Hallo Andreas und alle anderen, es ist eben _nicht_ mit der Installation dieses Codecs getan, weil irgend eine Komponente wohl nicht mit der anderen kompatibel ist.
Und ich habe kein Problem mit der Tatsache an sich, dass ich mir Zusatzprogramme installieren muss. Doch ich habe hier aus der Entwicklerperspektive bemängelt, dass das Verlassen auf mehrere Stufen von Fremdbibliotheken (Fremd-MS-Schnittstelle und obendrauf noch ein Fremd-Plugin, also doppelt "fremd" sozusagen) die Sache eben sehr fragil macht und genau für diese Ärgernisse hier sorgt. Auf den Developer-Rechnern kann eine ganz andere Version der Schnittstelle und/oder des Codecs vorhanden sein, und es ist wohl nahezu unmöglich, sämtliche Kombinationen aus LO-Version, Schnittstellen-Version und Codec-Version zu testen. Hier haben wir bereits kubisch viele Kombinationen. Und das kommt eben daher, wenn man nur Frickel-Lösungen macht, anstatt es richtig zu implementieren. Die erste und naheliegendste Möglichkeit wäre, einfach die neuere Schnittstellen-Generation zu verwenden, für die man keine Codecs braucht. Damit fiele eine Fehler-Dimension weg. Noch besser, und das habe ich auch in dem Bug-Report vorgeschlagen, wäre es, die Multi-Media-Funktionen einfach selbst mitzuliefern. Ich hatte das freie, programmunabhängige ffmpeg vorgeschlagen. Das ist ein Wunder-Tool, was nahezu jedes Format kann. Aber wahrscheinlich könnte man auch direkt den VLC-Player nehmen. Dann hat man nicht nur Decoding, sondern auch Wiedergabe gelöst. Das müsste man einfach Plug-&-Play-mäßig in LibreOffice einbinden - aufgrund der freien Lizenz kann man es auch direkt mitliefern - und schon habt ihr sämtliche Fehler-Dimensionen eliminiert, weil man ja dann eine feste Version mitliefern, die unabhängig davon ist, wo es der Konsument installiert. Aber wieso ist für solche visionären Überlegungen kein Raum, wieso steht das nicht auf der Agenda? Klar, das wäre ein durchaus größerer Umbau der Software. Aber hier ist wohl auch wieder das Problem falscher Prioritäten oder fehlender Strukturen... So etwas wie ein Langzeit-Development-Branch wäre nicht schlecht. Bei Firefox werden z.B. drei bis vier zukünftige Branches parallel entwickelt, und was die dort mit Quantum auf die Beine gestellt haben, was sicher mehrere Jahre Vorlauf gebraucht hat, obwohl man zwischen drin immer wieder jeden Monat ne neue Version raus gebracht hat, ist schon erstaunlich. Wobei Firefox wiederum das Problem hat, dass von oben herab irgendwelcher Schwachsinns-Features ausgedacht werden, wie Firefox Hello, was nur Ressourcen kostet, und später wieder entfernt wurde. Ich sage das, weil es zeigt, dass das setzen der Prioritäten tatsächlich nicht trivial ist und sehr vieler guter Überlegungen bedarf. Das ist mir bisher bei sehr vielen Open-Source (aber auch proprietärer Software) aufgefallen. Und das meine ich nicht nur in dem Sinne, welches Feature denn jetzt konkret gemacht wird, sondern auch auf der Meta-Ebene, also dass man die richtigen Strukturen bereitstellt, sodass sich die Software dann im gewünschten Sinne entwickelt, wie z.B. das oben erwähnte Beispiel mit dem Langzeit-Development-Branch. Das ist durchaus etwas, was man beeinflussen kann, auch wenn die Entwickler alles nur freiwillig machen. ...Jetzt ist der Text doch ein wenig länger geworden, aber nachdem hier Lügen über mich verbreitet werden (wie dass ich mich nur aufrege, weil ich einen Codec installieren müsse), musste ich einfach nochmal schreiben... Grüße, Herbert Am 14.06.2018 um 18:02 schrieb Andreas Säger: > Am 14.06.2018 um 16:29 schrieb Jörg Schmidt: >> Hallo Thorsten, Andreas, >> >> mmh ... ich habe jetzt nochmal die Email von Andreas gelesen, kann sein das >> ich >> seine Sicht falsch verstanden hatte, denn ich nahm bei meiner Antwort noch >> an, das >> Andreas seinerseits annahm der Nutzer wäre nur zu faul die Codecs zu >> installieren, >> mutmaßlich ging es aber Andereas auch um den 'Auftritt'. >> >> >> Gruß >> Jörg >> >> > Es nervt manchmal wenn ein so "fettes" Projekt wie LibreOffice nicht > perfekt in das jeweilige Betriebssystem integriert ist. Geht mir unter > Linux auch oft so. Aber sich wegen eines eher selten genutzten > Multimedia-Features dermaßen aufzuspulen wenn das Problem mit einem > Download von 14,1 MB zu lösen ist finde ich dann doch etwas befremdlich. > Ich weiß auch nicht, was an dem genannten Codec-Paket jetzt fragwürdiger > sein soll als an dem ganzen Schrott, den man von MS ungefragt und > gigabyteweise auf die Platte geblasen kriegt > (sorry, ich kämpfe an meinen Wochenenden mit Windows10 auf Rechnern, die > eigentlich zum Arbeiten bestimmt sind und bin zugegebenermaßen total > angefressen). > > -- Liste abmelden mit E-Mail an: [email protected] Probleme? https://de.libreoffice.org/hilfe-kontakt/mailing-listen/abmeldung-liste/ Tipps zu Listenmails: https://wiki.documentfoundation.org/Netiquette/de Listenarchiv: https://listarchives.libreoffice.org/de/discuss/ Datenschutzerklärung: https://www.documentfoundation.org/privacy
