Hi Rainer,

| I have serious doubts regarding the 241.
| My impression is that he did NOT compose the rather crude "dances" in the
1574 book.
| Some of them are rather incompetent settings of homophonic songs.
|
| Rainer adS

Personally, I think he definitely wrote those dances, or arranged them from
well-known material. They bear all the hallmarks of his style, high
positions, full chords etc. The same chords sequences are repeated in his
more high-brow pieces. As to their "crudity" it's all a matter of personal
taste.
Contrary to you, I find them charming and very idiomatic. Have you played
them? Why would he let someone else contribute to his endearment with the
German public he was catering to with these pieces? Also 2 of the
passemezzos are (the only) pieces duplicated from his -66 Italian books (but
different, improved versions) although some of the pieces there are found in
autographed manuscript form elsewhere. The -74 book is the work of a mature
lute-master and the "rather crude 'dances' " IMO are the fine spice which
makes quality lute-music so endearing. You should play them, to see what I
mean. Another interesting thing are some of the the titles: "Dorisanen
Dantz", "Fuggerin Dantz", what does it mean?

On the whole, I get the feeling that Melchior in his -74 book shows
lutenistic development from the -66 books concerning playability and
idiomacy, but then again, that is only my personal impression. :)

Regards

G�ran

PS. I don't speak German well enough to read the finer connotations out of
the foreword, but perhaps you do... A greeting across the centuries
from an old master. Pls. excuse my eventual mistakes.

PPS. Someone(s) should translate and collect all those forewords and
instructions on a webpage, for reference!
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Der Durchleuchtigsten Hochgebornen F�rstin und Frawen/ Frawen Dorothea/
Pfalzgr�fin bei Rein/ Hertzogin in Beiern/ Wittiben/ der K�nigreich
Denmarck/ Schweden und Norwegen/ geborne Princessin und Erbin/ meiner
Genedigsten F�rstin und Frawen.

Durchle�chtigste F�rstin/ Genedigste Fraw/ deren gnedigen gutthaten/ die von
E.F.D. Ich und die meinigen empfangen haben/ bin ich unvergessen/ hab auch
offtermals gedacht/ wie E.F.D. Ich meiner danckbarkeit underth�nigste
anzeigung geben k�nte/ diewiel ich dann wei�/ das E.F.D neben andern
hochl�blichen F�rstlichen tugenten/ auch die holdselige Musicam lieben/
Sonderlich aber mit dem kunstlichen und lieblichen Instrument der Lauten
geb�rliche freud und erg�tzlichkeit suchen/ und aber der Allm�chtig Gott mit
diser kunst mich auch etwas (ohne rhum zumelden) begabt/ habe E.F.D. Ich
mein gutwillige wolmeinung unterth�nigst zuerk�nnen geben w�lle/ und
derhalben von etlichen der f�rnemsten und besten Composnisten/ so mir
bekant/ etliche k�nstliche Muteten liebliche Frantz�sische/ Italianische/
und teutsche Stuck/ Iten etlich fr�liche te�tsche T�nz/ Passo e mezo/
Saltarelli und Fantaseien zusamen gesucht auff die Lauten gesetzt/ in ein
Buch geordnet/ und E.F.D. hiermit dediciern unnd zuschreiben wollen/
hoffendlich (?) werde nicht allein meinem lieben Vatterland Teutscher Nation
ehrlich und l�blich/ auch allen der Lauten und Musicken liebhabern
dienstlich und nutzlich sein/ Sonder auch E.F.D. werde daran ein Genedigs
unnd g�nstigs wolgefallen haben/ deren ich mich hiemit Underth�nigst
befelhen thue.
E.F.D
Unterth�nigst Dienstwilliger
Melchior Newsidler

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Vorred an den g�nstigen Leser

Gunstiger lieber Leser/ Ich hab vor etlichen Jaren zwei Lautenb�cher in
Italienischer Tabulatur im Druck geben/ Erstlich darum/ das ich verhoffet/
es w�rde dem kleinstenteil diser Kunstliebhabern/ in Teutsche und andern
Landen mit derselben Tabulatur gedient werden/ Darnach das ich auch noch
meiner/ von Gott mir verlihenen Gabe/ unserm lieben Vaterlande/ bei fremden
Nationen/ dahin sich dann unsere Teutsche Lautentabulatur nicht erstreckt/
die nachrede h�lffe ableinen/ als solten die Teutschen nur ein grobe/
Deuvrische und Bachantische Musicam haben/ Aber nach dem ich in erfarung
kommen/ das mirs etliche dahin deutten/ als solte ich es merenteils aus und
zu meines lieben Vaterlands verachtung gethon haben/ bin ich verursachet
worden dahin zutragen wie ich erstlich mich solcher falscher auflage
entsch�tten m�chte und dann auch dem �berigen theil Liebhaber der Lauten zu
willen w�rde/ Habe derohalben di� Teutsche Lautenbuch mit sonder grossem
flei�/ m�he und arbeit zum Druck bracht/ und an tag gegeben. Auch damit sich
jederman darein richten k�nne/disen bericht dar�ber thun wollen. Wiesvol vil
Jar her die Lauten mit eilff Seiten breuchlich gewesen/ so befind ich doch
im grund/ nach dem die Musica in kunst und liebligkeit hoch gestigen / das
man auff solchen Lauten fast die aller artigsten und lieblichste
Concordantzen oder griffe nit haben kan/ derohalben hab ich auff ein weg
gedacht/ dadurch solcher mangel m�chte erstattet werden. Ob nun wol die
anzal der Seiten / nach eines jeden gutduncken mag gemehret werden/ ich auch
hiemit niemanden will ordnung geben haben/ das erst nit mache/ wie er will/
so mu� doch/ wie in allen dinge/ also hie auch/ mags gehalten werden/ und
kan unsere heutige Musica auff der Lauten noch mit einer Saite/ sampt ihrer
Octafe zu den vorigen eilffen also erg�ntzet und perficiert werden/ das ein
Laute mit 13 Seitten recht bezogen/ eines jeden gesangs Clausulen erzeichen
und vollk�mmlich geben mag.
 Es soll aber dise neiue Seite sampt irer Octafe underhalb des grossen
Bomharts gezogen werden/ Unnd ob sie wol umb ein Quart/ das ist/ ein Octafe
vom f. (???) tiefer gestimmet werden/ auch solcher zug in Clausulen und
Finalen/ ein sch�ne Resonantz/ und vil Noten oder Stimmen under dem Bomhart
gibt/ das etliche griffe zubekommen/ die man der tieffe halber in keinem
andern weg v�llig haben kan/ So gibt es doch in der application eine grosse
unordnung / unnd ungeschicktlikeit/ k�nnen auch vil der sch�nsten und
lieblichsten Concordantzen nit gegeben werden/ die auff ein andern weg gar
leicht und bequemlich zugreiffen und zuschlagen/ seind auch der selben
tieffen Compositionen nit so vil/ das man uhrenthalben obbemeste
uns�mligkeit in dise Kunst einf�hren solte. Derhalben ziehe ich disen newen
untersten Bomh�rt sin niderer / unnd das au� folgenden ursachen: Dann
erstlich find ich/ das inn der recht alten und gemeinen Scala/ welche aller
alten unnd newen Componisten einiger grund und Regel ist/ nit mehr dann ein
Noten unter dem Gamaut/ auch fast alle die beste Kunstuck nit tieffer
componiert seind. Nun ist aber der ober oder grosse Bomhart auff einer
gemeinen Lauten mit eilff Seitten/ wann der l�hr geschlagen wirt/ das rechte
nat�rliche Gamaut. Zum andern so schickt sich diser zug sein artig zur
Application auff allerlei Clausulen und Concordantzen/ derohalben hab ich
bei dem wege bleiben wollen.
 Sovil dann die Character in der Tabulatur belangt/ habe ich den obersten
oder alten grossen Bomhart mit nachfolgenden Versalbuchstaben beschriben /
als nemlich wann er soll l�hr geschlagen werden + und dann vom ersten Bund
an/ einen nach dem andern also A B C D E F G H J K. Den newen Bomhart mit
dergleichen/ allein ist di� der unterscheid/ das ob einem jeden Buchstaben
ein strich gefunden wirt/ wie folget A B C D E F G H J K (*)

(*) (dash on top of capital letters, this 7th course very sparingly used in
the tablatures though!)

und wann er soll l�hr geschlagen werden mit disem Character I angedeuttet
wirt.
 Wo auch einen/ dem meine Applicationen unbekant ist/ dise Stuck zu lehrnen
gar schwer duncken wurde/  gebe ich ihme disen Rhat/ das er erstlich die
geringen stuck/ deren auch etliche hierinnen gefunden werden/ f�r sich neme/
studiere die mit flei�/ und gebe gute achtung auff die Concordantzen oder
griffe/ wie ich die geordnet hab/ der wirt darau� so vil erfaren/ das ihme
die andern stuck/ so etwas schwerer seind/ viel leichter zulehrnen ankommen
werden.
 Damit w�nsche ich allen denen/ die sich diser Stuck zu ihrer lehrnung oder
ergetzligkeit gebrauchen/ ein gl�cklichen anfang/ ein gutes mittel/ und ein
ausf�rlichs end. Geben und in Truck verfertigt/ auch durch mich selbsten
Corrigiert/ inn der hochl�blichen Keyserlicher Reichs und Freystat
Stra�burg/ Den 20. Julij/ Im Jar nach Christi Jesu unsers lieben Herrn und
Heylands Geburt gezelet. 1574.
Melchior Newsidler



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