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MorgenWelt HEUTE vom 18.5.2001
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1. Staerke-Pulver gegen Moskitos 
2. Maisanbau tausend Jahre frueher 
3. Zerfall eines Kometen im Detail beobachtet 
4. Wie Bakterien Eisen atmen
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Staerke-Pulver gegen Moskitos

Xanthan, ein staerkehaltiges Verdickungsmittel aus der Lebensmittel-
industrie, kann eine wirksame Waffe gegen Moskitos sein. Dazu muss 
das Mittel nur ueber Gewaesser verstreut werden, in denen Moskito-
Larven brueten. Entsprechende Freilandversuche haben Barry 
Pittendrigh und andere Biologen der Purdue University zusammen mit 
dem US Fish and Wildlife Service unternommen. Das Xanthan bildet 
einen duennen Film auf dem Wasser, der den Moskito-Nachwuchs erstickt. 
Andere Wasserlebewesen sollen nach Aussage der Forscher unbehelligt 
bleiben.

Xantahn ist ein von Bakterien produziertes Polysaccharid. Es wird 
als Dickungsmittel unter anderem in Speiseeis, Getraenken und 
Instantpudding eingesetzt. Xanthan findet sich auch in Kosmetik und 
Druckfarben. Kuenftig koennte es auch umweltschaedliche Insektizide 
wie DDT ersetzen, meinen die Biologen. Sie sehen in dem Pulver eine 
kostenguenstige Alternative, die besonders Entwicklungslaendern 
zugute kommen koennte.

"Jede Methode, die umweltfreundlich und effektiv ist, sollte naeher 
untersucht werden", findet Kabir Cham, der fuer die Weltgesundheits-
organisation (WHO) am so genannten "Roll Back Malaria Programm" 
arbeitet. Die Tropenkrankheit Malaria, die von Moskitos uebertragen 
wird, fordert noch immer ueber eine Million Menschenleben im Jahr.

Ob das Xanthan allein wirksam genug gegen das Insekt sein kann, 
bezweifeln manche Experten. Denkbar ist aber auch, das Staerke-Pulver 
mit Insektiziden zu mischen. Die Staerke koennte die Chemikalien 
laenger an der Wasseroberflaeche halten - eben dort, wo auch die 
Mueckenlarven schweben. Sinken Insektizide ins Wasser ab, verlieren 
sie ihre Wirkung und schaedigen nuetzliche Wasserlebewesen.
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Maisanbau tausend Jahre frueher
 
Die Kultivierung von Mais, der zweitwichtigsten Nahrungspflanze des 
Menschen, geschah mindestens eintausend Jahre frueher, als bisher 
angenommen wurde. Eine amerikanische und mexikanische Forschergruppe 
um Kevin O. Pope berichtet in der Zeitschrift "Science" ueber die 
Analyse von Bodenproben aus dem altindianischen Siedlungsgebiet um 
San Andr�s im mexikanischen Bundesstaat Tabasco.

In 150 Meter Tiefe wurden die Wissenschaftler fuendig: Die wasser-
durchtraenkte Schicht des Strandwalls einer einstigen Lagune im 
Golf von Mexiko enthielt Pollen der Kulturpflanze, die ca. 5100 
v.Chr. von Indianern angebaut wurde. In juengeren Ablagerungen 
fanden sich weitere Spuren einer zunehmenden Domestizierung des 
Gewaechses, das zur Fortpflanzung der menschlichen Pflege bedarf.

Die Ethnobotanik war zunaechst davon ausgegangen, dass der 
Maisanbau im semi-ariden Hochland von Mexiko seinen Ausgang nahm. 
Die aeltesten fossilen Pflanzenreste aus der Hoehle von Guil� 
Naquitz in Oaxaca wurden auf etwa 4250 v.Chr. datiert. Im mexika-
nischen Hochland ist auch das Teosinte-Gras heimisch, aus dem die 
Maispflanze gezuechtet wurde, nicht jedoch im feuchtheissen 
Tiefland von Tabasco. Aus einer spaeteren Fundschicht von San 
Andr�s wurden Pollen der Maniok-Frucht geborgen, die im Amazonas-
Becken domestiziert wurde. Daraus folgern die Forscher, dass um 
4600 v.Chr. weitreichende Beziehungen bis nach Suedamerika bestanden 
haben muessen. Nicht nur das: In einer Brandrodung aus dem Jahr 
2667 v.Chr. wurden die bisher aeltesten Spuren einer Kulturform 
der Sonnenblume und Baumwoll-Pollen nachgewiesen.

Die Forschungsergebnisse belegen nicht nur das hohe Alter der 
Domestizierung einheimischer Pflanzen in der Neuen Welt, sondern 
auch den Einfluss des Ackerbaus auf die Fruehgeschichte der 
indianischen Hochkulturen. Nur fuenf Kilometer nordwestlich von 
San Andr�s formierte sich gegen 1300 v.Chr. die Olmeken-Kultur 
von La Venta als aelteste aller mexikanischen Zivilisationen.
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Zerfall eines Kometen im Detail beobachtet 
 
Der vollstaendige Zerfall eines Kometen hat den Astronomen neue 
Einblicke in die Entstehung unseres Sonnensystems gegeben. Ueber 
die Ergebnisse ihrer Beobachtungen vom vergangenen Sommer berichten 
jetzt mehrere Teams amerkanischer und europaeischer Astronomen in 
der heutigen Ausgabe des Fachmagazins "Science". 
 
Der Komet mit der Bezeichnung C/1999 S4 LINEAR war 1999 von einem 
automatischen Teleskop aufgespuert und bei seiner Annaeherung an 
die Sonne foermlich exlodiert. Es war das erste Mal, dass die 
Himmelsforscher dank guenstiger Beobachtungsbedingungen den 
vollstaendigen Zerfall eines Kometen im Detail beobachten konnten.
 
Kometen sind lockere Zusammenballungen aus gefrorenen Gasen und 
Felsbrocken, Ueberbleibsel aus der Fruehphase unseres Sonnensystems. 
Die 16 groesseren Brocken, in die der Komet LINEAR zerfallen ist, 
koennen nach Ansicht von Hal Weaver von der Johns Hopkins University 
urspruengliche "Planetesimale" sein, jene Kleinkoerper, aus der 
sich spaeter die Kometen, Asteroiden und Planeten des Sonnensystems 
formten. "Es ist, als ob wir den Rueckspulknopf druecken konnten", 
erlaeutert Weaver, "die Beobachtung des Zerfalls gibt uns gewisser-
massen die Moeglichkeit, die Entstehungsgeschichte zu sehen!" 
 
Zur UEberraschung der Forscher enthielten die 16 jeweils etwa 100 
Meter grossen Brocken und der gewaltige Schweif des Kometen jedoch 
nur rund ein Hundertstel der Masse des urspruenglichen, intakten 
Kometen. Der Loewenanteil der Masse, folgern Weaver und andere 
Astronomen, muss sich in Partikeln im Groessenbereich von wenigen 
Millimetern bis zu 50 Metern verstecken, die fuer die Teleskope 
sowohl im sichtbaren, als auch im infraroten Licht praktisch 
unsichtbar sind. Bislang hatten die Kometenforscher geglaubt, 
die "Bausteine" der Kometen seien ueberwiegend mehrere hundert 
Meter gross.
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Wie Bakterien Eisen atmen 
 
Das Bakterium Shewanella atmet wie andere Lebewesen auch Sauerstoff 
ein, um Kohlenhydrate aufzuspalten. Fehlt jedoch der Sauerstoff, 
kann die Bakterie Eisen 3 (Fe III) zur Atmung nutzen. Diesen 
Vorgang konnte erstmals eine Forschergruppe bestehend aus Geo-
chemikern, Mineralogen und Mikrobiologen mit einem an der Virginia 
Tech neu entwickelten Mikroskop detailliert untersuchen. In der 
heutigen Ausgabe von "Science" berichten Steven Lower und seine 
Kollegen ueber den Elektronenaustausch zwischen dem Bakterium 
und einem Eisenmineral. 
 
Um die Kohlenhydratmolekuele aufzubrechen und so Energie zu 
gewinnen, gibt die Bakterie Elektronen an das Nadeleisenerz Goethit 
ab. "Unsere Analyse zeigt, dass Shewanella ein spezielles Protein 
herstellt, mit dem es den Kontakt zu dem Eisenmineral herstellt", 
erlaeutert Lower. "Dieses Protein scheint einzig und allein dazu 
zu dienen, Elektronen vom Bakterium auf das Goethit zu uebertragen." 
 
Bei diesem Vorgang werden Eisenatome des Minerals reduziert und 
koennen sich aus dem Kristallverband loesen. Unter Umstaenden 
koennten so aber nicht nur Eisenatome, sondern auch giftige 
Schwermetalle wie Arsen oder Blei freigesetzt werden, glauben 
die Forscher. 
  
Das Verstaendnis dieses Vorgang ist daher wichtig fuer die 
Abschaetzung von Schwermetallbelastungen. Auch der effektive 
Einsatz von Agrarchemikalien und Vorgaenge in Klaeranlagen und 
Wasserleitungen werden von dem Austausch zwischen Mineralien 
und Bakterien bestimmt.
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Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke
Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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