Daniel Horz wrote:
Am 01.08.2011 01:41, schrieb Michael Gattinger:
_*##### I) Diskussion zum generellen vorgehen | Interviewpartner #####*_
a) Lassen wir uns alle Interviewfragen zuvor geben und legen wir
Antworten bereit?
Finde ich immer doof, wenn ich ein Interview lese, bei dem das
offensichtlich so war. Wobei Neo eher kein kontroverses Thema ist und
ich jetzt nicht mit kritischen politischen Fragen rechne ;)
Man kann sich ja die grobe Richtung geben lassen, aber sich nicht
weigern, spontane Zusatz/Nachfragen zu beantworten.
b) Wer traut sich zu einem Interview?
Ich nicht. Dafür bin ich einfach noch zu frisch. Bzw. ich würde das
machen, ist aber wahrscheinlich nicht das Sinnvollste.
Ich würde es gerne machen – bin allerdings eher, ich glaube, jemand hier
nannte es mal so, zu den Dinosauriern zu zählen. Vorteil ist, dass ich
mich noch an die Anfänge erinnere; außerdem habe ich inzwischen schon
bei einigen Vorträgen/Vorlesungen über Neo erzählt und mehrere Leute
überzeugen können – vielleicht klappt das auch per Radio ;)
c) Wer kann das dann so rüberbringen, sodass es nicht vorgelesen /
auswendiggelernt wirkt?
Ganz einfach: nicht vorlesen. Stichpunkte reichen ja, um sich zu
erinnern, was man sagen wollte – die Formulierungen sollte man dann aber
nicht vorher auswendig lernen ;)
Ich finde es immer schrecklich, auswendig gelernten Vorträgen zuzuhören.
Aber ich denke, es soll eher ein Gespräch werden denn ein Monolog, von
daher dürfte das nicht allzu schlimm werden.
d) Kann das einer machen oder brauchen wir aufgrund der verschiedenen
Themengebiete mehrere Personen?
Gute Frage. Ich denke, das hängt davon ab, wer das letztendlich macht
und von welchen Bereichen der/diejenige(n) Ahnung hat und von welchen
nicht. Vielleicht findet sich ja ein „Allrounder“.
Ich denke, es sollte einer machen, und wir sollten vorher hier
Informationen abgleichen. Sollte ich es z.B. machen, müsste mich jemand
über den aktuellsten Stand briefen, falls es ein Frischling macht,
könnte ich etwas zur Geschichte beitragen.
e) Wie bekommen wir die alle unter einen Hut?
Die Themengebiete oder die Personen? Wenn’s um die Themen geht, hängt
das wohl stark von der Antwort auf a) ab. Die Fragen vorher zu haben
(und u. U. noch welche auf die Liste setzen zu können) ist da natürlich
praktisch.
Wenn Du die Personen meinst: vorher halt mal treffen, auf ein Bierchen
oder im Mumble/IRC und sich kurz absprechen.
Oder ein kleines Dokument, meinetwegen online, erstellen. Da gibt es
reichlich Möglichkeiten.
_*##### II) Diskussion zur Fragenbeantwortung #####*_
1) _*Entstehungsgeschichte von Neo:*_ Wer kann von ganz früher
berichten? Was gibt es zu berichten?
Ich könnte ab dem Ende von Neo 1.0 erzählen. Da gibt es allerdings nicht
allzu viel. 1.0 wurde erstellt, um ein ergonomisches Layout zu bieten,
ab 1.1 kamen schon ein paar Sonderzeichen dazu, und dann ging es schon
heftig Richtung 2.0 mit mehreren Ebenen. Das wurde dann tausendmal
diskutiert, bis man sich auf Anzahl der Ebenen und vor allem dem
Erreichen selbiger geeinigt hatte.
2) _*Konzept:*_ Was ist das Konzept hinter Neo 2? Was ist das Konzept
hinter Neo 3?
Sollte auf jeden Fall rein. Arne/Michael haben das ja schon anklingen
lassen.
3) _*Vorteile:*_ Was sind die wichtigsten Vorteile? (Schneller
schreiben, Fehlerfreier schreiben, weniger Ermüdung, mehr Zeichen, mehr
Wörter alleine mit der Grundlinie) Vorteile in max. 5-10 Sätzen.
Ebene 3&4! Die fallen natürlich auch unter „weniger Ermüdung“ und „mehr
Zeichen“, sind aber subjektiv einfach toll und alleine schon ein Grund,
Neo zu benutzen. Für Naturwissenschaftler sind die Ebenen 5&6 natürlich
auch toll. Aber das fällt dann komplett unter „mehr Zeichen“.
Nicht nur, da die zusätzlichen Zeichen unter LaTeX z.B. eine ganz neue
Möglichkeit der Eingabe ermöglichen. Also ∫ statt \int. Ist nicht „mehr
Zeichen“, da das ∫ auch schon vorher erzeugt werden konnte, jetzt aber
eben im Quellcode und mit OpenType-Schriften.
Ob man mit Neo schneller und/oder fehlerfreier schreibt ist eine gute
Frage, das würde mich auch mal interessieren. Ich habe halt keine
Vergleichswerte bei mir selbst, da ich erst mit Neo2 touch typing
gelernt habe.
Das ist die alte Frage bei Tastaturlayouts, die meiner Ansicht nach
nicht ohne immensen Aufwand geklärt werden kann. Man bräuchte hier für
eine gute Untersuchung recht große Testgruppen, die keine Erfahrung
haben, und bringt einer QWERTZ, der anderen Neo bei. Nach einigen Jahren
(!) müsste man dann beide vergleichen, wobei der Vergleich wiederum vom
Korpus abhängt …
4) _*Realisierbarkeit:*_ In meinen Augen realisierbar, da Integration in
gängige Betriebssysteme besteht und Tastaturhersteller rein theoretisch
die Tasten ja drucken könnten. Was gibt es dazu zu sagen?
Das teilt sich ja im Grunde in zwei Fragestellungen:
1) Software/Treiber
Ist realisiert. Also realisierbar. Die einzigen halbwegs angeschmierten
sind die Windoof-Benutzer, die den Treiber erst installieren müssen.
2) Hardware
Da glaube ich ja nicht, daß es mal fertige Lösungen für den Massenmarkt
geben wird. Muss es aber ja auch nicht, schließlich läßt sich Neo auf
jedem EU-Keyboard mit 105 Tasten benutzen. Auf die Beschriftung achtet
man beim Schreiben halt eh nicht (Rest siehe Shortcut-Diskussion ;P).
Die momentane technische Entwicklung geht ja dank Tablets und Handys
Richtung Bildschirmtastatur. D.h. vollkommen unabhängig von der
Hardware, solange die Hersteller einen hook in der Software zulassen.
Für wirkliche Hardware ist es beim Blindschreiben in der Tat unerheblich.
Maximal ein fehlender N-Key-Rollover macht bei manchen Zeichen auf Ebene
5 und 6 Probleme, das dürfte aber realistisch gesehen nur für wenige
Leute wirklich ein Problem sein. Nicht jeder teXt Mathematik. Ansonsten
muss man halt mal 5 € mehr für seine Tastatur auf den Tisch legen.
5) _*Qwertz durch Neo ablösen:*_ Faulheit des Menschen? Wir stehen m.M.n
vor dem Problem, dass der Mensch Änderungsresistent ist: Was er einmal
kennt und kann möchte er nicht ändern, da es mit Aufwand verbunden ist.
Das ist m.M.n das größte Problem bei der Ablösung durch Neo. Was denkt
ihr zu dem Thema?
Ich denke ja, das Problem beginnt schon einen Schritt vorher. Der
Ottonermalbenutzer will einfach nur Buchstaben in seinen PC bekommen und
macht sich gar nicht erst Gedanken, daß man das auch besser machen kann.
Fehlende Unicodezeichen und korrekte Typografie dürften ihn noch weniger
interessieren.
Ich denke, am Anfang steht Unwissen. Dem Normalnutzer ist es zwar egal,
aber ihm ist vor allem nicht bewusst, dass man da was ändern kann. Der
Normalnutzer /nutzt/ seinen Rechner, ohne ihn zu konfigurieren, wie ein
Werkzeug. Die oben angesprochene Entwicklung Richtung Tablet/Handy geht
noch weiter in der Richtung, indem sie den Nutzer weiter entmündigt,
siehe Apple.
Ein entscheidendes Problem beim Ablösen ist die Portierbarkeit. Denn das
häufigste Argument, das ich gegen Neo höre, ist „und was machst du, wenn
du an 'nem anderen Rechner bist?“. Naja, mich drüber aufegen, dass meine
Finger nach 5min wehtun. Da fehlt die Integration in die Systeme – Linux
ist da natürlich ein toller Vorreiter.
6) _*Um- und Neulernen:*_ Meiner Information nach berichten ehemalige
qwertz-Tipper, dass sie problemlos umlernen können und im Kopf innerhalb
von einer Minute umschalten können. Das Um- und Neulernen ansich sollte
m.M.n einfacher sein als qwertz zu lernen, da mehr Wörter direkt auf der
Grundlinie geschrieben werden können als bei Qwertz.
Zum Umlernen kann ich wieder nicht viel sagen, s. o. Das Neulernen von
Neo + touch typing ging aber recht fix, wenn man sich einmal dazu
gezwungen hat, die Tastenbeschriftung zu ignorieren.
So gesehen ist es wahrscheinlich sogar besser, ein Layout zu lernen, das
nicht auf die Tasten gedruckt ist.
Blind lernen ist immer besser. Das Umlernen geht recht schnell, wenn man
sich die Zeit dazu nimmt. Man kann nur schlecht umlernen, wenn man
ständig wichtige Sachen zu schreiben hat, sondern muss es z.B. in den
Semseterferien machen.
7) _*Mögliche weitere Fragen:*_ Welche weitere Fragen gibt es, die wir
ihm vorschlagen können, weil wir Informationen zu diesem Thema geben
möchten?
Man könnte dem Journalisten ja mal vorschlagen, von jetzt bis zum
Interview einfach mal Neo anzutesten. Würde mich interessieren, was er
als Umsteiger nach einem Monat dann dazu zu erzählen hat :)
Dem Interviewer Fragen vorschlagen? Finde ich lustig ☺
Ich denke eher, dass sich weitere Informationen aus dem Gespräch ergeben
müssen. Da zeigt sich natürlich der Profi, der eine Interviewfrage
beantworten kann, dennoch aber Informationen rüberbringt, nach denen
nicht gefragt wurde …
Ein wichtiger Punkt, bei dem ich wohl versagen würde, ist aber:
Vermeiden, dass wir als Freak-Verein rüberkommen. Auch wenn die
Entwicklerliste sicher voll von geeks/nerds/freaks ist, muss klar
werden, dass Neo auch für den Normalnutzer Vorteile bringt. Es darf
nicht wie space cadett ausarten …
Gruſs
Arno