Hi Michael,

Am 21.10.2010 13:10, schrieb michael:


Unser Projekt besteht nicht nur aus Code-Contribution, sondern aus auch
einigen anderen Aktivitäten. Marketing ist da ein Beispiel, QA ein
weiteres, Support ein Drittes usw..

Die Frage ist: kann man, und gegebenenfalls wie, auch auf diesen Feldern
  sinvoll zusammenarbeiten?

Kann man - aber das "wie" wird schwierig.
Ich für meinen Teil stehe in anderthalb Wochen in Potsdam auf einem OpenOffice.org / LibreOffice Stand. Ich halte einen Vortrag zur DocumentFoundation, Martin Bayer macht am selben Tag einen Workshop zu OOo. Das ist Marketing wo ich eigentlich kein Problem sehe - außer das, was in den letzten Tagen hier ständig postuliert wurde, nähmlich dass ein Repräsentant der TDF nicht gleichzeitig versuchen darf OOo zu repräsentieren.

QA - nun ja, wird schierig. Man kann sicher gemeinsames Bughunting betreiben, die Schnittmenge der Fehler ist ja sicher ziemlich groß. Aber schon im Nächsten Schritt wird es problematisch wo wird der Fehler gemeldet? OOo-Ressourcen sollen für Forks nicht benutzt werden. Da ich den Fehler aber (auch) in LibreOffice gefixt sehen will, werde ich ihn natürlich in den LibO-Bugtracker eintüten. Damit ist aber der OOo-Seite nicht geholfen - dort muss jemand nochmal die gleiche Arbeit tun. Man könnte es natürlich auch andersherum machen und alle OOo-Bugs im LibO-Bugtracker halten ...

Lokalisierung - im Erfahrungsaustausch sicher sinnvoll. Aber mit konkreten Beiträgen wird es auch schwieriger. Ich hatte letztes WE ein Treffen mit den Ubuntu-Übersetzern, die versuchen wollen eine projektübergreifende Koordination aller deutschsprachigen Übersetzer hinzubekommen. Auch wenn wir nicht alle die gleichen Werkzeuge benutzen, aber eine gemeinsame Terminologie wäre schon was. Die so überarbeiteten Übersetzungen würde ich zunächst in LibO vornehmen - die Lizenz würde prinzipiell erlauben, diese Änderungen auch in OOo zu verwenden. Da OOo aber ein SCA auch für Übersetzungen verlangt, müsste ich diese noch einmal explizit für OOo bereitstellen (vorausgesetzt, alle Übersetzer haben das SCA unterzeichnet).



Aber ist es nicht auch möglich, dass der "alte Hut", also die bisherige
Community mit ihren überkommenen Strukturen (Community Council etc.)
diese Rolle noch eine Weile spielt? Natürlich müssten diese Strukturen
weiterentwickelt werden (aber das halten wohl viele für notwendig und
die meisten für akzeptabel).

Das wäre für mich dann akzeptabel, wenn das Ziel: gleiche Regeln für alle auf Basis der geleisteten Beiträge unter Kontrolle einer unabhängigen Instanz klar wäre. Wie aber schon häufig erläutert, kann keiner der hier an der Diskussion beteiligten zusagen, dass Oracle bereit wäre, ein solches Ziel zu verfolgen. Die öffentlichen Äußerungen Oracle's sind nach allgemeiner Auffassung eher so zu interpretieren, dass genau dieses Ziel für Oracle nicht in Frage kommt.



Um visionär einmal recht weit vorzugreifen: Ist es nicht denkbar, der
TDF im Council ebenso einen "geborenen" Sitz einzuräumen, wie Oracle ihn
innehat?

Das wäre vorstellbar, nur hat der Community Council keine Entscheidungsgewalt bei Sachen, die aus meiner Sicht in die Hände der Community gehören (wie z.B. Definition des Brandings, Nutzungsrecht der Marke weitergeben ...). Der Community Council hat rechtlich gesehen keine Relevanz - der Vorstand einer Stiftung hätte diese.

Gruß,

André

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