Matthias Wächter wrote:

> Immer wieder mache ich mir Gedanken darüber, ob die Idee der
> Assoziation über ähnliche Zeichen auf einer Taste bzw. im Umfeld so
> sinnvoll ist und nicht eher zu Verwechslungen führt.
> [Beispiel Diakritika]

Diese Sonderzeichen sind insgesamt (bei einem deutschen oder englischen
Text) sehr selten.  Daher ist es aus Sicht des Schreibkomforts mehr oder
weniger egal, wie sie angeordnet werden.  Ausnahme ist hier allenfalls
die besondere Stellung der Ebene 1, und die ist mit den in freier
Wildbahn wohl noch am häufigsten anzutreffenden Diakritika ̂ ̀ ́ ganz gut
belegt.

Auf der anderen Seite haben wir aber Platz und inzwischen auch Bedarf
für 18 Diakritika, und die Tastatur muss häufig auch ohne Aufkleber
bedient werden.  Wenn nun statt einer zufälligen Anordnung irgendein
halbwegs nachvollziehbares System aufgestellt werden kann, dann sollten
wir diesem folgen – wer das System kennt, wird beim Erlernen der
Bedienung unterstützt.

> Hier sagt mir mein Gefühl, dass es vermutlich zu mehr Verwechslungen
> kommt, als es wirklich etwas bringt. Auch die Anordnung sämtlicher 
> Strichvarianten auf (quasi) einer Taste ist einer klaren Trennung
> manchmal hinderlich.

Bei der Strichtaste bot sich die Zusammenfassung an, aber der Zwang,
alle Striche auf dieser Taste zu vereinen, wurde ja bereits gelockert.
Ich denke, es ist wichtig, dass solche Zeichen entweder auf derselben
Taste oder aber auf einer räumlich klar getrennten Taste liegen –
besonders schlecht wären z.B. Striche auf benachbarten Tasten
verschiedener Ebenen.

> Bei Neo-VM, einer Belegungsvariante, die wohl derzeit nur ich
> verwende und die ich nach dem Prinzip der Ähnlichkeit angeordnet
> habe, kommen die Buchstaben Y, I und Ü in der Kleinfingerspalte links
> über einander zu liegen (in Neo sind das die Positionen von X, U und
> Ü). Während der Grundgedanke hier der der Ähnlichkeit dieser
> Buchstaben (als Laut) war, vertippe ich mich oft – was wohl neben
> eben deren Ähnlichkeit auch auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass
> in QWERTZ das Ü (rechts) oben am kleinen Finger liegt und Y unten am
> kleinen Finger. Ähnlich ergeht es mir am linken Mittelfinger, der in
> einer Spalte A, E und Ä drücken muss und ich insbesondere zwischen
> dem häufigen E und dem seltenen Ä immer wieder Vertipper registriere.

Vielleicht bist Du ja eher ein auditiver denn ein visueller Typ?

> Was also ist der Sinn der Anordnung von ähnlich klingenden Buchstaben
> nebeneinander oder auf unterschiedlichen Ebenen der gleichen Taste?
> Klar, Vokale werden oft durch Konsonanten getrennt und kollidieren
> daher seltener am Finger, aber müssen für eine Optimierung hier
> ähnlich klingende Laute auf einem Finger sein? Geht es nur um den
> Lerneffekt und ist man in der Praxis doch dadurch benachteiligt
> gegenüber einer Belegung, die hier _bewusst_ auf mehr Abstand (analog
> der Hamming-Distanz) setzt?

Ich glaube nicht, dass die Anordnung der Buchstaben der leichteren
Erlernbarkeit folgen sollte, und sehe auch nicht, dass dies so wäre.
Der primäre Effekt einer solchen Anordnung nach Ähnlichkeit ist ganz
klar: die Verringerung der Einfingerkollisionen.

Davon zu trennen ist die Anordung der übrigen Zeichen: diese sind in der
Menge viel zahlreicher, aber gleichzeitig im Vorkommen viel seltener als
die Buchstaben.  Da bekommt die Anordnung gemäß nachvollziehbarer
Gesetzmäßigkeiten ein hohes Gewicht.


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