Hallo zusammen,

das Problem ist, dass die Klassifizierung Wanderweg, Bergpfad und Kletterzugang 
nur sehr wenig über die technische/konditionelle Schwierigkeiten des Weges 
aussagen. Dass ein Wanderweg weniger gefährlich ist, als ein Kletterzugang kann 
generell nicht gesagt werden. Wer vom Krinitzgrab zur Richtergrotte wandert und 
danach auf dem Kletterzugang in die Weberschlüchte unterwegs ist, wird sicher 
zu der Einschätzung kommen, der Wanderweg vom Krinitzgrab zur Richtergrotte war 
schwerer und erforderte mehr Konzentration und Körperbeherrschung als der 
nachfolgende Kletterzugang in die Weberschlüchte.
Die Klassifizierung hat mehr die Aufgabe, die Verantwortungfür die 
Wegesicherungpflicht festzulegen und nicht den Schwierigkeitsgrad des Weges. Es 
gibt Wanderwege, von denen würde ich jemanden, der zum ersten Mal im Sandstein 
ist, womöglich noch mit Kindern, abraten (z.B. Wilde Hölle oder Aufstieg 
Sachsenstein im Bielatal). Wenn man schon Wege im Sandstein nach Schwerigkeit 
klassifizieren will, dann muss man es für alle Wege tun und eine einheitliche 
Bewertung für alle ansetzen. Nur damit ist einem Ortsfremden geholfen, die 
Schwierigkeit der Wege einzuschätzen.

Ich habe versucht, auf meiner Webseite (www.webergrotte.de) die Stiegen 
(Besuchenswertes -> Stiegen) mit einer Bewertung der Schwierigkeit 
(sportlich/technisch) zu versehen, was sich im Nachhinein als gar nicht so 
einfach herausstellt, da Mitwanderer zu anderen Einschätzungen kamen. Deshalb 
sind bei mir Bilder zu jeder Stiege, anhand der ein Wanderer wesentlich besser 
einschätzen kann, schaffe ich oder eben nicht, als an irgendeiner Zahl.

Außerdem bin ich der Meinung, dass eine Übernahme von Klassifizierungen aus dem 
Hochgebirgsbereich für die Sächsische Schweiz keine gute Idee ist, da sich 
Hochgebirge und Sächsische Schweiz grundlegend unterscheiden. Die Kletterer 
wenden für den Sandstein auch eine völlig eigene Schwierigkeitsskala an und das 
aus gutem Grund. Es müsste für die Sächsische Schweiz eine völlig eigene 
Schwierigkeits-Klassifizierung geben, die die Wander-Apps zum Schluss auch 
auswerten. Anderenfalls ist die ganze Arbeit zwar schön gemacht, nutzt aber 
niemanden. Selbst komoot routet, wenn an der Richtergrotte und als nächsten 
Punkt die Webergrotte angibt, über den Kletterzugang und nicht erst runter bis 
in den Zschand, dann ein kleines Stück Zschand und schließlich die kompletten 
Weberschlüchte hinter bis zur Grotte, obwohl der Kletterzugang eindeutig mit 
path:climbing_access getaggt ist. Komoot wertet nicht einmal diesen Tag aus und 
wird sich für einen Schwierigkeitstag noch weniger interessieren. Komoot würde 
das Routing nur ändern, wenn der Kletterzugang, wie die gesperrten Wege, nicht 
gerendert wird.

Ich halte sehr wenig davon, mittels Tags Renderer zu veranlassen, etwas nicht 
darzustellen, was in der Natur aber vorhanden ist und gesehen werden kann. Wenn 
Apps etwas nicht darstellen, was ich aber sehe, würde ich als Ortsfremder immer 
skeptisch gegenüber der App werden. Ist die App fehlerhaft? Ist die 
Datengrundlage unvollständig? Letztendlich beginnt der Nutzer nach Apps zu 
suchen, die eine vollständige Abbildung der Realität in der Natur auf der 
digitalen Karte bieten und wird die auch finden (z.B. LocusMap).

Für mich gibt es zwei Möglichkeiten, auf die Gefährlichkeit wird in der Natur 
vor Ort am letzten Punkt, an dem man noch umkehren kann hingewiesen oder es 
gibt in OSM ein Kartenzeichen, was einen Weg oder Abschnitte davon, als 
gefährlich einteilt, von  mir aus auch in zwei, drei Unterteilungen (z.B. 
Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich, enge Stelle, nichts für 
Menschen mit Platzangst) und das von Wander-Apps auch ausgewertet wird. Oder 
gibt es das schon eine Lösung?

Viele Grüße vom Webmaster der Webergrotte
Dietmar


  
> On 12/01/2026 12:54 CET Ingolf Birkigt via Dresden 
> <[email protected]> wrote:
> 
> 
> Hallo zusammen,
>  
>  Es geht nicht darum, die Kletterzustiege zu löschen !
>  Es ist gut, daß die in der OSM eingetragen sind 
>  und - ganz nebenbei - ich bin selbst auch häufig dort unterwegs.
>  
>  Es geht hier darum, diese Zustiegswege nicht mit einer Relation 
> "route=hiking" und OSMC:Symbolpurple:white:black_pointer
>  als Wanderweg zu markieren, was dann auf allen Wander-Apps als normaler 
> markierter Wanderweg erscheint.
>  Ein Wanderweg ist ein gesicherter ausgewiesener Weg für "normal"-Touristen, 
> die nicht alle perfekt als Bergsteiger ausgerüstet sind. 
>  
> Das "schwarze Dreieck" ist keine Wanderweg-Markierung in dem Sinne sondern 
> zeigt nur an,
>  daß diese Zustiegswege offiziell benutzt werden dürfen (und natürlich nicht 
> nur durch Kletterer).
>  
>  Es darf jedoch keinesfalls so sein, daß hier Touristen, die eben einmal 
> einen anderen markierten
>  Wanderweg gehen wollen, ein ausgebauter, gesicherter Weg vorgegaukelt wird.
>  Auf den üblichen Apps (Mapy.com ...) ist dann kein Unterschied mehr 
> erkennbar.
>  
> Solche Wege wie z.B. der obere Terrassenweg, Rübezahlstiege, Rahmhanke usw. 
> sind Kletterzustiege 
>  und nur mit entsprechender Trittsicherheit zu begehen. Schön, daß man das 
> kann.
>  Aber sollen sich z.B. Familien mit Kindern, die mit dem Handy navigieren 
> dann einen gesicherten,
>  mit schwarzem Dreieck markierten Wanderweg erwarten dort zu Tode stürzen ?
>  
>  Diese Wege müssen entsprechend gekennzeichnet sein.
>  Hier müssen wir uns etwas einfallen lassen, siehe z.B.
>  https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Key:sac_scale
>  
>  
>  Ingolf
>  
>  =============================================================
>  
>  
> 
> 
> Am 12.01.26 um 10:55 schrieb Dietmar Schubert via Dresden:
> 
> > Hallo zusammen,
> > sorry, wenn ich mich hier einmische; meine Mailadresse steht im Verteiler, 
> > weil ich vor Jahren zum DD-OSM-Stammtisch gekommen bin.
> > Laut gültiger Nationalparkverordnung und gültigem Wegekonzept aus dem Jahr 
> > 2001 sind in der Kernzone des Nationalparks alle markierten Wege von 
> > jedermann und unabhängig vom Ziel des Begehens betretbar.
> > Die Einführung des Typs "Bergpfad" (z.B. Weberschlüchte, Goldsteig, Zugang 
> > Luchsstein usw.) mit grünen Dreieck und Kletterzugang mit schwarzem Dreieck 
> > war notewndig, weil diese Wege vorher nicht markiert waren, aber schon vor 
> > Nationalparkgründung bestanden und weiter genutzt werden sollten.
> > 
> > Es ist weder eine Ordnungswidrigkeit oder strafbar ohne Kletterabsicht auf 
> > Kletterzugängen unterwegs zu sein. Zu entscheiden, ob es Sinn macht, als 
> > Wanderer bis zu einem Kletterfelsen zu laufen und dann wieder umzukehren, 
> > ist nicht Aufgabe von OSM oder irgendwelchen Karten- oder 
> > Wander-Routingdiensten. Davon abgesehen, gibt es Kletterzugänge mit denen 
> > sich sinnvolle, anspruchsvolle Wanderungen realisieren lassen (z.B. 
> > Richtergrotte, Jortanshorn, Jortan, Weberschlüchte). Ich halte die beiden 
> > Relationen Kletterzugänge Kleiner bzw. Großer Zschand in OSM für sehr 
> > sinnvoll, da damit Wege, die einer bestimmten Kategorie zu zuordnen sind, 
> > in ihrer Gesamtheit sichtbar sind. Ich bin der Meinung, dass Informationen 
> > zu Wegen deren Begehen von jedermann und unabhängig vom Zweck offiziell 
> > nicht verboten ist, auch in OSM ohne Einschränkung darzustellen ist und 
> > anderen Anwendungen ohne Einschränkung zu Verfügung zu stellen ist.
> > 
> > Viele Grüße vom Webmaster der Webergrotte
> > Dietmar
> > 
> > 
> > > On 12/01/2026 07:38 CET Alexander Heinlein via Dresden 
> > > <[email protected]> wrote:
> > > 
> > >  
> > > Am 12. Januar 2026 05:52:19 MEZ schrieb Christian Pietzsch via Dresden 
> > > <[email protected]>:
> > > 
> > > > Hallo Alex,
> > > > 
> > > > route=climbing ist leider genauso unpassend. Diese sind die 
> > > > eigentlichen Kletterrouten, also der Teil wo man senkrecht an der 
> > > > Felswand hängt.
> > > > https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Tag:climbing%3Droute
> > > > Bei den angesprochen wegen geht es aber um die Zustiege zu DEB 
> > > > eigentlichen Klettergimpfeln
> > > > 
> > > OK, dann passt das natürlich nicht und erklärt gleichzeitig, warum dieses 
> > > Tag bisher kaum in Verwendung ist. Die meisten Kletterrouten verlaufen ja 
> > > hauptsächlich vertikal und müssen daher nicht als Route eingetragen 
> > > werden.
> > > 
> > > Dann ist es am sinnvollsten, diese Relationen einfach zu löschen.
> > > 
> > > Grüße
> > > Alex
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