Torsten Grote schrieb:
...
> Denn ich habe auch den Eindruck, dass Vielen gar nicht klar ist, was
> Mac eigentlich (politisch) bedeutet. Die Verbreitung der Dinger
> steigt auch - gerade in netzpolitischen Kreisen - rasant an.
Dazu passt auch diese Meldung, dass die iPhone-und-iPad unbemerkt und offenbar
unabstellbar eine Datei mit den laufend gespeicherten GPS-Koordinaten des
Gerätes anlegen:
http://www.20min.ch/digital/dossier/apple/story/iPhone-und-iPad-ueberwachen-Besitzer-23075089
Während ich dies schreibe, kommt die Meldung auch in den Schweizer
Radionachrichten!
Ich war früher begeisterter Mac-User, da die Macs enorm viel brauchbarer waren
als die PCs mit DOS damals, und später auch als die diversen Windows-Versionen.
Sie waren u.a. gerade besser wegen der strikten Kontrolle von Apple über SW
*und* HW. Die Macs und die meiste SW dafür waren auch von Laien leicht zu
bedienen. Die Konsequenzen dieser Unfreiheit merkte ich bald:
1) Apple änderte oft die Schnittstellen und veranlasste somit zum Kauf von immer
anderer HW. So z.B. von Apple Desktop Bus nach USB, von SCSI zu IDE. Aus
heutiger Sicht OK, damals nervte es mich. Auch der Wechsel vom eigenen System
zum Unix-Unterbau war eine Zäsur. Allerdings eine notwendige; das alte System
war oft extrem unstabil, schlimmer als Windows.
2) Die HW war schlechter als ihr Ruf und Reparaturen, die bei einem "IBM"-PC
trivial wären, z.B. Austausch eines defekten Netzteils, dauerten ewig, da die
Händler nicht selber reparieren konnten oder durften.
3) Als Voreiter von diverser innovativer SW wie Hypercard und Filemaker und
Formaten wie Quicktime, hat Apple diese Sachen entweder aufgegeben oder im
Gegenteil auch dann gepusht, als freiere Alternativen vorhanden waren, und
boykottiert z.B. bis heute die Ogg-Familie.
Solange der Marktanteil von Apple nicht allzu gross war, waren diese Dinge keine
grosse Bedrohung, aber heute sieht das anders aus.
Viele Grüsse, Theo Schmidt
PS Übrigens lief mal (glaube ich in Arte) ein Film über Bill Gates und Steve
Jobs. Leider fehlte Linus Torvalds und/oder Richard Stallman als den dritten
Pol. Der Film zeigte, wie die Persönlichkeiten der zwei Männer sich auf ihre
Produkte übertrug. Gates wurde als netter Kerl (der sich ja zu einem
Philantropen entwickelt hat, auch wenn sein Engagement vielleicht teilweise
kontraproduktiv ist) dargestellt, aber auch knallharten und schlitzohrigen
Geschäftsmann mit einem eigentlichen Hass auf die Kultur von "Gratis-Software".
Jobs wurde als eher unangenehme Person dargestellt, der nur für seine Produkte
und deren Design lebte, aber seine Mitarbeiter und seine Partnerin eher schlecht
behandelte. (Es gibt übrigens einen Spielfilm, wo der Bösewicht wirklich auf
Jobs modelliert ist.) In einer Schlüsselstelle des Films beklagte er sich bei
Gates darüber, dass die (damalig) viel besseren Apple-Produkte sich schlechter
verkauften als die schlechteren Microsoft-Produkten. Gates erwiderte so etwa:
"Steve, hast du es noch nicht kapiert, das [die Qualität] spielt doch überhaupt
keine Rolle!" Jetzt hat er es offenbar kapiert, leider. Defective bei Design,
und die Kunden freut's.
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