Hallo Dennis!
Am 13.02.2010 14:51, schrieb Dennis Heidsiek:
> So, dann will ich Dich mal ›entspannen‹ ;) … hier folgte der
> versprochene Testbericht. Um ihn mal in einen Satz zusammenzufassen:
> »Die Liste der Dinge, die gegen einen dauerhaften Linux-Umstieg
> sprechen, ist soeben um einen Punkt angewachsen« ;).
Ich will niemanden von einem sinnvollen Umstieg auf Linux abhalten. Ich es nur
denen, die diesen
Umstieg nicht machen, ihr triestes Windows-Leben etwas erträglicher machen :)
> Aber ich vermute einmal, dass Dir einen etwas ausführlicheren
> Testbericht wünscht, los geht’s: Ich bin wirklich ehrlich und vollauf
> begeistert, das ist eine tolle Ergänzung des Neo-Vars. Einmal für all’
> die Einsteiger, denen das in der Lernphase sehr helfen sollte (und das
> ist umso wertvoller, da das legendäre Neo-2-Realease jetzt wirklich
> unmittelbar bevorsteht), und andererseits natürlich für alle
> Custum.ahk-Bastler und jede-Woche-eine-neue-Belegung-Neo-3-Betatester.
> Wirklich ganz großes Kino, Mœsi!
Danke! Ich war auch erstaunt, wie performant die Umschaltung klappt, ich hatte
mit einer spürbaren
Verzögerung beim Aufbau gerechnet, aber so macht es eigentlich schon jetzt
richtig Spaß! :)
> Insbesondere bin ich davon beeindruckt, wie gut das ganze funktioniert.
Ich auch. Ich hatte ja seinerzeit, beim Umstieg auf neo-vars mit seinen
Variablen, schon eine
dynamische BST im Kopf, aber keine Zeit, die doch nicht wenigen Klippen zu
umschiffen. Insbesonders
das Aktivieren einer oder mehrerer Schriftarten, die unabhängig von den am
System installierten
funktionieren sollten, war eine echte Herausforderung. Die für die dynamische
BST erzeugte Datei
ebene0.png war ja bis etwa Mitte 2009 Teil des Repositorys, wurde dann aber
wegen Nicht-Benutzung
entfernt. Jetzt hab ich es endlich gebraucht und dabei neu hinzugefügt. :)
> Die Ebenen werden korrekt umgeschaltet, und auch der Caps- und Mod4-Lock
> werden korrekt dargestellt. Und Du hattest mich sowieso in dem Moment,
> in dem ich den lang-ſ-Modus eingeschaltet habe und ich bemerkte, dass
> auch da s, ſ und ß korrekt vertauscht in der Bildschirmtastatur
> angezeigt werden :). Ebenso begeistert bin ich, das mein persönlicher in
> der Custum.ahk definiter DH-Modus (»«„“” auf Ebene 1, ergonomisch
> angeordneter Mod4-Tastenblock, individuelle Belegung des
> Navigationsblockes) vollkommen umgesetzt wird (und ich mit Mod3+F8 auch
> zum Standard hin- und her wechseln kann, wobei sich die Belegung jedes
> Mal entsprechend ändert).
Das ist die Hauptmotivation für die neue BST gewesen. Ich konnte die alte
eigentlich nie richtig
verwenden, da ich ja fast seit Anbeginn mit meinem eigenen Layout unterwegs war
und sich die
Erzeugung individualisierter .png-Dateien nicht gelohnt hätte. Außerdem konnte
ich mir vorstellen,
dass die Lang-s-Fraktion und andere Individualisten so etwas ganz gut brauchen
könnten.
> Wirklich etwas verwirren konnte ich die neue
> BST eigentlich nur mit meinem toten ß, wobei er mir hier eine fast leere
> – das heißt, bis auf ſs anzeigt, aber das betrifft erstens nur mich und
> zweitens gefällt es mir sogar :).
Diesen Modus habe ich noch garnicht ausprobiert, muss ich noch nachholen und
fixen!
> Ebenso begeistert bin ich, dass es auch mit Compose und den Toten Tasten
> sehr gut klappt, das ist wirklich eine ganz neue Art, die interaktiv zu
> ›erforschen‹. Jetzt kann man endlich mal /sehend/ ausprobieren, wie man
> bspw. Mehrfachdiakritia (wie ṹ) eingeben kann … und das gleiche gilt für
> Compose, auch das kann man jetzt quasi interaktiv neu entdecken :). Auch
> hier ist es schön, das die selbst definierten Cokos funktionieren, ich
> habe das eben mindestens vaghmaH Mal mit den klingonischen Cokos
> ausprobiert :).
:) Ich war auch ganz erstaunt, wie intuitiv sich jetzt beispielsweise das tote
„TURN“ (M2+T2)
erforschen lässt. Allerdings musste ich erst die diversen Compose-Module
aktivieren und die
fehlenden Symbole in der dynamischen Compose-Erzeugung, die ich aktiviert habe,
aktualisieren.
> Kurzum, ich bin ein begeisterter Fan der Bildschirmtastatur 2.0 und
> plädiere sogar dafür, dass sie die ›statische‹ Version bald vollständig
> ersetzen sollte.
Es hängt sicher von der Performance des Rechners ab, auf dem man die neue BST
einsetzen will. Wenn’s
nur mehr flackert und man den Buchstaben beim Aufbauen zuschauen kann, muss man
sich spätestens
etwas überlegen. Mein Rechner von 2006 kommt jedenfalls klaglos zurecht.
> Allerdings habe ich auch ein ganz paar Kritikpunkte bzw. eher
> Feature-Requests ausmachen können, die da wären:
> • Am rechten Rand der BST steht viel weißer Platz über, der könnte
> restlos verschwinden.
Peanuts. :) Wir haben irgendwann zwischen der Erstellung der alten/neuen
ebene0.png und den
aktuellen ebenex.png-Dateien das Format geändert.
> • Interessant finde ich an dieser Stelle auch die drei abgeschnittenen
> M’s, die hinter der BST hervorlugen, ich habe mal ein Bildschirmfoto
> angehängt (auch, damit sich die Linux- und Apple-Nutzer mal einen
> Eindruck von der neuen BST machen können),
Nach Ansicht deines Bildes verwundert mich, dass die Buchstaben-Positionen bei
Dir offenbar nicht
die gleichen wie bei mir sind, auch der Font sieht bei Dir anders aus (noch
mehr Bold als bei mir).
Ich bin etwas verwirrt, da die von mir praktizierte Methode der Aktivierung des
individuellen Fonts
eigentlich bei uns beiden bzw. bei allen das gleiche Ergebnis liefern sollte.
Hast du schon mit der
Font-Auswahl gespielt?
Die M’s sind offenbar Rückstände der für alle Buchstaben-Positionen anfänglich
ausgegebenen
Zeichenkette „MM“, die für ausreichend Platz sorgen sollte. Durch die
angesprochene Diskrepanz bei
den Fonts schreibt er bei Dir über das ebene0.png-Bild hinaus, und dieser Teil
des Bildes wird
anschließend nicht mehr aufgefrischt. Vermutlich verschwinden diese Rückstände,
wenn du das Fenster
einmal über den Bildschirmrand hinaus und dann wieder zurück schiebst, um einen
vollständigen
Refresh auszulösen.
> • Ebenfalls sieht man an dem Bildschirmfoto (und ganz besonders an den
> Toten Tasten), dass alle Beschriftungen noch ein Stückchen nach links
> und ein minimales Tickchen nach oben verschoben werden könnten/sollten.
Wie gesagt, bei mir ist alles Okay, und ich kann mir den Unterschied zu Deinem
schlechteren Ergebnis
nicht erklären.
> Eine Unterstützung von ♫uu wäre zwar schön, aber wäre eine Unterstützung
> von Lern- und Einhand-Modus nicht sinnvoller – oder lässt sich das
> sowieso nicht umsetzen?
uu ist so generisch nicht möglich, da müsste man die entsprechende Funktion
erweitern oder noch
generischer schreiben. Der Einhandmodus ist ebenfalls über Spezialfunktionen
gelöst und müsste erst
genau überlegt werden. Warum der Lernmodus nicht geht, kann ich noch nicht
sagen.
> • Was die hängenden (also noch unvollständigen) Compose-Sequenzen
> angeht, so würde ich persönlich es nochmal als Verbesserung empfinden,
> wenn bei bei weiterverschachtelten Kombinationen statt dem '*' als
> Indikatorzeichen stattdessen die ›normale‹ Belegung (vielleicht in einer
> anderen Farbe?) angezeigt werden würde – sprich, wenn ich derzeitig
> ♫k2010=cha'SaD wa'maH eingebe, sehe ich fast die ganze Zeit nur Sterne,
> erst nach der 1 wird mir wieder etwas ›sinnvolles‹ ;) angezeigt.
Also du meinst, man könnte eine speziell gekennzeichnete Form der Ebene 1 bzw.
der aktiven Ebene
darstellen?
Ich möchte die Funktionsaufrufe innerhalb der Redraw-Funktion so einfach wie
möglich halten. Das
Verändern der Farbe oder der Schriftart, wie es für manche im Standard-Font
fehlende Zeichen schon
vorzusehen wäre, bedarf zusätzlicher Aufrufe, die die Performance drücken
könnten. Ich könnte es
aber durchaus schon mal andenken. Genausowenig erstrebenswert – aus Sicht der
Performance – ist die
Nutzung von Grafiken anstelle von Unicode-Zeichen (z.B. Grafiken für die
Mod-Tasten). Ich möchte am
liebsten alle Zustände durch Wechseln des Zeichen innerhalb des
Unicode-Zeichenvorrates darstellen.
> • Entpackungsort: Sollten die dejavu-fonts-ttf-2.30.zip,
> DejaVuSans-Bold.ttf und unzip.exe grundsätzlich nicht eher nach
> Neo2-TEMP als Neo2-AppData entpackt werden, damit AppData schön ›sauber‹
> bleibt?
Für dejavu-fonts-ttf-2.30.zip und unzip.exe gebe ich Dir Recht. der Font selbst
sollte aber nicht
Gefahr laufen, bei jedem Neustart potenziell neu heruntergeladen zu werden,
deshalb sollte er
irgendwo liegen, wo er nicht von einem System-Reinigungsprogramm gelöscht
werden kann.
> • Enpackungsgröße: Die dejavu-fonts-ttf-2.30.zip ist mit 4,36 MB doch
> ziemlich ›fett‹, vor allen Dingen da nur die DejaVuSans-Bold.ttf davon
> extrahiert und dann genutzt wird … die allein hätte gezippt nur noch
> 285 KB.
Naja, Sooo oft lädt man es sich ja nicht runter (außer man testet die
Download-Funktion :)) und
Bandbreite ist heute ja nicht mehr _das_ kritische Thema. Also selbst, wenn der
Download eine Minute
dauert, wird man anschließend ja mit einer entsprechend guten und vor allem
aktuellen
Darstellungsqualität belohnt. Auf meinem Heim-Rechner habe ich beispielsweise
im System eine dejavu
von 2007 installiert, der fehlen noch die meisten neuen Zeichen (beispielsweise
das Versal-Eszett).
Außerdem ist der Ersatz einer Schriftart, die unter permanenter Verwendung
steht – bei mir in der
Titelzeile und im Menü jedes Fensters – manuell ziemlich umständlich.
> • Dateigröße mittelfristig: Wenn wir erstmal die BST1 vollständig in
> Rente schicken, könnten wir die ebene{>0}.png’s kippen und würden so 171
> KB sparen. Und dann könnte man eigentlich doch auch eine
> DejaVuSans-Bold.ttf direkt in der exe mitliefern, oder?
Ich dachte, der automatische Download des kompletten Pakets ist vom Standpunkt
der Lizenzen her der
unproblematischste Ansatz. Wenn wir die Schriftart bei uns ins Repository
übernehmen und im .exe
ausliefern können und das kein Problem aus lizenzrechtlicher Sicht ist, soll’s
mir natürlich Recht sein.
> • Apropro: Es wäre super, wenn man die verwendete Schrift irgendwie
> anpassen kann. Ich habe eben versucht, einfach eine andere Schrift in
> DejaVuSans-Bold.ttf umzubennen, aber das hat er nicht akzeptiert …
> vielleicht eine optionale Einstellung in der NEO2.ini, mit der man einen
> bestimmten Systemfont für die BST festlegen kann (eventuell sogar mit
> einem ›Fallback‹ auf die DejaVu?). Der Gedanke einer gebrochenen BST ist
> einfach so verlockend, dass ich
… dass du … was? :) Du kannst die zu verwendende Schriftart in der Variable
»UniFontName« in der
Datei screenkeyboard_new.ahk festlegen.
Das Problem ist derzeit, dass ich die Buchstabenpositionen nur nach
„Pixelposition links oben“
angeben kann – ich müsste die Darstellungsfenster genau und fix und von dem
Font unabhängig auf die
Tastenkappen festlegen können, innerhalb der dann nicht nur horizontal, sondern
auch vertikal
zentriert wird. Auf die Schnelle hab ich das aber nicht hinbekommen, deshalb
die derzeitige
Verlegenheits-Übergangslösung.
> • Das gelegentliche ›Flackern‹ beim schnellen Schreiben stört mich
> weniger, wobei ich es interessant finde, dass die BST besonders stark
> und ›regelmäßig‹ flackert, wenn ich Mod3Rechts länger gedrückt lasse –
> bei allen anderen Modifier tritt dieses Phänomen hingegen nicht auf
> (könnte also auch an meiner Hardware liegen).
Ist mir auch schon aufgefallen, ich habe aber keine Erklärung dafür.
Jedenfalls müsste der Redraw noch soweit optimiert werden können, dass er nicht
ohne Compose bzw.
tote Tasten und Modifier anspringt.
> • Jetzt, da die BST dynamisch erzeugt wird: Wäre es dann (rein
> theoretisch gesehen) nicht eigentlich auch möglich, eine höhere
> Auflösung der ebene0.png dazuzupacken und die BST frei zoombar (also
> größer oder kleiner ziehbar zu machen)?
Keine Ahnung, wie man das machen könnte. Ich schreib’s mir einmal auf die
virtuelle Wunschliste. :)
> ICH BIN ECHT BEGEISTERT :)
Danke, danke, Dein Lob ist mir viel wert!
– Mœsi