Hallo Dirk, die Umstellung auf LibreOffice war auch bei uns eine nicht zu unterschätzende Vorleistung für die Umstellung auf Linux. Auch das Vorhandensein der gewohnten (auf das notwendige abgespeckten) Windows-XP-Umgebung ist wichtig.
Wir hatten aus Kostengründen nie ausreichend Lizenzen für MS Office 2003 oder 2007, so dass nie alle Schülerrechner über MS Office verfügten und diejenigen, die damit ausgestattet waren, auch nicht der gleichen Version ausgestattet waren. MS Office 2010 hat es gar nicht bis in unser Schulnetzwerk geschafft :-) Dagegen habe ich Star- / Open- /LibreOffice, GIMP und VLC stets zeitnah nach Veröffentlichung einer neuen Version aktualisiert, so dass sich viele KollegInnen von der steigenden Qualität dieser freien Applikationen überzeugen konnten. Wer jetzt MS Office 2007 UND Windows XP ersetzen muss, steht in der Tat vor einem größeren Akzeptanzproblem. Das Betriebssystem - genauer der Desktop! - ist hierbei die niedrigere Hürde, wenn das Handling dem in Windows 7 - nicht 8.x! - möglichst ähnlich ist. Für die Applikationen gilt dies ebenfalls. KDE ist ein guter Ansatz, wenn die Rechner hierfür leistungsstark genug sind. Die schwächsten bei uns sind mit einem 3,0 GHz-64bit-Prozessor und 1 GB RAM ausgestattet. Das Linux ist ein 64bit-kubuntu (HULC). Der Desktop läuft damit durchaus geschmeidiger als vorher mit Windows XP. Nur wenn man den leoclient startet, braucht man etwas Geduld, bis der zur Verfügung steht. Wenn er erst einmal läuft, fühlt er sich so abgespeckt wie er ist fast so an wie das vollständige Windows XP vor der Umstellung. Der leoclient enthält den WordViewer 2003, das CompatibilityPack 2007 und den PowerPoint Viewer 2010. Mit letzerem gibt es offenbar ein Problem in VirtualBox, wenn bestimmte Nvidia-Grafikkarten (GS8400?) verbaut sind: Das Fenster blinkt im Sekundentakt. Zum Glück sind bei uns keine Lehrerrechner davon betroffen. Die 2007er-Version hat dieses Problem nicht, stellt dafür jedoch mit Office 2010 erstellte PPTs nicht richtig dar. Abschalten der Hardwarebeschleunigung im virtuellen Windows hilft leider nicht. Typisch ... Gruß Jürgen Am 16.11.2014 um 10:29 schrieb Dirk Weller: > Guten Morgen zusammen, > > kurzer Hinweis: Die DVA Dateien lassen sich inzwischen auch mit > LibreOffice bearbeiten. LO meckert dann zwar beim Öffnen wegen einem > Laufzeitfehler, aber wenn man den wegklickt, dann funktioniert es > trotzdem danach auch in MSO. > >> Es ist natürlich ein Trauerspiel, warum man - insbesondere vom KuMi - >> überhaupt solche Dateiformate aufgenötigt bekommt. > Das stimmt deswegen selbstverständlich trotzdem :-) Zumindest jedes ISO > Format sollte möglich sein. > >> Nicht so einfach das Ganze ;-) > Wahrlich nicht. > > Ich denke, dass bei uns viele Faktoren dazu geführt haben, dass wir im > Moment kein Geschimpfe trotz Linux auf dem Desktop haben. In > hierarchischer Ordnung nach vermuteter Wirkung: > > 1) Der Umstieg von MSO auf LO/OOo erfolgte schon vor vielen Jahren und > da war das Geschimpfe ziemlich heftig und ich durfte mir Einiges > anhören, das bis heute nachwirkt. > Dass das durchgestanden wurde war aus meiner Sicht der entscheidende > Türöffner. > > 2) Wir nutzen mit Kubuntu, das darüber hinaus noch heftig von uns in > Richtung Win7 gethemed wurde, einen traditionellen Desktop. > Links unten auf einen Knopf klicken können ist sehr wichtig. Optische > Homogenität von Heim und Schule wohl auch. Man will sich eben nicht > umstellen. > > 3) PR und SL wurden im Vorfeld informiert, dass wir in Zukunft Windows > nur noch als VM anbieten können wg. Arbeitsaufwand (und auch Kosten - > aber das war gar nicht so wichtig). > > 4) Im Alltag hilft auch, dass Windows nicht "weg" ist - denn: Eine VM > mit XP steht zur Verfügung. Wer die nutzen will - bitte. Tut aber keiner. > Wenn nun jemand Win7 will - auch kein Problem. Aber eben als VM und dann > mit Dienstleister für die Win7-Pflege. > > 5) Personen zählen auch - und auch die Verbreitung von Linux im > Kollegium. Ein paar Beispiele: a) Mein Co-Admin ist die > Hilfsbereitschaft in Person, technisch ein Wunderkind und aus meiner > Sicht immer in der Schule. Ich glaube, er wohnt da :-) Ihm pinkelt > keiner ans Bein oder ins System. b) Einige Kollegen (vor allem ein paar, > die offensichtlich keine Techniker sind) bekommen seit einigen Jahren > ihre Rechner von mir / der Computer AG unter Linux rundumsorglos betreut > und sprachen öffentlich immer positiv über ihre Erfahrungen. Bei > Abstimmung in der GLK macht sich das auch gut, wenn bei "Und wer nutzt > Linux??" so viele wie bei OSX die Finger heben. > > > Jetzt drücke ich uns selbst die Daumen, dass das nicht nur die Ruhe vor > dem Sturm ist. Das lief alles sehr sehr ruhig ab. > > Vor dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen mit meinem konkreten > Kollegium würde ich von einem "Doppelschlag" (MSO und Windows weg - > Unity und LO/OOo da) abraten. > > Viele Grüße > Dirk > _______________________________________________ > linuxmuster-user mailing list > [email protected] > https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user > _______________________________________________ linuxmuster-user mailing list [email protected] https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user
