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MorgenWelt HEUTE vom 19.7.2001
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1. Enzyme machen Camembert schmackhaft
2. Sterne aus Quark(s)
3. Spritzige Drohgebaerden bei Gorillas
4. Gutes Futter: Wink mit dem Schnabel
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Enzyme machen Camembert schmackhaft

Je zaehfluessiger ein Camembert ist, desto besser schmeckt er.
Verantwortlich fuer Konsistenz und Geschmack sind Enzyme im Schimmel.
Eine franzoesische Forscherin und ihr Team haben diesen Zusammenhang
wissenschaftlich nachweisen koennen. ueber sechs Wochen lang liessen
sie den Kaese reifen und untersuchten immer wieder Proben auf ihre
Veraenderung.

Nach Aussage der Forscher sind fuer den Geschmack Schimmel-Enzyme
verantwortlich, die waehrend der Reifezeit wasserloesliche
Bitterstoffe erzeugen. Nebenbei zersetzen die Enzyme Proteine und
Fett, was den Kaese zaehfluessig werden laesst.

In ihren Experimenten versuchten die Forscher, den Kaese aus seinen
Zutaten zu rekonstruieren. Der im Labor nachgebaute Camembert besass
allerdings zu wenig Bitterstoffe und zu viel Salz. "Die Struktur des
Produkts hat einen Einfluss auf den Geschmack", musste die Forscherin
Nicklaus einsehen. Der synthetische Camembert aus der Fertigmischung
duerfte uns also erspart bleiben.
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Sterne aus Quark(s)

Bislang raetselhafte Explosionen auf Sternen lassen sich erklaeren,
wenn diese Sterne aus reinen Quarks bestehen. Das zeigen juengste
Berechnungen des israelischen Physikers Wladimir Usow vom
Weizmann-Institut in Rehovot. Quarks sind winzige Bausteine der
Materie: Neutronen und Protonen enthalten jeweils drei Quarks. Der
Theorie zufolge koennen Quarks nicht frei vorkommen, sondern nur im
Verbund von zwei oder mehr der Teilchen.

Vor zehn Jahren schlug jedoch der Amerikaner Charles Alcock vor, dass
unter den extremen Druckverhaeltnissen, wie sie in manchen
Neutronensternen herrschen, die Neutronen foermlich zerquetscht
werden und die Materie des Sterns in einen reinen Quark-Zustand
uebergeht. Diese Quark-Sterne sollten ein Raetsel loesen helfen, dass
die Astronomen seit 1979 plagt.

Damals - und im folgende Jahr - explodierten in der Grossen
Magellanschen Wolke jeweils ein Neutronenstern. Die Energieausbrueche
waren so gewaltig, dass es die Sterne nach Meinung der Astronomen
haette zerfetzen muessen. Doch die Neutronensterne sind noch heute
da. Alcocks Idee war es nun, dass es sich nicht um Neutronen-,
sondern um Quark-Sterne handelt. Einfallende Materie - etwa ein Komet
- wuerde dann ebenfalls in Quark-Materie umgewandelt. Dabei wuerde,
so vermutete Alcock, sehr viel Energie frei. Da Quark-Sterne aber
durch staerkere Kraefte zusammengehalten werden als Neutronensterne,
koennten die Sterne die Explosionen ueberleben.

Wladimir Usow hat Alcocks Vorstellungen nun erstmals in ein
theoretisches Modell gegossen und durchgerechnet. "Die freiwerdende
Energie ist nicht nur gross - sie ist gewaltig!" erlaeutert er seine
Ergebnisse. Usows Rechnungen zeigen, dass sich viele der
Eigenschaften der Strahlungsausbrueche tatsaechlich mit dem
Quark-Modell erklaeren lassen. Es spricht also einiges dafuer, dass
es tatsaechlich Quark-Sterne gibt.
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Spritzige Drohgebaerden bei Gorillas

Gorillas drohen ihren Artgenossen, indem sie weit sichtbar mit Wasser
um sich spritzen. Das berichten zwei Wissenschaftler in der neuesten
Ausgabe von "Nature".  Das Drohgebaren werde ausschliesslich von
Maennchen benutzt, so die Forscher. Es diene in den meisten Faellen
dazu, Rivalen von den Weibchen fernzuhalten.

Ueber einen Zeitraum von knapp drei Jahren studierten Richard Parnell
von der University of Stirling in Schottland und Hannah
Buchanan-Smith von der Wildlife Conservation Society das Verhalten
von Flachlandgorillas im Kongo. Ueber diese Primatenart ist bisher
recht wenig bekannt, weil die Tiere sich vor allem in dichten
Waeldern aufhalten und dort schlecht beobachtbar sind.

Aber die Verhaltensforscher hatten Glueck, denn die Flachlandgorillas
suchen haeufig in offenen Sumpfgebieten nach Nahrung. Dort
veranstalten die maennlichen Primaten regelmaessig ein nasses
Spektakel: Die Affen schlagen mit den Armen auf die Wasseroberflaeche
von Tuempeln ein oder stuerzen sich gleich mit ihrem ganzen Koerper
hinein. So erzeugen sie weit sichtbare Spritzwasser-Fontaenen und
halten Rivalen auf Distanz.

"Dieses ungewoehnliche Verhalten hat sich wohl nur bei Gorillas
entwickelt, die offene Sumpfgebiete aufsuchen, wo ueber groessere
Entfernungen sichtbare Signale einen Sinn machen.", schreiben die
Forscher. Es ist schon laenger bekannt, dass Affen Objekte aus ihrer
Umwelt als Signalmittel in einem feindlichen Kontext benutzen, "aber
die Manipulation von Wasser zur Kommunikation zwischen wilden
Primaten wurde noch nicht beschrieben und koennte, mit Ausnahme von
Elefanten, einzigartig bei terrestrischen Saeugetieren sein".
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Gutes Futter: Wink mit dem Schnabel

Nicht nur menschliche Eltern bringen ihrem Nachwuchs bei, sich gesund
zu ernaehren. Das gleiche Verhalten beobachteten amerikanische
Biologinnen jetzt bei einer Schneehuhn-Art. Deren Hennen machen ihren
Kueken durch Winke mit dem Schnabel unmissverstaendlich klar, welche
Pflanzen sie zu fressen haben.

Jennifer Clarke und von der University of Northern Colorado,
Greenley, und ihre Kolleginnen studierten das Weissschwanz-Schneehuhn
(Lagopus leucurus) - einen typischen Gebirgsvogel Nordamerikas. Wie
sie auf dem Jahrestreffen der "Animal Behavior Society" berichten,
rupfen die Schneehuhn-Weibchen Teile von Pflanzen ab und legen sie
vor den Kueken ab. Dann zeigen sie mit dem Schnabel abwechselnd auf
die Pflanzenteile und die entsprechende Pflanze. Gleichzeitig lassen
sie einen besonderen Nahrungsruf hoeren.

Dieses Verhalten zeigen die Tiere nur bei sechs ihrer dreizehn
haeufigsten Nahrungspflanzen, entdeckten Clarke und ihre Kolleginnen.
Am wichtigsten schien den Hennen eine Zwergweiden-Art zu sein, die
sich bei einer chemischen Analyse tatsaechlich als besonders
ergiebige Proteinquelle entpuppte.

Wie das Magazin "Nature Science Update" berichtet, behalten die
Kueken die Lektionen bis ins Erwachsenenalter im Gedaechtnis. Daher
koennten Schneehuehner in Regionen mit verschiedener Flora durchaus
unterschiedliche "Esskulturen" ausgebildet haben, glaubt Clarke.
Diese Hypothese will sie nun weiter untersuchen.
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Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke
Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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