> Einen Buchstaben (ẞ), der von einem Buchstaben (ß) abgeleitet wurde, der
> aus einer Ligatur des langen s „ſ“ (also entweder ſs oder ſʒ) entstanden
> und somit quasi ein ſ-Enkel ist, muss man einfach lieb haben –
> vollkommen egal wie merkwürdig sich dieser Satz für die Schweizer auch
> anfühlen mag ;).

Vor allem – und das ist das Wichtigste! – ist es eine vollkommene 
Neuschöpfung, die keinerlei Wurzel in Geschichte oder Tradition hat. Eine 
derartige Ligatur ist in den ganzen Hunderten von Jahren nie aufgetreten. 
Deutschland kann sich rühmen, über 2000 Jahre nach Erfindung des Lateinischen 
Alphabets einen Buchstaben neu erfunden zu haben, der wie zwei S'en 
geschrieben wird aber wie nur eins ausgesprochen wird, und keinerlei Funktion 
hat, völlig entbehrlich (man sieht, unser Nachbarland, das die gleiche 
Sprache spricht, kommt ohne aus) und vornehmlich dazu dient, die Gelehrten 
(die wissen, wann das Ding benutzt wird) vom Pöbel zu unterscheiden. Ich 
hoffe, dass man demnächst auch ein bisschen an der deutschen Grammatik 
arbeitet, und einige der fehlenden Verbformen ergänzt, wie etwa Futurum 
Exactum oder Historisches Perfekt. Der Hinweis, dass es so etwas noch nie 
gegeben hat, ist ja, wie wir gesehen haben, völlig irrelevant. Hauptsache, 
die Sprache wird schwieriger. Wie sollen wir Intellektuellen sonst unsere 
Status erhalten? (Besser wäre natürlich zu Latein zurückzukehren, aber das 
wird ja von den überall auftauchenden Anglicismen erschwert).

Ulf

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