Hallo.

Am 2011-04-21 12:08 schrieb RA Stehmann:
> Ok, die können wir jetzt erst einmal ein bisken zur Verantwortung
> rufen. so von wegen Mündigkeit im digitalen Zeitalter usw.. Antwort:
> Ich will aber meinen Computer nur konfortabel bedienen können und ein
> bisken nett aussehen soll er auch und genau das liefert mir Firma
> XYZ. Mehr will ich gar nicht. Gegenrede: Aber Du hast zu verstehen
> wollen, was in Deinem Computer abgeht, weil ... . Antwort: Kann oder
> will ich aber nicht - ich will arbeiten!
> 
> Sind diese manchmal etwas bockigen Leute nicht das Publikum für Freie
> Software?

Das ist aus der Perspektive der betreffenden Leute eine valide
Einstellung und daran kann und sollte man auch nicht rütteln.


Ob oder wie ich bei solchen Leute weiter diskutiere, hängt stark davon
ab, mit wem man das Vergnügen hat. Bei allem was im weitesten Sinne eine
Obrigkeit ist, kommt dieser Einstellung nämlich der Grundsatz unseres
freien Landes in die Quere: Man darf prinzipiell tun was man will, außer
es würde die Freiheit eines Anderen beschränken.

Und alle die durch ein Vendor-Lock-In Dateien in unlesbaren Formaten
speichern und an andere Leute verteilen und von denen verlangen diese zu
lesen (oder gar selbst solche zu erstellen) schränken die Freiheit des
Gegenüber (oder eines Amtsnachfolgers) stark ein. 

Wer privat mit welchen Programmen arbeitet ist daher eigentlich egal,
da er selbst jedes Mal aufs Neue zu entscheiden hat mit wem er welche
Art Daten austauschen kann und will. Und wenn ein Austausch nicht
klappt, dann ist nicht klar, wer "Schuld" hat.

Geschäftlich oder gar amtlich sieht es da völlig anders aus. Da kann
ein unausgesprochenes Diktat "von oben" dazu führen, dass der
Untergebene gar keine andere Wahl hat als ein bestimmtes Produkt zu
kaufen und zu nutzen, mit dem er vielleicht manche Teile seiner Arbeit
nicht mehr so effizient machen kann. Vor allem aber: Ihm wird die
Freiheit genommen, selbst zu entscheiden, völlig egal aus welchem Grund.
Und diesen Umstand gilt es zu betonen. Erfahrungsgemäß ist dies den
betreffenden Leuten nämlich meistens gar nicht klar.

Gruß,
Bernd


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