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MorgenWelt HEUTE vom 2.4.2001
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1. Ribosom-Struktur entschluesselt
2. Fluessiggas auf dem Mars?
3. Bodyguards fuer Bananen
4. Gene fuer drei Augenkrankheiten entdeckt

Ab heute neue MorgenWelt-Artikel online!
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Ribosom-Struktur entschluesselt

Seit etwa 50 Jahren sind Wissenschaftler der Struktur der Ribosomen 
auf der Spur. Kalifornische Forscher haben jetzt die letzten Luecken 
schliessen koennen. Sie glauben sicher sagen zu koennen, wie Zellen 
ihre eigene Protein-Produktion steuern.

Ribosomen sind winzige Partikel im Zellplasma, die zu Tausenden das 
Erbgut der Zelle ablesen und diese Informationen in der Eiweiss-
synthese umsetzen. Seit laengerem ist bekannt, dass die Ribosomen 
selbst aus mehr als 50 Proteinen und Ribonukleinsaeuren (RNAs) 
bestehen. Diese Bausteine sind in zwei Haelften verknaeuelt, in deren 
Mitte die Protein-Produktion stattfindet. Ausgerechnet dieser Bereich 
war aber bisher unbekannt.
 
Mit Hilfe der Roentgenkristallographie konnten die Forscher jetzt 
erstmals die Ribosomen bei der Arbeit beobachten. Auf den Bildern 
wollen sie insgesamt zwoelf chemische Bruecken erkannt haben, ueber 
die die Proteine erzeugt werden. Identifiziert wurden auch die 
beteiligten RNA-Molekuele. Dies koennte fuer die Entwicklung neuer 
Medikamente bedeutsam sein. So verdanken beispielsweise Antibiotika 
ihre Wirkung der Faehigkeit, die Ribosome von Bakterien ausser Kraft 
setzen zu koennen.
 
Quelle: NatureScienceUpdate 30.3.01
Forschung: Harry Noller, University of California, Santa Cruz, in 
Sciencexpress 10.1126/ Science.1060089, 2001

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Fluessiggas auf dem Mars?

Im vergangenen Jahr wurden auf dem Planeten Mars Abflussrinnen 
entdeckt, die als ehemalige Wassergraeben gedeutet wurden. 
Moeglicherweise sind diese Rinnen nicht durch Wasser, sondern 
durch fluessiges Kohlendioxyd entstanden. Das behaupten jetzt 
Wissenschaftler der Universitaet Arizona. 

Die Abflussrinnen finden sich vor allem an Haengen und Krater-
raendern in hohen suedlichen Breiten des Mars. Bisher glaubten 
die Forscher, tief im Marsboden befindliches Wassereis sei an 
diesen Stellen durch ploetzlich einsetzende Schmelzprozesse 
ausgetreten. Jetzt wird argumentiert, auf Grund der klimatischen 
Bedingungen in den suedlichen Marsregionen seien solche Vorgaenge 
eher unwahrscheinlich. Wenn ueberhaupt, so muessten sie weiter 
noerdlich haeufiger beobachtet werden - was aber nicht der Fall ist. 

Das entscheidende Indiz fuer die Wissenschaftler ist jedoch, dass 
die Rinnen stets 100 Meter unter der Kliffkante beginnen: Dort waere 
der Druck der Felsschichten gerade gross genug, um eingelagertes 
Kohlendioxyd zu verfluessigen. Als dieses Kohlendioxyd austrat, 
verdampfte es schlagartig. Es entstand nach der neuen These ein 
fluessigkeitsaehnliches Gemisch aus Kohlendioxyd-Schnee, Staub 
und Geroell, welches dann zur Bildung der Rinnen fuehrte.

Quelle: Spaceflight Now, 1.4.01 
Forschung: Donald Musselwhite, University of Arizona
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Bodyguards fuer Bananen
 
In Pflanzen leben zahlreiche Pilze und Bakterien, von denen einige 
Schaedlingsbefall verhindern koennen. Diese sogenannten Endophyten 
koennten auch Bananenpflanzen schuetzen, glauben Biologen der 
Universitaet Bonn. Erste Kandidaten haben die Wissenschaftler bei 
einem Forschungs-Projekt in Uganda entdeckt. 
 
Der Hauptfeind der Banane ist der Fadenwurm Radopholus similis. 
Er schmarotzt in den Wurzeln der Staude und kann sie dadurch so sehr 
schaedigen, dass sie ihren Halt im Boden verliert. An seinem 
schaendlichen Treiben laesst sich der weltweit verbreitete Wurm nur 
schwer hindern: Chemische Mittel gegen den Wurm sind aus oekologischer 
Sicht bedenklich und zudem meist unerschwinglich fuer Kleinbauern in 
Entwicklungslaendern.

Die Bonner Forscher setzen deshalb auf biologische Alternativen. 
Sie konnten mehrere Pilze isolieren, die den Fadenwurm vertreiben. 
Versuchsfelder wurden bereits mit diesen Pilzen "geimpft" und die 
Ergebnisse sind vielversprechend: Unter Feldbedingungen konnten die 
Stauden vier Monate nach Pflanzung Schaedlinge besser abwehren als 
unbehandelte Exemplare. Diese Faehigkeit koennte ausreichen, um den 
Stauden in den kritischen ersten Lebensmonaten einen wichtigen 
Startvorteil zu verschaffen. Die Feldversuche in Uganda sollen noch 
rund drei Jahre andauern.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Bonn, 2.4.01 
Weitere Informationen: Prof. Dr. Richard Sikora, Institut fuer 
Pflanzenkrankheiten der Universitaet Bonn
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Gene fuer drei Augenkrankheiten entdeckt

Farbenblinde koennen von Geburt an ihre Umwelt nur noch in Grautoenen 
sehen. Meist kommen eine drastisch verminderte Sehschaerfe und eine 
extreme Blendempfindlichkeit hinzu. Wissenschaftler der Universitaets-
Augenklinik Tuebingen haben jetzt Veraenderungen am Gen CNGB3 als 
moegliche Ursache erkannt. Das Gen ist zustaendig fuer einen Ionen-
kanal der Sehzapfen.

Die Forscher entdeckten ausserdem zwei weitere Gene fuer vererbbare 
Formen zweier Augenkrankheiten. Zusammen mit Wissenschaftlern aus 
Muenchen und Berlin fanden sie die Ursache fuer eine geschlechts-
gebundene Form der Nachtblindheit, die nur Maenner betrifft. Fuendig 
wurden die Forscher durch die Untersuchung einer Grossfamilie aus dem 
Schwarzwald, die seit sieben Generationen an der Krankheit leidet. 
 
Auch eine genetische Ursache fuer die Degeneration des Sehnervs 
konnte gefunden werden. Bei dieser Krankheit kommt es zu einem 
schleichenden Verlust der Sehschaerfe bis hin zur fast vollstaendigen 
Erblindung. Aus unbekannten Gruenden ist diese Erkrankung in Daenemark 
am haeufigsten. Ursache dafuer sind Veraenderungen in dem Gen OPA1, 
entdeckten die Forscher. Das Gen ist offensichtlich an der Energie-
versorgung der Nervenfasern des Auges beteiligt. Dies konnten die 
Tuebinger Forscher zusammen mit Londoner Wissenschaftlern herausfinden. 

Quelle: Universitaetsklinikum Tuebingen, 2.4.01
Forschung: Dr. Bernd Wissinger, Molekulargenetisches Labor, 
Universitaetsklinikum Tuebingen
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Ab heute online in der MorgenWelt:

"Dort unten ist eine Menge Platz" (Teil 2) 
Wie baut man Mikromaschinen? Von Microchips zu MEMS - die naechste 
technische Revolution steht bevor.
http://www.morgenwelt.de/wissenschaft/010402-nanotechnik2.htm

Phaenomenal: Amway 
"Es ist kein Kult. Es ist keine Religion. Es ist Amway."
http://www.morgenwelt.de/wissenschaft/010402-skeptics-amway.htm

Stand der Dinge im Leseland 
Auf der Leipziger Buchmesse kommen Autoren und Publikum auf ihre 
Kosten, die Verlagsmeierei ist nebensaechlich.
http://www.morgenwelt.de/kultur/010402-leseland-leipzig.htm        

Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie 
online unter
http://www.morgenwelt.de/nachrichten

Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe:
http://www.futureframe.de

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Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke
Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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