hallo stefan,

mir die rolle des ikarus zuzuscheiben - zu schmeichelhaft - nehme ich 
gerne an. danke!
der gegenpart, daedalos, hat ja überlebt, er war der warner und 
bedenkenträger, der ikarus mit ständigen ermahnungen ungewollt zu neuen 
höhenflügen antrieb.
auf die situation von netznetz übertragen:
anstatt das metalab mit motorschliessanlagen, bewegungsmeldern, 
flutlichtinstallationen fort-nox-artig abzusichern, wäre es angebracht 
gewesen, die "einfallenden em-fan-horden" mit meta-bräu gewinnbringend 
zu versorgen. (zumindest im sinne eines creative-industry-codes)

ach ja, opfergang:
das problem der inquisition war ja immer, dass sie versuchte,  
gedankengut zu unterdrücken mit mitteln der zensur,  folter und 
ähnlichen scheusslichen methoden.
auch damals war den  kirchenfürsten klar, dass ein einmal in die welt 
gesetzter gedanke (damals in buchform - heute via internet) nicht mehr 
aus der welt zu schaffen ist - allenfalls temporär, durch verbrennung 
des urhebers - insofern stellst du dich mit deinem giordano-bruno-zitat 
indirekt in die schaar katholischer jünger, deren prominentestes 
mitglied der amtierende papst benedict ist.
kurz gefasst: das versprühen von weihwasser bindet nur die gläubigen 
zusammen ( und vermag nicht, andersdenkende zu überzeugen), und es ist 
kein hinweis auf spirituelle dimensionen.
viel vergnügen in den weichen abendstunden am finnischen meerbusen wünscht
dir

christoph

 - wechselstrom -

p.s: falls sich die gelegenheit bietet: versäume nicht eine aufführung 
der "leningrader symphonie" (das ist die 7. symphonie von 
schostakowitsch, der während der deutsch-österreichischen belagerung 
leningrads dortselbst als feuerwehrmann eingesetzt war). - apropos: lebt 
gennadi roschtestwensky noch, der ehemalige leiter der leningrader 
philharmoniker, der u.a. auch in wien eine zeit lang als 
dirigierprofessor wirkte, und den wien nicht halten konnte.
und wenn du unbekanntes über leon theremin herausfindest, der am 
petersburger konservatorium cello studierte, bevor er sich der physik 
zuwandte - das wäre super.
und, um es nicht zu vergessen: es gibt den film "meister und margarita" 
von 1993 mit der musik von alfred schnittke - ich kann das hier in wien 
nicht finden - könntest du so nett sein, das als dvd mitzubringen - oder 
vielleicht gibt es die filmmusik auch separat als cd?




Stefan Lutschinger schrieb:
> Servus Christoph,
>
> danke fuer dein Vertrauen in meine spirituelle Dimension, aber zum
> Moenchstum fehlt mir gewiss die sittliche Reife.
>
> Vater deines Gedankens war hier sicherlich Johannes von Kronstadt und du
> hast auch mit deiner Vermutung recht, dass ich die Marinekathedrale
> besucht habe, wo sich das Kronstaedter Festungsmuseum befindet:
> Das absolute Highlight der permanenten Ausstellung ist ein praesidiales
> Dekret von Boris Jelzin, mit dem er die revolutionaeren Kronstaedter
> Matrosen von 1920-1921 nachtraeglich pardoniert (auf die du in deinen
> historischen Ausfuehrungen vergessen hast).
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Kronst%C3%A4dter_Matrosenaufstand
>
> Ansonsten pass bitte auf mit dem ungeuebten Gebrauch von Metaphern - wenn
> schon kein Ikarus deinem gefaehrlich riskant hochfliegenden Streben nach
> passenden Assoziationen Einhalt gebieten kann, nimm doch zumindest das von
> so tiefem Humanismus durchdrungene Wort des Giordano Bruno aus seinen
> Eroici Furori auf deinen Opfergang mit:
>
> Ich will den Sturz nicht fuerchten aus der Hoehe
> auf zum Gewoelk empor
> und stirb zufrieden
> war dir so ruhmvoll edler Tod beschieden.
>
> Seit heute morgen schmiege ich mich also wieder in den finnischen
> Meerbusen, aus Leningrad gruesst dich vom Nevski Prospekt
>
> herzlichst
> Stefan
>
>
>
>
> On Fr, 1.08.2008, 14:47, wechselstrom - christoph theiler wrote:
>   
>> "lasst eier fallen und hühner fliegen", so könnte man das verbleibende
>> potenzial von netznetz utopisch umschreiben -
>> st. petersburg ist bekanntlich die stadt, in der fast alle russischen
>> revolutionen (angefangen vom dekabristenaufstend über die revolution von
>> 1905 ,  1917, bis hin zum putsch gegen jelzin)  stattgefunden haben -
>> nun hat wien den st. lutschinger dort hingeschickt, um als novize in ein
>> kloster einzutreten, eine gehörige zeit in der einsiedelei  zu
>> verbringen, um, sozusagen als krönung seiner laufbahn, ein starez zu
>> werden (wobei hinzugefügt werden sollte, dass starzen KEINE
>> verwaltungsaufgaben im klösterichen leben hatten, kurzum: autonom waren).
>>
>> was macht lutschinger stattdessen? - er freut sich über ein billiges
>> ticket, knüpft kontakte zur örtlichen milchwirtschaft, wirft dort mit
>> eiern um sich, und unternimmt geistige höhenflüge mit zwei hühnern unter
>> jedem arm; das ganze in anlehnung an die frühen flugversuche eines otto
>> lilienthal. - würde mich nicht wundern, wenn seine flugapparatur im
>> kuriositätenkabinett des red-bull-museums in salzburg einzug hält.
>>
>> tja, wie heisst es bei pushkin im "der eherne reiter" (auch als
>> "petersburger text" bekannt), als der kleine beamte das wahrzeichen von
>> st. petersburg beschimpft und sich damit den zorn des reiterstandbildes
>> zuzieht:
>>
>> „Und auf des Hengstes blankem Rücken
>> Mit der emporgestreckten Hand
>> Ihn vorwärts treibend mit den Blicken
>> Braust funkensprühend der Gigant
>> Der arme Irre hastet weiter
>> Wohin auch immer er sich kehrt,
>> Der eherne, erzürnte Reiter
>> Folgt überall auf seinem Pferd“
>>
>>
>> christoph
>>
>>  - wechselstrom -
>>
>>
>>
>>
>>
>>
>>
>> Stefan Lutschinger schrieb:
>>     
>>> Hi FER,
>>>
>>> es tut mir schrecklich leid, dass ich gestern Abend deine Beduerfnisse
>>> nach Aufmerksamkeit vernachlaessigt habe, aber ich hatte grade einen
>>> anstrengenden 24-Stunden-Trip von der Schwarzmeerkueste ueber Sofia,
>>> Budapest zurueck nach Helsinki hinter mir und wollte mich aufs
>>> Wesentliche
>>> - die sachliche Information - konzentrieren, die der Leo auch
>>> gewinnbringend gegenueber der MA7 als Argument einbringen konnte, wenn
>>> du
>>> sein letztes Mail gelesen hast.
>>>
>>> Am besten waers, du wuerdest mein Facebook-Freund, dann wuesstest du
>>> immer
>>> Bescheid wo ich bin und wies mir geht und braeuchtest dich nicht auf der
>>> Liste wie ein eifersuechtiger Berserker auffuehren, wenn dich die
>>> Alterseinsamkeit wieder mal in Panik versetzt.
>>>
>>> Apropos Eier:
>>>
>>> Vor 2 Wochen studierte ich auf einer Datscha im Balkangebirge rares
>>> Archivmaterial mit alten Propagandaspruechen der bulgarischen KP, der
>>> beste war einer zur ideologischen Festigung und Staerkung der Wehrkraft
>>> der Landarbeiter:
>>>
>>> "Jedes Ei ist eine Bombe,
>>> jedes Huhn ist eine fliegende Festung!"
>>>
>>> Also, ich kauf mir jetzt ein Ticket fuer den Seacruiser nach Sankt
>>> Petersburg, das gibts hier grade im unschlagbaren Angebot um 10 Euro.
>>> Leiwand, oder? Ab morgen frueh bin ich dann wieder in Russland und kann
>>> dir wieder hin und wieder etwas von meiner kostbaren Zeit widmen.
>>>
>>> Dir alles Beste,
>>> Stefan
>>>
>>>
>>>
>>>
>>> On Do, 31.07.2008, 21:57, [EMAIL PROTECTED] wrote:
>>>
>>>       
>>>> Zitat von Stefan Lutschinger <[EMAIL PROTECTED]>:
>>>>
>>>>         
>>>>> Das BMUKK zum Beispiel.
>>>>>
>>>>> Beste Gruesse,
>>>>> Stefan
>>>>>
>>>>>           
>>>> na du warst auch schon mal wortgewaltiger - hi Lutschinger. ein mehr
>>>> als
>>>> trauriges schicksal fuer einen ehemaligen sexarbeiter -jetzt stehst du
>>>> als
>>>> weichei, oder noch aerger - ganz ohne eier da. dafuer bist du aber noch
>>>> komptabiler geworden mit jenem partner, dem du einstmals fuers
>>>> ablichten
>>>> die
>>>> haende reichtest - immerhin steht ihr auch beide neben vielen anderen
>>>> auf
>>>> der
>>>> gehaltsliste der partei, die gerade im umlauf ist. wenn schon lakaie
>>>> der
>>>> stadtregierung, dann wenigstens hauptberuflich - das ist gut so.
>>>>
>>>> dass deinem partner wiedermal nichts eingefallen ist, kann nicht
>>>> verwundern -
>>>> der typ kann eben weder als philosoph noch als kuenstler so etwas wie
>>>> eier
>>>> aufweisen. bei der berlin-biennale im fruehjahr war utopie ein
>>>> thematischer
>>>> schwerpunkt - schon da eine oede ansage. eierlos wie der typ ist, hat
>>>> er
>>>> das
>>>> thema einfach uebernommen.
>>>>
>>>> wer heute grips hat weiss, dass die naechste gesellschaft mit
>>>> sicherheit
>>>> keine
>>>> utopien braucht, was politische parteien - die sozis allen voran -
>>>> schon
>>>> jetzt
>>>> vorfuehren. letztere sich aber lakaien haelt, sog. kulturarbeiter, die
>>>> die
>>>> mythen von gestern beschwoeren sollen, waehrend der neue chef nur ein -
>>>> und
>>>> dazu noch - sehr unorigineller populist ist.
>>>>
>>>> beruhigend fuer jene, die auf solche loser, egal ob netznet-lakaien
>>>> oder
>>>> personen in politik und verwaltung nicht angwiesen sind.
>>>>
>>>> trotzdem gilt - holt euch die kohle, so lange es diese gibt - und
>>>> ueberlasst
>>>> nicht den netznetstadtregierungslakaien-arschloechhhhhhhhhhhhhern die
>>>> meiste
>>>> kohle - nur weil sie Straubinger (die �tiefste�) und frau Fassel-Vogler
>>>> (ein
>>>> opfer unter opfern) schon 2004 (laut dem papier von 2004!) die
>>>> friedhofsruhe in
>>>> Wien versprochen haben.
>>>>
>>>> die Berliner kraefte sind im bilde...
>>>> cheers,
>>>> fer
>>>>
>>>> p.s.: vor zirka einer woche bin ich in einem club neben Florian Cramer
>>>> gestanden
>>>> - ueber netznet wurde nichts geredet.
>>>>
>>>>
>>>>
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