Hallo!

Wär das nicht vielleicht auch für uns ein Ansatzpunkt? Machen wir das 
nicht eigentlich schon längst?

Grüße, Benni

-------- Original-Nachricht --------
Betreff: [newsgroup] Call for papers: Militante Untersuchung // arranca 39
Datum: Sat, 02 Aug 2008 21:40:08 +0200
Von: Bernd Huettner <[EMAIL PROTECTED]>
Antwort an: [EMAIL PROTECTED]
An: farce <[EMAIL PROTECTED]>

Call for papers: Militante Untersuchung | Militant Research     arranca! #39


Alte Theoriegebäude werden in den aktuellen Verschiebungen und Umbrüchen
zunehmend unbewohnbar und tradierte widerständige Praxen oftmals
zahnlos. Doch wie lässt sich diesen Defiziten linker Politik beikommen?
Eine beliebter werdende Strategie zieht es vor, Fragen zu stellen
anstatt Antworten zu geben. Diesen Überlegungen liegt häufig die im
italienischen Operaismus entwickelte Methode der ‚Conricerca’ zugrunde,
in Deutschland besser bekannt als Militante Untersuchung oder
Mit-Untersuchung (manchmal auch ‚aktivierende Befragung‘). Militante
Untersuchungen haben den ambitionierten Anspruch, die gesellschaftliche
Teilung von Theorie und linker Praxis ebenso wie jene von Untersuchenden
und Untersuchten aufzuheben. Hinter Militanten Untersuchungen verbirgt
sich mehr als ein kopflos-fragendes Umherirren, als eine reine
Nabelschau oder Selbstuntersuchung – ihr gehen strategische Überlegungen
ebenso wie bewusste Positionierungen voraus. Schließlich geht es ja
nicht um ein rein analytisches und zudem zufälliges Interesse, sondern
um das Führen bestimmter sozialer Auseinandersetzungen und die
Verknüpfung verschiedener Kämpfe.
Lange Zeit war es ruhig um das Thema Militante Untersuchungen. Nun
unternehmen mehr und mehr politische Gruppen derlei Untersuchungen:
Euromayday Mailand, EuroMayDay Wien, FelS und EuroMayDay Hamburg zur
Berlinale bzw. zur Documenta, Precarias a la deriva, Colectivo
Situaciones, Team Colors und Kleines Postfordistisches Drama sind einige
Beispiele.
Die nächste Nummer der arranca! soll einen Rückblick auf die Ursprünge
der Militanten Untersuchung werfen und aktuelle Versuche Militanter
Untersuchungen reflektieren. Darüber hinaus will sie aber auch
Werkzeugkasten für diejenigen sein, die sich auf Suchbewegungen im
konkreten Feld sozialer Kämpfe begeben wollen.
Was ist die Geschichte der Militanten Untersuchungen und wo sind die
Verbindungslinien zu ihrer heutigen Verwendung? Woher kommt das aktuelle
Interesse an Militanter Untersuchung und wieso gibt es untereinander
kaum Austausch über Ergebnisse und Methoden? Welche Strategien gibt es?
Wer befragt eigentlich wen, wie und warum? Welche Schlussfolgerungen aus
den bisherigen Untersuchungen gibt es und welchen Problemen ist man
begegnet?
Was sind bisher offene Fragen und Blindstellen geblieben und was wären
fruchtbare Verknüpfungen? Welche Rolle spielen Militante Untersuchungen
in der Kritik der bestehenden Verhältnisse und welche in ihrer
praktischen Veränderung?

Wir möchten euch einladen das Konzept der Militanten Untersuchung neu
zusammenzusetzen, zu verbinden, quer zu lesen, auszuleuchten,
weiterzuentwickeln oder zu verwerfen. Wir freuen uns über Artikel-,
Reportagen, Diskussionsvorschläge oder Ausgefalleneres. Schickt einen
kurzen Vorschlag – im Umfang von 500 bis 1000 Zeichen – bitte bis zum
20. August 2008 an [EMAIL PROTECTED]

Redaktionsschluss für die ausgearbeiteten Artikel ist der 15. Oktober 2008.






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