Hallo Jörg,

wäre Dein nunmehriges Statement das ürsprüngliche gewesen, wären wir
jetzt schon etwas weiter. Statt dessen hast Du mich recht barsch
aufgefordert, die Liste zu verlassen und damit "die Klappe zu halten".

Umso mehr freut es mich, dass Du nunmehr eine argumentative
Auseinandersetzung suchst.

Ich möchte nur auf wenige Punkte Deines ausführlichen Postings eingehen.


Jörg Schmidt schrieb:
> michael schrieb:
>> Hätte ich tatsächlich vor, Öl ins Feuer zu giessen, würde ich mich
>> hierzu anderer rhetorischer Mittel bedienen.
> 
> Vor wenigen Tagen forderst Du hier verdienstvolle Leute auf von ihrem
> Posten, aus von Dir unterstellten 'honorigen' Gründen zurückzutreten -
> nö, wörtlich geschrieben hast Du das nicht, und trotzdem war es für
> jeden zu verstehen - 

Ich habe niemandem zum Rücktritt aufgefordert. Florian hat erklärt, er
werde seine Aufgabe als DE-Marketing-AP u.a. wegen eines
Interessenkonfliktes ruhen lassen.

Da Thomas ebenso wie Florian Gründer der Document Foundation ist, bin
ich, möglicherweise naiverweise, davon ausgegangen, dass er wegen der im
Wesentlichen gleichen Lage die gleichen Konsequenzen wie Florian zieht.

Ich habe weder Florian, noch Thomas zum Rücktritt aufgefordert, sondern
Florian lediglich gedankt, da ich ahnte, dass ihm dieser Schritt nicht
leicht gefallen ist, weil ihm die Arbeit als unser Pressesprecher nicht
nur Last und Mühen, sondern ersichtlich auch Freude bereitet hat.

Ich habe in dieser Situation den Co-Leads nahegelegt, einen
kommissarischen AP bis zur von Florian angesprochenen Klärung zu
bestellen und zwar in Hinblick auf eine konkrete Aufgabe, nämlich die
Pressemitteilung zur 3.3. Da die Zeit drängte, der erste RC ist
inzwischen erschienen, habe ich dies unverzüglich angeregt.

ich habe auch weder eine Ab- noch eine Neuwahl gefordert.

Die Forderungen nach einem Rücktritt der Foundation-Gründer von ihren
Ämtern kamen von anderer Seite (übrigens nicht nur von
Oracle-Mitarbeitern), aber nicht von mir. Ich habe aber in einer Analyse
der Situation versucht zu erklären, woraus derartige Forderungen
herrühren und welches Interesse wohl dahintersteht.

Als Thomas dann erklärte, er bewerte die Lage nicht in gleicher Weise
wie Florian, habe ich ihm die Gründe meiner Annahme dargelegt, aber auch
klar erklärt, es sei seine Entscheidung, wie er sich verhalte.

Dass ich jemanden, der mögliche Interessenkonflikte aufmerksam prüft und
dann, wenn er einen Interessenkonflikt wahrnimmt, auch im Interesse der
eigenen Reputation unverzüglich konsequent handelt, auch wenn ihm dies
schwerfällt, als "honorig" ansehe, mag mit meiner beruflichen
Sozialisation zusammenhängen.


und jetzt machst Du weiter in ähnlichem Stil.
> Wer, _in der jetzigen Situation_, hier beispielsweise Sätze öffentlich
> schreibt wie:
> 
> "Es gibt jedoch gewichtige Indizien dafür, dass dieser Weg zwar
> propagiert, aber nicht ernsthaft verfolgt wurde."
> 
> der erzeugt Gefühle, der fordert Dritte indirekt dazu auf Stellung zu
> beziehen 

Ich habe nicht nur gewichtige Indizien behauptet, sondern diese konkret
dargelegt, so dass sich jeder ein eigenes Urteil bilden kann, ob diese
gewichtig genug sind, um den von mir ins Feld geführten Schluss zuzulassen.

Es ist mir übrigens an keiner Stelle um die Bewertung der Moralität des
Verhaltens Einzelner gegangen (sonst wäre meine Wortwahl eine andere
gewesen), sondern um eine Analyse der Faktoren, die den gegenwärtigen
Konflikt bestimmen, um eine Lösung desselben zu finden.

gegen diejenigen die er ansonsten vorgibt zu unterstützen.

Zur Klarstellung mein Standpunkt: Ich unterstütze diejenigen, die an der
Einheit der Community (im bisherigen Umfange) interessiert sind und eine
Lösung unter Wahrung dieser Einheit anstreben, mit der alle gut leben
können.

Was dem zuwiderläuft, kritisiere ich mit dem Bemühen um Sachlichkeit
(von welcher "Seite" es auch immer kommen mag).

> Solche und ähnliche Sätze finde ich derzeitig unangemessen um sie
> öffentlich zu verbreiten und wollte man Ernsthaftes bewirken stünde
> einem der Weg offen sich direkt mit seinen Hinweisen und Kritiken
> _offlist_ an die Handelnden zu wenden, die ja gerade auch hinsichtlich
> der Seite die Du kritisierst konkret ansprechbar sind.

"res publica res populi" (Cicero) Was die Community angeht, ist eine
öffentliche Sache.

Ich maße mir nicht an, dazu berufen zu sein, irgendjemanden aus der
Community unaufgefordert privat zu beraten oder persönlich zu
kritisieren, aber ich werde weiter als Mitglied der Community mein Recht
wahrnehmen, öffentliche Vorgänge, die die Community angehen, öffentlich
sachlich zu kritisieren, vor allem dann, wenn diese Vorgänge für die
Community eine existentielle Bedeutung haben.

Wer öffentlich handelt, muss sich öffentlich kritisieren lassen, wobei
selbstverständlich die gebotene Sachlichkeit zu wahren ist.

> Und wenn Du nicht für sowas kritisiert werden willst, dann schreibe
> keine solchen 'mißverständlichen' Sätze, bei denen jeder sieht wohin sie
> interpretiert werden können - einzig für das Spiel 'das ja eigentlich
> nur gemeint wäre was wörtlich dasteht und jegliche andere Intuition erst
> einmal bewiesen werden müsse', habe ich heute _und nach erkennbarer Lage
> der Dinge_ keine Lust.
>

Du darfst gerne meine Sätze als missverständlich und/oder stilistisch
missraten kritisieren, denn dann kann ich sie klarstellen, aber Du
darfst mir nicht "den Mund verbieten".

Gruß
Michael

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