MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 2.7.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Neue Familie von Wespen identifiziert 2. Bundesweites Krebsregister gefordert 3. Fruchtbarkeitstests fuer daheim 4. Ausgestossene Sterne ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Neue Familie von Wespen identifiziert Regelmaessig koennen Biologen die Entdeckung einer neuen Tierart vermelden. Nur selten kommt es dagegen vor, dass gleich eine ganze Tierfamilie ausfindig gemacht wird. Einen solchen Erfolg kann jetzt ein Team australischer, neuseelaendischer und kanadischer Biologen vermelden. Die Forscher sind auf Neuseeland auf eine neue Wespen-Familie gestossen. Nach der biologischen Systematik steht die Familie (Familia) ueber der Gattung (Genus) und diese wiederum ueber der Art (Species). "Obwohl jedes Jahr Hunderte neuer Insektenarten identifiziert werden, ist die Entdeckung einer neuen Familie sehr selten", beschreibt Prof. Andy Austin, Biologe an der australischen Adelaide University, die Bedeutung des Fundes. "In der Region von Suedasien bis Australien wurden in den letzten dreissig Jahren ueberhaupt nur fuenf oder sechs neue Tierfamilien entdeckt - und das ist noch viel im Vergleich zum Rest der Welt." Die neue Wespenfamilie ist auf den ersten Blick eine alte Bekannte: Erste Exemplare wurden bereits in den letzten 70er Jahren gefangen. Die nur 1,5 Millimeter kleinen Insekten konnten aber bis jetzt nicht richtig eingeordnet werden. Die bizarren Tierchen scheinen aus zwei sich fremden Wespengruppen zusammengesetzt, denn Vorder- und Hinterteil wollen nicht zueinander passen. Manche der Wespen besitzen zudem nur extrem kurze Fluegel, die zum Fliegen kaum geeignet sind. Auf den kleinen windigen Inseln, die vor Neuseelands Kueste liegen, sinkt damit ihr Risiko, auf den offenen Ozean geblasen zu werden. Weil die Wespenfamilie so lange Zeit fuer Verwirrung unter den Biologen sorgte, hat sie den Namen "Maamingidae" bekommen - in der Sprache der Maori der Begriff fuer Schwindler und Betrueger. UEber die so Gescholtenen wissen die Forscher bisher nur wenig: Zu sehen ist die Wespe hin und wieder im Sommer oder Herbst - dann bevorzugt im Umfeld von Laubhaufen. Moeglicherweise erbeutet sie dort kleine Fliegen, die zwischen den Blaettern ihre Eier ablegen. DNA-Analysen, die noch im Laufe des Jahres veroeffentlicht werden, sollen eine enge Verwandtschaft mit fruehen Wespen des Urkontinents Gondwana ergeben haben. Die Insekten koennten auf Neuseeland isoliert worden sein, als der Urkontinent auseinander brach, spekulieren die Forscher. Moeglicherweise sind die Maamingidae-Wespen sehr enge Nachfahren der ersten Insekten ueberhaupt. ------------------------------------------------------------------- Bundesweites Krebsregister gefordert Die Einrichtung eines bundesweiten Krebsregisters hat jetzt die Praesidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski, gefordert. Solch ein Register sei eine wichtige Voraussetzung fuer eine erfolgreiche Krebsbekaempfung und Ursachenforschung. Doch waehrend in anderen Laendern Europas flaechendeckende Krebsregister existierten, sei Deutschland in dieser Beziehung immer noch ein Entwicklungsland. "Am sinnvollsten waere eine Meldepflicht", so Schipanski. Sie forderte die Laender zur Mitarbeit bei der Erfassung aller Krebserkrankungen auf. Auf Bundesebene werden Krebserkrankungen derzeit nur als Todesursachen und als Krankenhausdiagnosen statistisch erfasst. Zu Neuerkrankungen gibt es keine bundesweiten Daten. In einem epidemiologischen Krebsregister werden Daten darueber gesammelt, wer wann, wo und wie haeufig an welcher Krebsart erkrankt. Nach Ansicht der Deutsche Krebshilfe bilden solche Daten die Basis fuer die Ursachenforschung sowie fuer Vorbeugungs- und Frueherkennungsprogramme. ------------------------------------------------------------------- Fruchtbarkeitstests fuer daheim Die ersten "Do it yourself"-Fruchtbarkeitstests wurden heute in Lausanne praesentiert. Kinderlose Paare sollen damit fruehzeitig erkennen koennen, ob gesundheitliche Probleme eines der Partner fuer das Ausbleiben von Nachwuchs verantwortlich sind. Der Fruchtbarkeitstest fuer den Mann bestimmt die Beweglichkeit der Spermien, einen kritischen Faktor fuer die maennliche Fruchtbarkeit. Dafuer wird eine Spermaprobe auf kuenstlichen Gebaermutter-Schleim gegeben, dessen Temperatur 37 Grad Celsius betraegt. Hat sich ein Spermium durch den Schleim hindurch gearbeitet, reagiert es mit einem speziellen Antikoerper, wobei eine leichte Verfaerbung eintritt. Fuer das blosse Auge wird diese erst dann sichtbar, wenn genuegend viele Spermien die Aufgabe absolvieren konnten. "Der Test kann nicht alle Ursachen fuer maennliche Unfruchtbarkeit diagnostizieren", erlaeutert Christopher Barratt von der University of Birmingham, einer der Entwickler. "Immerhin erkennt er aber den Grossteil der Faelle und die Bedienungsanleitung wird daran keinen Zweifel lassen." "Gegenwaertig wird eine Unfruchtbarkeit festgestellt, indem man es erst fuer zwoelf Monate versucht und dann medizinischen Rat sucht", so Barratt. "Aber 40 Prozent aller Faelle von Unfruchtbarkeit gehen auf maennliche Faktoren zurueck und dieser Test kann fruehzeitig anzeigen, ob es ein potenzielles Problem mit dem Mann gibt." Der Fruchtbarkeitstest fuer die Frau misst die Urinkonzentration des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) zu einem bestimmten Zeitpunkt der Periode. Dies gebe Auskunft ueber das in den Eierstoecken schlummernde Eizell-Reservoir, so die Entwickler. Der Prototyp des Tests sei bereits an ueber 300 Maennern und Frauen getestet worden. Derzeit erhoeht die Londoner Herstellerfirma Genosis Inc. ihre Produktion, damit im Herbst klinische Tests in Grossbritannien und den USA durchgefuehrt werden koennen. Der Verkauf soll dann im naechsten Jahr anlaufen. ------------------------------------------------------------------- Ausgestossene Sterne Braune Zwerge sind vernachlaessigte, ausgestossene Mitglieder von Sternenfamilien. Zu diesem Ergebnis kommen die Astronomen Bo Reipurth von der Universitaet Colorado in Boulder und Cathie Clark vom Institute of Astronomy in Cambridge, England. Mit Hilfe von Computersimulationen haben die beiden Wissenschaftler die Entstehung von Sternen aus Gaswolken untersucht. Sterne entstehen, wenn grosse Gaswolken sich durch ihre eigene Anziehungskraft zusammenziehen. Dabei entstehen zumeist nicht nur ein Stern, sondern eine groessere Zahl von Sternen gleichzeitig aus einer Wolke. Wie die Simulationen von Reipurth und Clark nun zeigen, konkurrieren diese jungen Sterne heftig um die Materie der Gaswolke, "wie neugeborene Saeugetiere um die Milch ihrer Mutter", so Reipurth. Je groesser ein Stern dabei ist, desto staerker wird seine Anziehungskraft und umso mehr Materie saugt er aus der Gaswolke auf - und wird damit noch groesser. Die groessten Sterne bilden sich nach Angaben der beiden Astronomen im dichten Zentralbereich der Gaswolke. "Die leichtesten Mitglieder der jungen Sternenfamilie werden durch die Schwerkraft der grossen Sterne aus der Gruppe herausgeschleudert", erlaeutert Reipurth die weiteren Vorgaenge. Bei diesen Leichtgewichten reicht die Masse dann nicht aus, um dauerhaft das Feuer der Kernfusion in ihrem Inneren zu entzuenden. Solche kuehlen, lichtschwachen Objekte nennen die Astronomen Braune Zwerge. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- MINIUMFRAGE: (einfach ankreuzen :-)) 1. 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