Hallo Ulf, ohne mir den Vortrag angesehen zu haben, halte ich die Quelle ChaosComputerClub nicht für die erste Anlaufstelle für diese Debatte - was nicht heißt, dass deren Mitglieder generell keine sinnvollen Diskussionsbeiträge beisteuern.
In HH ist die Sache diesmal eindeutig: Es gibt ein mir (auf einer geschützten Seite) vorliegendes offizielles Betriebssicherheitskonzept, das zumindest alle Schulen in HH, die über Dataport ins Internet gelangen, zum Einsatz von Time for Kids verpflichtet. Wir bekommen deren Schulrouter von der Schulbehörde gestellt und von der Firma eingerichtet. Eine individuelle Authentifizierung der Benutzer am Rechner (nicht am Proxy) wird empfohlen, ist jedoch nicht verpflichtend. Die Veränderung der Grundkonfiguration des Jugendschutzfilters ist uns KollegInnen erlaubt. An Deiner Stelle würde ich diese Sache wie Du selbst schon geschrieben hast, Deiner Schulbehörde vorlegen. Die haben eine hochdotierte Rechtsabteilung für solche Fragen ;-) Das was Du möglicherweise mit Tor FÜR Deine SchülerInnen im Bezug auf Schutz der persönlichen Daten gegen außen erreichen willst, sollte übrigens genau Dein Jugendschutzfilter auch leisten! Gruß Jürgen P.S.: Wenn man schon einen Filter einsetzt oder einsetzen muss, sollte man auch den transparenten Modus des Proxy ausschalten und zumindest die Ports 80 und 443 in der Firewall ausgehend blocken, damit man sich denjenigen Schülern gegenüber, die Tor auf dem Stick mitbringen, nicht lächerlich macht. Dies gilt auch für ipfire. P.P.S.: Vorratsdatenspeicherung ist nicht nur Teufelszeug. Abmahnabzocker werden stets die Löschungsfrist von 80 Tagen abwarten, bevor sie mit ihrem Unwesen beginnen. Am 06.01.2016 um 18:26 schrieb Ulf Weikert: > Nabend, > > ich starte mit der Bitte sich diesen guten Vortrag anzuschauen. > Alvar Freude - Wie Jugendschutzprogramme nicht nur die Jugend schädigen > [32c3] > https://www.youtube.com/watch?v=FAtINdPklvw > oder direkt auf > https://media.ccc.de/v/32c3-7415-wie_jugendschutzprogramme_nicht_nur_die_jugend_schadigen > > TL;DR. Jugenschutzfilter funktionieren nicht. ... jedenfalls technisch nicht 100%ig. Können sie ohnehin niemals, denn es ist auch Ermessenssache, was gesperrt oder durchgelassen wird. > Und wie sooft ist es ein > soziales und kein technisches Problem. Das macht sie noch lange nicht überflüssig! > > Wer sich die halbe Stunde nicht geben will, der kann direkt zu 29:00 > springen. Dort wird argumentiert, dass es keine wirkliche rechtliche > Grundlage gibt Jugendschutzfilter einzusetzen. ... aber auch nicht, es nicht zu tun. > Für mich ist diese Argumentation aus folgendem Grund spannend. > Ich möchte schulweit auf allen PCs den Tor Browser installieren. > > Mit meiner bisherigen Annahme, dass ich verpflichtet bin > Jugendschutzfilter einzusetzen war das Bereitstellen von Tor keine > Option. Weil Tor genau diese Filter umgeht. > > Von der anderen Seite betrachtet, darf ich allerdings auch nicht in den > Netzwerkverkehr hineingucken. Das tust Du auch ohne begründete Anforderung (= Strafanzeige!) nicht. > Das wiederum wäre ein Punkt der für Tor > spricht. Nein. Du hast einen Amtseid geschworen oder eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, wo u. a. enthalten war, dass Du Dich (auch im Datenschutz) stets rechtlich korrekt verhältst. > > > Ich kenne immer nur den Spruch, "bla bla Minderjährige/Schutzbefohlene > vor Gewaltmaterial und/oder Pornografie schützen". So oder so ähnlich. Das ist kein Spruch. Als Kollege hast Du wahrscheinlich Deine eigenen Erfahrungen mit den Grenzen der Sozialkompetenz bei pubertierenden Jungen ... Ein bischen "gefühlte Aufsicht" scheint mir jedenfalls angebracht, um die Einhaltung von Regeln zu unterstützen. > > Hat jemand Erfahrungen wie sich die rechtliche Lage darstellt? Erfahrung nur aus einem Unternehmen: Es muss in Deiner Benutzerordnung drin stehen, dass es diesen Jugendschutzfilter gibt. Dann weiß jede BenutzerIn, was geht und was nicht. Das Einverständnis wird durch die Benutzung gegeben, wenn die Bedingungen bekannt sind. Unterschrift ist nicht erforderlich. In der Schule könnte es sein, dass die Eltern unterschreiben müssen. Wenn sie es nicht tun - z. B. weil sie den CCC unterstützen möchten ;-) - könnte es in beiden Fällen spannend werden: 1) Das Kind bekommt keinen schulischen Internetzugang. 2) Das Kind bekommt trotzdem einen schulischen Internetzugang und der Filter bleibt eingeschaltet. Beides hätte bestimmt eine weitere Eskalation zur Folge ... > > In jedem Fall werde ich mich auch noch an die Landesschulbehörde wenden. That's the only way! > Aber ich wollte diesen Kanal nicht ungefragt lassen. > > Danke und schönen Abend > _______________________________________________ linuxmuster-user mailing list [email protected] https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user
