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MorgenWelt HEUTE vom 3.7.2001
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1. Fossiler Fisch trug lange Dornen
2. Ungleichgewicht im Korallen-Bestand
3. Mit 19 Klicks um die Welt
4. Indien: Versunkene Stadt im Meer gefunden
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Fossiler Fisch trug lange Dornen

Suedafrikanische Forscher haben die Entdeckung eines bisher
unbekannten fossilen Fisches bekannt gegeben. Die Palaeontologen
Robert Gess und Eric Anderson stiessen bei Ausgrabungen in
Grahamstown, rund 1.000 Kilometer suedlich von Johannesburg, auf das
Tier.

Der Fisch ist nach Aussage der Forscher etwa 360 Millionen Jahre alt
- rund 120 Millionen Jahre aelter als die ersten Dinosaurier. Er
besitzt eine Reihe langer, spitzer Dornen auf dem Ruecken, denen er
auch seinen Namen Diplacanthus acus verdankt. Uebersetzt bedeutet
dies in etwa "zwei Dornen mit Nadel". Der Fisch ist nur zehn
Zentimeter lang, kommt durch seine Dornen aber auf eine Hoehe von 15
Zentimetern.

Das Skelett des Tieres hat sich als dunkler Abdruck auf Stein
erhalten. Flossen und andere Weichteile sind nicht ueberliefert. Der
Fund wurde bereits 1999 freigelegt, allerdings erst jetzt von den
Forschern eingeordnet und veroeffentlicht.

Auf der Grabung bei Grahamstown wurden bereits zahlreiche Fossilien
gefunden, darunter Fragmente eines meterlangen Wasserskorpions.
Bauarbeiter waren zufaellig auf die Lagerstaette gestossen, als sie
1985 eine Strasse durch die Region legten. In der Zeit des Devon soll
sich an der Fundstelle eine von Sumpfland umgebene Lagune befunden
haben.
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Ungleichgewicht im Korallen-Bestand

Seit rund 30 Jahren gehen die Korallenbestaende in der Karibik stetig
zurueck. Bisher war umstritten, ob tatsaechlich Fischerei,
Wasserverschmutzung und andere menschliche Einfluesse die Ursachen
des Korallensterbens sind. Jetzt glaubt ein amerikanischer
Palaeontologe eindeutige Bewiese fuer diese These gefunden zu haben.

Jon Pandolfi vom Smithsonian Institution's National Museum of Natural
History in Washington hat die Entwicklung der Korallenriffe 220.000
Jahre weit zurueck verfolgt. Der Forscher glaubt jetzt ausschliessen
zu koennen, dass natuerliche Schwankungen fuer den Rueckgang der
Korallen verantwortlich sein koennen.

Fuer seine Untersuchung hat Pandolfi fossile Korallen an den
karibischen Standorten San Andres, Cura�ao, und Barbados verglichen.
Die Fossilien im Alter von 104.000 bis 220.000 Jahren blieben
zurueck, nachdem in Folge der Eiszeiten der Meeresspiegel sank und
die Inseln in die Hoehe wuchsen.

Einerseits belegen die Funde, dass es tatsaechlich wiederholt grosse
Schwankungen im Korallenbestand gegeben hat. Andererseits blieb die
Anzahl verschiedener Arten und das Verhaeltnis unter diesen Spezies
ueber die Jahrtausende hinweg immer gleich, berichtete Pandolfi jetzt
auf einer Fachtagung amerikanischer Palaeontologen.

Seit den letzten 70er Jahren sei aber ein deutlicher Einschnitt zu
verzeichnen. Demnach werden 80 Prozent aller Riffe derzeit von nur
einer Korallenart bewohnt, der Acropora palmata, die ausserdem stark
im Schwinden begriffen sei. Weitere 15 Prozent der Riffe werden von
den naechsten fuenf Arten gebildet. Die restlichen fuenf Prozent
Lebensraum teilen sich nach Aussage Pandolfis 24 weitere, extrem
seltene Korallenarten.

Ein derartiges Ungleichgewicht sei ohne Parallele in der Geschichte
der Riffe. Der menschliche Einfluss sei die einzige moegliche
Erklaerung, sagt der Forscher.
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Mit 19 Klicks um die Welt

Das World Wide Web besteht aus Milliarden von Webseiten - Tendenz
steigend. Dennoch braucht es in der Regel nicht mehr als 19
Mausklicks, um von einer Seite zu einer beliebigen anderen zu
gelangen. Dies fand ein amerikanischer Physiker jetzt heraus.

Albet-L�szl� Barab�si erstellte dazu eine Art Landkarte des WWW. Die
Webseiten und Links entsprachen darin Staedten und Strassen. Anhand
der Karte ermittelte der Forscher dann die kuerzesten Reiserouten
fuer beliebige Start- und Ziel-Kombinationen: Im Schnitt musste man
19 Strassen entlang reisen.

Angesichts der Unzahl von Webseiten ist diese Zahl erstaunlich klein.
Der Grund dafuer sind nach Ansicht Barab�sis einige wenige Webseiten,
die besonders viele Links aufweisen. Damit sind sie gewissermassen
die Hauptknotenpunkte im Internet-Verkehr und binden die weniger
stark verknuepften Seiten ein.

Eine aehnliche Verteilung fand Barab�si fuer die physikalischen
Verbindungen zwischen Internet-Routern. Die mittlere Distanz lag
diesmal bei neun Verbindungen. Wieder gab es einige besonders stark
verknuepfte und viele schwach angebundene Rechner. Sollten Hacker es
darauf anlegen, das Internet zu stoeren, seien die am staerksten
verknuepften Router ein lohnendes Ziel, befuerchtet der Forscher.
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Indien: Versunkene Stadt im Meer gefunden

Bei Routinearbeiten vor der Kueste der westindischen Region Gujarat
bemerkten Ingenieure des National Institute of Ocean Technology
(NIOT) vor einem halben Jahr Unregelmaessigkeiten auf dem
Meeresgrund. Nach sorgfaeltiger Auswertung der Messergebnisse steht
nun fest, dass die Formationen von einer Metropole der Induskultur
herruehren, die vor 5.500 Jahren auf dem indischen Subkontinent
bestand. Die "Economic Times of India" bezeichnet diesen weltweit
groessten Komplex der Unterwasserarchaeologie als "Fund des Jahres" .

Die Baureste erstrecken sich in 40 Metern Wassertiefe zu beiden
Seiten eines alten Flusslaufs, der nach einem Erdbeben im Golf von
Khambhat versank. Wegen der starken Stroemung und eines Gezeitenhubs
von zehn Metern konnten erst neun Kilometer des Stadtgebiets durch
Ultraschall geortet werden. Die Erforschung der Fundstaette gestaltet
sich auch wegen der schlechten Sichtverhaeltnisse unter Wasser
schwierig. Nach Ende der Monsunzeit sollen Unterwasserkameras und
Taucher eingesetzt werden. Moeglicherweise koennen dann auch Objekte
geborgen werden, die eine genaue Datierung gestatten.

Der Projektleiter Dr. S. Kathiroli erklaerte gegenueber der Presse,
dass ausser zahlreichen Grundmauern von Gebaeuden ein 40 mal 40 Meter
grosses Becken fuer rituelle Waschungen gefunden wurde. Aehnliche
Wasserbecken waren in Mohenjodaro und Harappa, den Zentren der
Induskultur, seit 1922 ausgegraben worden. In einer Bodenerhebung mit
einer Grundflaeche von 97 mal 29 Metern wollen die Forscher die Reste
eines Tempels erkennen.

Als Sensation gelten Daemme, die zwischen 500 und 800 Metern lang
sind und bei einer Staerke von acht bis zwoelf Metern bis zu einer
Hoehe von acht Metern empor ragen. Bisher waren solche Bauten aus dem
Gebiet der Induskultur nicht bekannt.

Die dunkelhaeutige Bevoelkerung der Induskultur errichtete seit 3.500
v. Chr. die ersten Grossstaedte der Menschheitsgeschichte in den
fruchtbaren Ebenen am Fuss des Himalaya. Bis zu 30.000 Menschen
lebten in sorgfaeltig geplanten Siedlungen friedlich von
Landwirtschaft und Handwerk. Durch weitreichende Handelsbeziehungen
waren sie mit dem Mittelmeerraum und Zentralasien verbunden. Sie
entwickelten eine eigene Schrift und verwalteten ihre Gemeinwesen
demokratisch. Palast- und Militaerbauten wurden bisher nicht gefunden.

Der Eroberung durch arische Viehzuechter um 1.500 v. Chr. konnten sie
daher keinen Widerstand entgegensetzen. Ihre Nachkommen gingen in der
drawidischen Bevoelkerung auf, die heute ein Viertel der Einwohner
Indiens stellen.
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Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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