Hallo Björn!

> ich träume von einer Welt, in der ich mir weniger Gedanken darüber
> machen muss, wie ich etwas nutzen kann ... ich nutze es einfach.

> Aus welchem Grund werden hier so häufig
> Standards ignoriert oder fallengelassen?

Gerade hatte ich eine Diskussion mit Google über OpenID. Mit OpenID
kann man sich an einer Stelle einloggen und ist damit bei vielen
Diensten gleichzeitig anmelden. Google bietet nur den ersten,
unwichtigen Teil: Man kann sein Google-Konto als Zugangsverwaltung
nutzen. Braucht keiner, der schon woanders angemeldet ist. Aber das
wichtige, sich bei Google mit einem anderen Login einzuklinken, lehnt
Google ab. Der Grund ist einfach: Sie fordern, selbst die Zentrale zu
spielen. Das Perverse daran: Ich habe 30 oder 40
Google-Applications-Logins. Für jedes muss ich mir wegen diesem
Schwachsinn ein eigenes Passwort merken. Hier arbeitet Google also
sogar bewusst gegen die eigenen Kunden.

Und so versucht fast jeder Monopolist, durch Unkompatibilitäten
unersetzbar zu werden.

1908 verbot ein Hersteller von Funkgeräten seinen Kunden, mit Kunden
anderer Hersteller Kontakt aufzunehmen. Das kostete unzählige
Menschenleben von Schiffsbrüchigen. Hier sieht man, dass die Menschen
selbst die dämlichsten Vertragsbedingungen akzeptieren.

Ein anderer Grund für das Problem ist, dass die einen einen
vernünftigen Standard verwenden, z.B. IMAP. Die anderen wollen
kompatibel sein zu kranken Exchange-Servern, um User zu begeistern,
was die IMAP-Anhänger ablehnen. Dadurch haben wir in der Linux-Welt
selbstgemachte Unkompatibilitäten. Es ist schwer, den Mittelweg
zwischen den sinnvollen und den verbreiteten Standards zu finden.

Ebenso einen erfolgreichen Tag wünscht
Thomas

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