Hallo Norman,

klasse, das Tagesschau-Beispiel ist genau das, was ich gesucht habe!

Eine große, anerkannte Organisation, die ihre App über einen sicheren Kanal bereitstellt, der nicht von den Datenkraken-Unternehmen kontrolliert wird.

> in einem eigenen F-Droid artigen App-Store

so würde ich das nicht nennen, sondern einfach "über eine eigenes F-Droid-Repository". Ich habe diese URL eben in F-Droid unter Settings -> Repositories eingebunden und konnte damit erstmals bei mir die Tagesschau-App installieren und ausprobieren. Es ist genau so wie F-Droid gedacht ist, nämlich, dass man Quellen von unterschiedlichen Anbietern einbinden kann. Was die Anbieter einstellen, ist deren Sache (frei oder proprietär). Ich als Nutzer muss aber nur diesem App-Anbieter (der Tagesschau) vertrauen und nicht auch noch Google & Co.

Schöner wäre es natürlich frei, aber das hier ist schon mal ein Riesenschritt auf dem Weg zu einer dezentralen Distribution von Apps.

Viele Grüße

Gregor


On 12.01.2019 16:54, N. Schwirz wrote:
Hallo Gregor,

ja diese Thematik beunruhigt mich auch. Unternehmen und Institutionen,
die auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen sind und leider immer mal
wieder eher fragwürdige Onlinedienste/ Apps anbieten. Ich denk mir dann
meist meinen Teil und schaue mich nach anderen Unternehmen um, die meine
Wünsche (z.B. Wahrung meiner Freiheit und meines Rechtes auf
Privatsphäre) ernst nehmen.

Ein lobenswertes Beispiel ist, meiner Meinung nach, die Bereitstellung
der Tagesschau-Nachrichten-App [1] zusätzlich zu Googles App-Store in
einem eigenen F-Droid artigen App-Store. Allerdings habe ich sie nicht
ausprobiert und einen Link zum Quellcode habe ich auch nicht gefunden.


[1]: https://www.tagesschau.de/app/

Viele Grüße
Norman



On 1/12/19 8:08 AM, GregorM64 wrote:
Hallo Liste,

zum Thema Freie Smartphone-Apps habe ich eine Frage, die in eine
ähnliche Richtung geht:

Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht wie kann man es erreichen,
dass Unternehmen wie Banken, öffentliche Personenverkehr (insbesondere
Bahn) und Krankenkassen, deren Einkünfte nicht aus dem Verkauf von
Software bezogen wird. Deren mobile Apps sind in der Regel kostenlos
(ich kenne kein Gegenbeispiel) und werden als Vertriebskanal genutzt.
Die Distributionskanal ist aber immer der "offizielle" Store der
jeweiligen Plattform (also Google, Apple und Microsoft), so dass man
sich als Nutzer dort ein Konto anlegen muss, um die App zu nutzen.

Gibt es schon Diskussionen oder Artikel dazu, die man in der
Kommunikation mit Entscheidern dieser Unternehmenskategorie verwenden
kann? Gibt es möglicherweise schon prominente Beispiele?

Danke & Grüße

Gregor


On 21.12.2018 13:02, Kristian Rink wrote:
Hallo *;

nachdem ich die Diskussion häufiger führe, Frage hier in die Runde:
Beschäftigt sich akut jemand mit Finanzierungsmodellen für die
Entwicklung von Apps (vorrangig Android), die "professionell" (mit
Designern, Testern, Entwicklern, ...) entwickelt werden, aber trotzdem
Freie Software sein sollen?

Ich erlebe dort momentan ein unschönes Dilemma: Wir legen in der
Kommunikation oft Wert darauf, dass bei Freier Software "libre"
wichtiger als "gratis" ist. In der Konsequenz läuft das aber leider
nahezu immer darauf hinaus, daß aus "libre" in der Praxis "gratis"
folgt, weil es (konkret im App-Umfeld) faktisch keinen Marktplatz
gibt, auf dem man "Freie Apps" verkaufen kann - selbst Ansätze wie
f-droid erlauben bestenfalls Spenden. Für Desktop-Systeme, wie etwa
gängige GNU/Linux-Distributionen, sieht das ähnlich aus.

Konsequenz: Viele Entwickler, die davon leben müssen (und gerade auch
solche, die Apps entwickeln, die tatsächlich "standalone" ohne
Netzwerkdienste funktionieren, und die teilweise auch einen hohen
Aufwand außerhalb reiner Entwicklung haben - etwa Spiele),
veröffentlichen Apps nicht als Freie Software, weil die Möglichkeit
fehlt, die Entwicklung irgendwie zu refinanzieren.

Wie antwortet Ihr in solchen Diskussionen? Wie bekommt man Software
hin, die "libre" ist, ohne zwingend "gratis" sein zu müssen? Wie kann
Entwickler mit Freier Software notfalls Rechnungen bezahlen, ohne
Nutzer in proprietäre Lizenzmodelle zu zwingen?

Danke für Inspirationen und viele Grüße,
Kristian


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