Hallo Juergen,

Am 13.02.2015 um 13:11 schrieb Juergen Engeland:

> Das Argument für den Rückzug von Smart aus linux, es gäbe so viele
> verschiedene Distributionen, kann ich nur begrenzt nachvollziehen. Dies
> mag vor ein paar Jahren wirklich so gewesen sein, in der Schule hat sich
> jedoch Ubuntu 12.04 (welches noch offiziell in der 32-bit-Version
> unterstützt wird) oder 14.04 durchgesetzt (in dem die Version 11 SP1 bei
> uns auch läuft).

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen -

UPS... :-) falscher Knopf. Jetzt gehe ich einen Schritt weiter:

Diese Aussage zeugt vor allem von zweifelhafter Kompetenz!

Ja, es gibt eine Vielfalt von Distributionen, aber diese Ausrede ist dennoch 
eine faule!

1. (wie Du schreibst) verbietet es niemand, sich auf eine Distribution 
festzulegen - und Ubuntu ist da markttechnisch gesehen keine schlechte Wahl 
(nur nochmal zur Klarstellung, das heißt eben nicht, dass man sich auf eine 
Distribution festlegt, sondern allgemein auf den debian-basierten Zweig, ergo 
Debian, Mint, Ubuntu, etc...)

2. selbst wenn man es sich offenhalten will, hat man als Entwicker ja nicht die 
doppelte/dreifache Arbeit. Zahllose Projekte schaffen es problemlos, parallel 
Pakete für die großen Zweige zu pflegen. Und tatsächlich sind es ja in der 
Regel die gleichen Bibliotheken und es unterscheiden sich oft nur Version und 
Speicherplatz. Das KANN ärgerlich sein, aber wir reden über Smart, die einen 
Riesenreibach mit ihrer Touchfeld-Beamer-Kombination machen...

3. ich kann mir schwerlich vorstellen, dass bei über 100 MB Abhängigkeiten 
entstehen, die nicht überwindbar wären. Und wenn... gibt es in der Community 
sicher hilfsbereite Menschen, die über die ein oder andere Hürde hinweghelfen, 
wenn es der Firma um Interoperabilität und eine breite Produktplattform ging.

Vielleicht, nur ganz vielleicht, haben die da einfach keine Lust drauf. Und 
vielleicht gibt es "wichtige Player im Bildungsbereich", die dafür Sorgen, dass 
Smart sich mit dieser Haltung wohl fühlt. Der Marktanteil von Linux ist nach 
wie vor gering und man kann hier bestimmt ein wenig Entwicklerzeit einsparen.
Aber da Smart für mich bis heute zu den unfassbarsten Beispielen gehört, wie 
man simpelste Funktionalität in ein riesig aufgeblähtes Datenmonster packt, 
konsequent plattformübergreifende Techniken in den Wind schlägt, offene 
Datenquellen (Bilder, Töne, Filme, ...) nicht nur ignoriert sondern deren 
Einbindung erschwert und stattdessen auf ein eigenes, abgeschottetes und mit 
den neuen Lizenzgebühren richtig teures eigenes Ökounsystem setzt...

Hoffe ich, dass nicht nur mit dem Linux-Argument diese Firma den ein oder 
anderen Dämpfer bekommt. Vielleicht gibts dann auf irgendeiner Didakta auch mal 
wieder substantiell Neues (seit Jahren immer wieder der riesige Hochglanzstand 
mit gefühlten 100 Smartboards, ein paar Dokumentenkameras - dafür ohne 
technisch versierte Antworten auf meine Fragen...)

Viele Grüße,
Thomas 


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