Hallo,

Ein interessantes Interview und ich habe großen Respekt davor, so ein umfangreiches Projekt wie Zettlr in einer Nebentätigkeit zu entwickeln!

Ein paar Aussagen verstehe ich nicht so ganz oder handelt es sich nur um Ungenauigkeiten?

"Ich halte es nicht für sinnvoll, dass Softwareentwickler Geld für ihre Software verlangen." "Wofür man Geld verlangen können sollte ist alles was mit Support zu tun hat."

Also auch mit der Entwicklung von Open-Source Software kann man Geld verdienen, wenn man quasi im Auftrag eines Kunden / einer Kundin eine Software entwickelt oder weiterentwickelt, das Ergebnis dann aber als freie Software jedem zur Verfügung stellt. In dem Online-Gastvortrag zu Freier Software mit Prof. Dr. Peter Gerwinski (HS Bochum) im November letzten Jahres, der auf der FSFE Mailingliste angekündigt wurde, wurde das auch so besprochen und Prof. Gerwinski hat von seinen Erfahrungen berichtet, als er das so gehandhabt hat. Interessant ist dann aber schon, dass der/die nächste das Produkt quasi umsonst erhält.

"Zum Glück ist das auch die Tendenz zur Zeit wenn man sich die großen Firmen anschaut die viele Programme kostenfrei zur Verfügung stellen."

Aus Entwicklersicht ist das doch der 2. Weg, wie man von freier Software leben kann, also dein Arbeitgeber erlaubt es dir / besteht darauf / hat nichts dagegen, dass die Software unter einer freier Lizenz veröffentlicht wird.

"Wenn ich mit so etwas wie Zettlr mal Geld verdienen sollte würde ich es wohl irgendwie anders aufbauen. Und sei es basierend auf Forschungsgeldern."

Guter Punkt.

"Sofwareentwicklung ist ganz gut um sich so eine Dissertation zu finanzieren, aber längerfristig möchte ich da nicht voll einsteigen. Da bin ich dann doch zu sehr der Opensource-Entwickler."

Also da ja viele Wege in dem Interview genannt wurden, mit Open-Source seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, kann es sich hier nur um eine Ungenauigkeit handeln meiner Meinung nach.

"
*FW: *Nutzt du auch selbst überwiegend freie Software in deinem Arbeitsalltag? *H:* Ausschließlich. Von meinem Betriebssystem MacOS, und Avid Protools abgesehen nutze ich nur Opensource-Programme zur Zeit.
"

Da musste ich ein bißchen schmunzeln, aber in dem WebMontag Kiel - Interview [1] mit Sven Thomsen wurde auch gesagt, dass bei der Umstellung von Arbeitsplatzrechnern auf Open Source das Betriebssystem für ihn gar nicht die oberste Priorität hat, sondern zuerst sollen die Anwendungen auf den Rechnern umgestellt werden und danach erst das Betriebssystem.

Grüße,
Antje

[1] https://www.youtube.com/watch?v=MhVP1Ozc35s

Am 26.02.21 um 13:21 schrieb Dr. Michael Stehmann:
Hallo,

zwar schon etwas älter, aber ein in verschiedener Hinsicht interessantes Interview mit einem Entwickler Freier Software (aus Bonn), der einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund hat:

    https://fw.asta-bonn.de/?p=309187

Gruß
Michael


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