch integer ist, und
würde er sich auch noch so einbringen in das Projekt, mehr
herausnehmen als andere, wäre ich auch recht schnell wieder raus.

Jörg scheint mit seinen Meinungen manchmal sehr harsch und auch
manchen als Störerer erscheinen, aber ich habe verstanden was er
eigentlich will: Klare Linien und dem Streben kann ich mich
anschließen.

Ich möchte betonen, dass ich die OO-Community und ihre Anteilnehmer
bisher absolut sympathisch und integer empfunden habe - dazu zählst
auch du - aber dein Posting wollte ich nicht unkommentiert
hinnehmen.

Einen schönen Tag noch.
Mit freundlichem Gruß
Edgar Kuchelmeister

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