Freunde!Immer wieder mache ich mir Gedanken darüber, ob die Idee der Assoziation über ähnliche Zeichen auf einer Taste bzw. im Umfeld so sinnvoll ist und nicht eher zu Verwechslungen führt.
So kam kürzlich von Peter Eberhard eine Feststellung bezüglich der Anordnung toter Tasten:
Das muss ich näher erläutern. Die Logik der Belegung der toten Tasten besteht meiner Meinung nach darin, dass A) die Tasten selbst dem AUSSEHEN des Diakritikums zugeordnet werden, d.h. ähnlich aussehende Diakritika kommen auf dieselbe Taste, ohne Berücksichtigung ihrer Bedeutung. B) die Ebenen der BEDEUTUNG der Diakritika zugeordnet werden, d.h. ähnlich funktionierende (in ähnlichen Regionen vorkommende, einem gemeinsamen Thema zugehörige) Diakritika kommen auf die gleiche Ebene, ohne Berücksichtigung ihres Aussehens.
Hier sagt mir mein Gefühl, dass es vermutlich zu mehr Verwechslungen kommt, als es wirklich etwas bringt. Auch die Anordnung sämtlicher Strichvarianten auf (quasi) einer Taste ist einer klaren Trennung manchmal hinderlich.
Bei Neo-VM, einer Belegungsvariante, die wohl derzeit nur ich verwende und die ich nach dem Prinzip der Ähnlichkeit angeordnet habe, kommen die Buchstaben Y, I und Ü in der Kleinfingerspalte links über einander zu liegen (in Neo sind das die Positionen von X, U und Ü). Während der Grundgedanke hier der der Ähnlichkeit dieser Buchstaben (als Laut) war, vertippe ich mich oft – was wohl neben eben deren Ähnlichkeit auch auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass in QWERTZ das Ü (rechts) oben am kleinen Finger liegt und Y unten am kleinen Finger. Ähnlich ergeht es mir am linken Mittelfinger, der in einer Spalte A, E und Ä drücken muss und ich insbesondere zwischen dem häufigen E und dem seltenen Ä immer wieder Vertipper registriere.
Neben diesen offensichtlichen hartnäckigen Umlernproblemen bei meiner Person vermute ich aber noch andere verlorene Synergieeffekte durch die Anordnung „nach Ähnlichkeit“. So könnte das Problem insbesondere Vielschreiber treffen, die ihre Texte quasi durch Nachvollziehung der Fingerbewegungen und der dabei gefühlten Tasten-Treffgenauigkeit „korrekturlesen“. Je ähnlicher sich Laute sind und dabei auf dem gleichen Finger liegen, desto wahrscheinlicher wird die Wahl der falschen Reihe des ja richtigen Fingers. Liegen ähnliche Laute aber auf unterschiedlichen Fingern, ist eine späte Korrektur der Bewegung des falschen Fingers leichter.
Was also ist der Sinn der Anordnung von ähnlich klingenden Buchstaben nebeneinander oder auf unterschiedlichen Ebenen der gleichen Taste? Klar, Vokale werden oft durch Konsonanten getrennt und kollidieren daher seltener am Finger, aber müssen für eine Optimierung hier ähnlich klingende Laute auf einem Finger sein? Geht es nur um den Lerneffekt und ist man in der Praxis doch dadurch benachteiligt gegenüber einer Belegung, die hier _bewusst_ auf mehr Abstand (analog der Hamming-Distanz) setzt?
Ich freue mich auf Euren Input, – Mœsi
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