> Ob ich die Vokale optimal angeordnet habe, weiß ich nicht. 

Ich glaube schon. Ich habe den ganzen Abend gesessen und versucht, eine
andere Anordnung zu finden und daraus geschlossen, dass es (1) entweder
besser nicht geht, oder (2) man sehr lange herumprobieren muss, wozu ich
keine Lust habe, so ich bleibe bei (1).

Die Anordnung verdient den Entwicklungsnamen "Wächter-Block" oder sowas.
Ich glaube nicht mehr, dass dieser Block wegzudenken ist.

> Was mir noch
> einfällt wäre, einen kompletten Finger rechts mit links zu tauschen,
> (z.B. den Ringfinger), um Vokale auf beiden Händen zu haben. Da wir
> derzeit sowieso nicht absolut hohen Wert auf abwechselnde Handeinsätze
> legen, könnte man auch damit spielen, insbesondere aufgrund meiner
> Erfahrung mit der Erlernbarkeit.

Es gibt auf jeden Fall längere Handeinsätze. Wenn du ein schlechtes
Gewissen über die linke Hand hast, weil die Tastatur immer noch recht
rechtslastig ist, kannst du dir Gedanken machen, ob man nicht irgend
etwas anderes unter den linken Zeigefinger legen kann.

Es müsste:
- ein häufiger Buchstabe sein
- ein Buchstabe, der häufig Di-, Tri-, Tetragraphen bildet und deshalb
gerne von seinen rechten Kollegen getrennt werden kann
- ein Buchstabe, der nicht mit den bereits links liegenden Kombinationen
bildet.

Offensichtliche Kandidaten wären vor allem R aber auch H oder D. Ich
habe jetzt R und D endlos probiert, die Lösungen sind zwar nicht
schlecht, aber sie kommen nicht an deine und meine Tastatur heran. 

Zum weiter Basteln und Denken gebe ich eine H-Variante:

y o a , j    k g c l f x
i u e h p    d t n r s ß
ü ö ä . q    v m b z w
Punkte gesamt................235930
Buchstabenlage...............113737
Fingerwiederholungen...........9890
Reihensprünge................100142
Wiederholung unten..............216
Auseinander....................5524
Handeinsatzlänge...............6421

Diese Tastatur hat eine angenehme Griffigkeit und hat auch kein großes
Satzendeproblem.

Für eingefleischte Dvorak-Fans hätten wir noch eine R-Variante:

y o a , j    f g c k l x
i u e r p    h d t n s ß
ü ö ä . q    b m w v z
Punkte gesamt................238654
Buchstabenlage...............117973
Fingerwiederholungen...........9840
Reihensprünge.................95638
Wiederholung unten..............178
Auseinander....................6092
Handeinsatzlänge...............8933

Ich habe sie zwar nicht probiert, aber ich brauche da nicht lange
hinzugucken: die Nähe zum Dvorak lässt einen flüssigen und rasend
schnellen Ablauf wegen der Einwärtsrollen (ST, SK, SCH, NG, LT usw)
vermuten, was auf Deutsch ganz erheblich zum Tragen kommt. Dvoraks
Tastatur ist zwar für die englische Sprache entworfen, aber ich konnte
schon mehrmals auch in Diskussionen auf anderen Listen beweisen, dass
sie sich noch besser für Deutsch eignet als für Englisch. Ich habe hier
allerdings H und D vertauscht, wie es in Deutschland vielfach gemacht
wird. Ich werde diese Variante auf Dänisch testen (mit æ, ø und å unten
links) denn das K liegt für die skandinavischen Sprachen hier ganz gut,
glaube ich — die Dänen dürfen hier feiern. Allerdings hat man hier im
Dvorak-Stil das N auf dem Ringfinger.

Will man Einwärtsrollen links machen, müsste man die Ringfingersäule mit
der Mittelfingersäule tauschen. Dann hat man aber das E auf dem
Ringfinger. Ich sage ja nicht, dass das nicht geht, aber der
Mittelfinger ist ja nun mal der längste, und wenn man wahllos mit der
ganzen Hand in die Tastatur haut, dann tippt man normalerweise ein E,
weil eben der Mittelfinger daran kommt. Und E ist ja der häufigste
Buchstabe. Also: besser den Wächter-Block als die Einwärtsrolle.

Hier eine D-Variante auf Bro-Basis:

y o a , j    p g h l f x
i u e d k    c t n r s ß
ü ö ä . q    v m b z w
Punkte gesamt................235626
Buchstabenlage...............112977
Fingerwiederholungen...........9520
Reihensprünge.................97694
Wiederholung unten..............216
Auseinander....................6853
Handeinsatzlänge...............8366

Oder so:

y o a , j    p c h l f x
i u e d k    g t n r s ß
ü ö ä . q    v m b z w
Punkte gesamt................231213
Buchstabenlage...............112642
Fingerwiederholungen...........9520
Reihensprünge.................93986
Wiederholung unten..............216
Auseinander....................6483
Handeinsatzlänge...............8366


Auch nicht uninteressant.

Also, wir sind noch nicht ganz fertig.

> Das Problem ist immer das Umlernen, und insbesondere diejenigen, die das
> Layout entwickeln und perfektionieren sollten, müssen „dran glauben“ und
> die Mühen des Umlernens auf sich nehmen. Dass man davon irgendwann genug
> hat, ist niemandem zu verübeln, es sollte aber nicht zu einer Stagnation
> bei der offensichtlich noch erstrebenswerten Perfektionierung führen.
> Meine Meinung.

Wie wahr das ist. Eine harte Arbeit und eine gut durchdachte und
durchprobierte Tastatur kann man höchstens 1-2mal im Jahr herausbringen,
weil es einem viel Nerven kostet. Ich hänge sehr an der Bro-Tastatur,
aber jetzt wo ich sehe, dass vielleicht nicht viel an der Punkte-Front
mehr herauskommt, aber doch immerhin bei der Erlernbarkeit und der
Bequemlichkeit, da sehe ich ein, dass ich noch nicht fertig bin. Schade.

> Bei Qwertz und letztlich auch auf der rechten Hand bei (mœsi-)Bro ist
> die Spreize ja ganz normal, die Finger sind darauf trainiert, aber links
> fühlt sich das Spreizen wegen der seltenen Buchstaben eben fast schon
> unangenehm an. Etwas übertrieben jetzt.

> Zu Qwertz-Zeiten hätte ich es wohl auch als merkwürdig empfunden, die
> Positionen von T, G und B als „schlecht“ zu bezeichnen, einfach, weil
> man sie so häufig benützt und trainiert hat.

Ich habe das ja schon früher gesagt: Die Leute, die Timing-Daten haben
wollen, die kriegen längere Tippzeiten gemessen für die Tasten, die die
Leute nicht gut tippen können. Und das sind nicht die Tasten, die von
Natur aus schlecht liegen (wo die Tasten liegen sehen wir ja direkt mit
dem Auge und brauchen es nicht zu messen), sondern die Tasten, die man
nicht häufig benutzt, oder nur in bestimmten Kombinationen. Und da
siehst du, kaum hast du 3 Monate mit einer bestimmten Tastatur
verbracht, dann sind deine Hände schon ganz anders geworden. Das ist ein
Faktor, den man nie vergessen darf.

(Das gleiche gilt für alle unsere sonstigen Vorurteile im Leben, die
zwar berechtigt sind, keineswegs aber objektivierbar und irgendwie nur
ein Ausdruck für Gewohnheit sind…)

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Ich habe das Gefühl, dass noch ein bisschen Entwicklungsarbeit möglich
ist.

Übrigens, was bedeutet "mœsi"?

Ulf




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