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MorgenWelt HEUTE vom 18.5.2001
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1. Staerke-Pulver gegen Moskitos 
2. Maisanbau tausend Jahre frueher 
3. Zerfall eines Kometen im Detail beobachtet 
4. Wie Bakterien Eisen atmen
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Zehn-Jahres-Frist fuer Rettung der Menschenaffen

Frei lebende Menschenaffen sind immer staerker in ihrer Existenz 
bedroht. In den naechsten fuenf bis zehn Jahren koennten bereits 
mehrere Arten dieser Affen aussterben. Davor hat jetzt das Umwelt-
programm der Vereinten Nationen (Unep) gewarnt. Exekutivdirektor 
Klaus Toepfer rief in Washington zur Unterstuetzung des so 
genannten "Great Apes Survival Project" (Grasp) auf.

Im Rahmen dieses UN-Projektes soll der Bestand grosser Affen in 
Schluesselregionen Afrikas und Suedost-Asiens gestaerkt werden. 
Die Zerstoerung natuerlicher Lebensraeume, Buergerkriege und die 
Jagd haben Gorilla, Orang Utan, Schimpanse und Bonobo in die 
Enge getrieben. 

Als Beispiel nennt die Unep den Cross-River-Gorilla (Gorilla 
gorilla diehli), der im Grenzgebiet von Nigeria zum Kamerun lebt. 
Weltweit gibt es nur noch 150 dieser Gorillas. Im nigerianischen 
Afi-Gebirge leben zwanzig davon, die jetzt unter den besonderen 
Schutz der Unep gestellt werden sollen.

Toepfer erinnerte daran, dass Menschenaffen 98 Prozent ihres 
Erbgutes mit dem Menschen teilen. Es duerfe nicht sein, dass so 
nahe verwandte Lebewesen aussterben. Ihr Fortbestand sei auch 
fuer die medizinischen Forschung wichtig, ergaenzt Robert Hepworth, 
Unep-Experte fuer Artenvielfalt. Weil die Affen bei der AIDS-
Forschung eine Rolle spielen, rechnet Hepworth mit der Unter-
stuetzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. In das Schutz-
Projekt hat das UN-Umweltprogramm 150.000 Dollar investiert. 
Noetig seien aber ueber eine Million Dollar, sagte Toepfer. 
Er hofft auf Spenden unter anderem aus der Wirtschaft.
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Bild und Ton gegen den Schmerz

Wenn von natuerlichen Wirkstoffen gegen Schmerzen die Rede ist, 
dann koennen kuenftig auch Bilder und Toene gemeint sein. 
Das Gurgeln von Baechen oder der Anblick schoener Panorama-
Landschaften kann naemlich auf Patienten eine geradezu medika-
mentoese Wirkung haben. Dies berichtete gestern Noah Lechtzin 
von der Johns Hopkins University auf der Jahrestagung der 
American Thoracic Society.

Die Aerzte aus Baltimore konnten ihre Patienten erfolgreich 
ablenken, waehrend sie eine so genannte Bronchoskopie durch-
fuehrten. Bei dieser Untersuchung muss ein Endoskop in 
Bleistift-Dicke in die Luftroehre eingefuehrt werden. 
Je verkrampfter die Patienten sind, um so mehr Schmerzen 
verursacht die Untersuchung.

Bekommen die Betroffenen allerdings waehrend und nach der 
Behandlung Bilder und Toene aus der Natur vorgespielt, ueberstehen 
sie die Prozedur wesentlich leichter. Dies ermittelten die Aerzte 
bei 41 Maennern und Frauen, die die Untersuchung jeweils rund 25 
Minuten ueber sich ergehen lassen mussten. Im Vergleich zu einer 
Kontrollgruppe konnte fast jeder zweite Patient deutlich besser 
von seinen Schmerzen abgelenkt werden.
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Viren-Mix gegen Gehirntumore

Eine Kreuzung zwischen zwei Viren hat sich als potentielle Waffe 
gegen den Krebs erwiesen. Zumindest in Versuchen an Maeusen 
konnten auf diese Weise Gehirntumore innerhalb von Tagen 
abgetoetet werden. Dies berichtete Matthias Gromeier von der 
Duke University auf dem 101. Generaltreffen der  amerikanischen 
Gesellschaft fuer Mikrobiologie. Zum Einsatz kam eine Kreuzung 
aus dem Poliovirus und dem Rhinovirus, das herkoemmliche 
Erkaeltungen ausloest. 
 
Gromeier und seinen Kollegen war aufgefallen, dass das Molekuel 
CD155 des Poliovirus die Anbindung mit den Zellen des Gehirntumors 
Malignant glioma sucht. Damit ist der Poliovirus geeignet, den Tumor 
anzugreifen und zu zerstoeren. Malignant glioma ist der haeufigste 
Typ des Gehirntumors und fuehrt in fast allen Faellen zum Tod, 
da die ueblichen Behandlungsmethoden nicht ansprechen. 

Den Forschern gelang es, durch eine Genkombination das Poliovirus 
zu entschaerfen. Dann wurde ihm eine spezielle Gensequenz aus dem 
Rhinovirus eingefuehrt. "Die Kombination aus Polio- und Erkaeltungs-
virus kann nicht mehr die Kinderlaehmung ausloesen, ist aber fuer 
die Zellen des Gehirntumors toedlich", berichtet Forscher Gromeier 
auf der Fachtagung. Eine einzige Dosis des neuen Virus habe genuegt, 
um die Maeuse zu heilen.
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Vermaechtnis eines Kometen: Wasser 
 
Seit langem wird vermutet, dass das Wasser der Weltmeere mit 
Kometen oder Asteroiden auf die Erde kam. Neue Belege fuer diese 
Hypothese liefert jetzt der Zerfall des Kometen LINEAR. Demnach 
enthielt der im letzten Sommer auseinander gebrochene Komet 
grosse Mengen von Wasser, die zudem eine aehnliche Isotopen-
Zusammensetzung wie irdisches Wasser aufwiesen.

"Zum ersten Mal haben wir einen Kometen gesehen, der die richtige 
Zusammensetzung fuer den Job hat", so Michael Mumma vom Goddard 
Space Flight Center der NASA. Er und seine Kollegen schreiben in 
"Science" ueber ihre Befunde. In der gleichen Ausgabe des Magazins 
berichtet Teemu Maekinen vom Finnish Meteorological Institute 
ueber Beobachtungen mit dem europaeischen Sonnenobservatorium SOHO. 
Aus den von LINEAR hinterlassenen Wasserstoffwolken schliesst 
Maekinen, dass der Kometenkern bei einem Durchmesser von 750 bis 
1000 Metern rund 3,3 Millionen Tonnen Wasser enthielt - genug fuer 
einen kleinen See.

Die Wissenschaftler glauben, dass LINEAR in einer relativ warmen 
Zone des Sonnensystems entstanden ist - naemlich im Bereich der 
Jupiter-Umlaufbahn. Darauf deuteten neben seiner Isotopen-
Zusammensetzung auch seine geringe Groesse sowie sein niedriger 
Gehalt an fluechtigen Molekuelen wie Kohlenmonoxyd, Methan, 
Ethan und Acetylen (Ethin) hin. Erst spaeter sei der Komet dann 
durch die Gravitation des Gasgiganten in die Oortsche Wolke im 
kalten Aussenbezirk des Sonnensystems katapultiert worden.

Schliesslich sei er aus dieser Oortschen Wolke wieder ausgebrochen 
und habe seine Reise in Richtung Sonne begonnen. Von solchen 
Kometen koennte die Erde nicht nur Wasser, sondern auch die 
Grundbausteine fuer organisches Leben erhalten haben, so Mumma. 
"Es ist, als ob man von einem Schneeball anstatt von einem 
Eisberg getroffen wird. Die aus der Jupiter-Region stammenden, 
kleinen Kometen treffen die Erde relativ sanft. Sie zerfallen 
hoch oben in der Atmosphaere, wobei die meisten organischen 
Molekuele intakt bleiben."
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