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MorgenWelt HEUTE vom 7.8.2001
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1. Lichtverschmutzung vernebelt Sternenhimmel
2. Fledermaeuse jagen auch Spatzen
3. Auf Tuchfuehlung mit der Vulkanwelt
4. Hobbyforscher entdeckten Urzeit-Krokodil
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Lichtverschmutzung vernebelt Sternenhimmel

In weiten Teilen der Welt bleibt den Menschen der Blick auf ihr
kosmisches Zuhause verborgen. Mehr als die Haelfte der Europaeer und
rund zwei Drittel der US-Amerikaner sehen die Milchstrasse nicht,
weil kuenstliche Lichtquellen die Naechte erhellen. Italienische
Wissenschaftler der Universitaet in Padua stellten jetzt erstmals
einen umfassenden Atlas der Lichtverschmutzung vor. Demnach werde die
freie Sicht auf den Nachthimmel immer mehr durch Kunstlicht
eingeschraenkt. Der Astronom Pierantagio Cinzano stellt resigniert
fest, dass "die Menschen sich zunehmend in einen Nebel aus Licht
verhuellen".

Die Wissenschaftler warnen, dass hell erleuchtete Staedte noch in 250
Kilometern Entfernung die Blicke von Nachtschwaermern und Astronomen
trueben. Die Lichtverschmutzung ueberschreite alle Grenzen und sei
laengst nicht mehr auf die Industrienationen beschraenkt. "Mehr als
99 Prozent der amerikanischen und europaeischen Bevoelkerung und
ueber zwei Drittel aller Erdenbewohner leben in lichtverschmutzten
Gebieten", so Cinzano.

In Italien gebe es nur eine einzige groessere Stadt, in der die
Milchstrasse am Nachthimmel sichtbar wird. Nur in Venedig kommen
gedaempfte Laternen zu Einsatz, damit die romantische Stimmung in den
Gassen der alten Handelsmetropole erhalten bleibt. Dort koennen
Verliebte auch weiterhin ihre vertraeumten Blicke in einen hell
glitzernden Sternenhimmel richten.
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Fledermaeuse jagen auch Spatzen

Bei Fledermaeusen denken viele Menschen an kleine Vampire, die nachts
das Blut ihrer Opfer aussaugen und tagsueber in dunklen Verstecken
ausharren. In der Realitaet ernaehren sich die Saeuger aber vor allem
von Insekten. Jetzt machten spanische Wissenschaftler eine
ueberraschende Entdeckung: Der Riesen-Abendsegler, eine der groessten
Fledermausarten, jagt offenbar auch Spatzenvoegel.

Carlos Ibanez und seine Kollegen  von der Estacion Biologica de
Donana in Sevilla sammelten 14.000 Kotpillen des Riesen-Abendseglers
und fanden darin Federreste von kleinen Spatzen. Bis jetzt war nur
von einigen tropischen Fledermaeusen bekannt, dass sie auch groessere
Tiere jagen. Der Riesen-Abendsegler profitiert offenbar von den
Wanderungen der Spatzen, die im Fruehling und Herbst zu Millionen
ueber die iberische Halbinsel hinwegziehen.

Die grosse Fledermaus hat eine Spannweite von fast einem halben Meter
und faengt die Voegel nach Angaben der Forscher bei Dunkelheit. In
ueber 200 Meter Hoehe schlage der Riesen-Abendsegler zu, um sein
Opfer noch in der Luft zu verspeisen. Die Fledermaeuse benutzen beim
Beutefang ein raffiniertes Echolot, mit dem sie Ultraschallwellen
ausenden und empfangen koennen. Anhand der reflektierten Signale
orten sie ihre Opfer.

Die Riesen-Abendsegler ernaehren sich aber nur im Fruehling und im
Herbst von den Zugvoegeln, vermuten die Forscher. Ausserhalb der
Wanderungsbewegungen der Spatzen fressen die Fledermaeuse Insekten.
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Auf Tuchfuehlung mit der Vulkanwelt

Die Raumsonde Galileo hat gestern morgen einen Vorbeiflug am
Jupitermond Io absolviert und sich der Vulkanwelt dabei auf 200
Kilometer genaehert. Obwohl die Kamera an Bord der Sonde anscheinend
nur zeitweise funktioniert hat, erhoffen die Wissenschaftler sich
aufschlussreiche Daten aus der Annaeherung.

Der Kurs der Sonde fuehrte sie direkt ueber den Io-Vulkan Tvashtar,
der bei der letzten Beobachtung vor sieben Monaten noch Gaswolken
ausgestossen hatte. "Bislang wissen wir noch nicht, ob die Gaswolke
immer noch aktiv war", erlaeutert Eilene Theilig, Projektmanagerin
der Galileo-Mission am Jet Propulsion Laboratory. "So oder so
erwarten wir aber wertvolle Informationen ueber Veraenderungen in der
Tvashtar-Region."

Vermutlich sind aufgrund eines Kameraproblems neun von sechzehn
geplanten Beobachtungen waehrend der Annaeherung verloren gegangen.
Die Techniker arbeiten derzeit daran, das Problem zu beheben, so dass
die Kamera fuer Beobachtungen aus groesserer Distanz wieder zur
Verfuegung steht. Wichtiger ist jedoch, dass die uebrigen Instrumente
zur Messung von magnetischen und elektrischen Feldern sowie von
Teilchen einsatzfaehig waren. Aus ihren Daten erhoffen die
Wissenschaftler sich Aufschluss darueber, ob die von heftigem
Vulkanismus geschuettelte Welt Io ein eigenes Magnetfeld besitzt.

Galileo war 1989 von der Erde gestartet und umkreist seit 1995 den
Jupiter. Eigentlich war ihre Mission nur auf zwei Jahre ausgelegt.
Doch obwohl ihre empfindliche Elektronik mittlerweile das Dreifache
der eingeplanten Strahlendosis abbekommen hat, arbeitet die Sonde
immer noch. Erst kuerzlich hatte sie daher eine weitere Gnadenfrist
erhalten. Bis zum August 2003 soll sie nun ihre Beobachtung Jupiters
und seiner Trabanten fortsetzen, bevor sie in der Atmosphaere des
Planeten zum Vergluehen gebracht wird.
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Hobbyforscher entdeckten Urzeit-Krokodil

Hobby-Palaeontologen haben in Mepal in der der englischen Provinz
Cambridgeshire ein fossiles Krokodil gefunden. Experten der
Universitaet Cambridge identifizierten das Tier inzwischen als
Stenosaurus. Das Meereskrokodil wird auf ein Alter von 150 Millionen
Jahren geschaetzt.

Die fossilen ueberreste entdeckten die Hobbyforscher auf einem
ehemaligen Flughafen. Das Gelaende wird derzeit in eine Fischfarm
umgewandelt. Als ihnen die Bedeutung des Fundes bewusst wurde, riefen
die Entdecker die Palaeontologen der Universitaet Cambridge zu Hilfe.

In zweiwoechigen Grabungen konnten die Fachleute unter anderem
Zaehne, Rippen, Knoechel sowie grosse Teile des Kiefers bergen. Das
Rueckgrat des Tieres ist dagegen nicht erhalten geblieben. Nach der
Rekonstruktion und Auswertung des Fundes sollen die ueberreste ab
Ende September im Sedgwick Museum der Universitaet Cambridge
ausgestellt werden.

Waehrend heutige Krokodile Suesswasser bevorzugen, lebte Stenosaurus
auf dem offenen Meer. Nur zur Eiablage kam es an Land. Die
Urzeitkrokodile waren in der Jurazeit auf der ganzen Welt verbreitet;
in Deutschland stiess man auf entsprechende Funde im Oelschiefer von
Holzmaden.
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