.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Tollwood-Kulturfestival München
Pressemitteilung

Berlin, 16. Mai 2011

  * Mehr als 25.000 Atommüllfässer für Bundeskanzlerin Merkel
  * Atomkraftwerke weiter laufen lassen ist verantwortungslos

Kurz vor Beginn der Tagung des Deutschen Atomforums übergaben die
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und das Tollwood Kulturfestival am
heutigen Montag mehr als 25.000 kleine Atommüllfässer als eindrucksvolles
Zeichen des Protestes an die politisch Verantwortlichen in Berlin. Vor dem
Bundeskanzleramt errichteten sie ein vier Meter hohes, symbolisches
Atomkraftwerk sowie ein symbolisches Endlager, das mit den von engagierten
Bürgern unterzeichneten Atommüllfässern bestückt wurde. Im Anschluss daran
übergaben .ausgestrahlt und Tollwood die Atommüllfässer an das
Bundeskanzleramt.

„Jedes laufende Atomkraftwerk ist eine tickende Zeitbombe und produziert
hochgiftigen Atommüll, der nicht sicher gelagert werden kann. Dass die
Bundesregierung ernsthaft darüber nachdenkt, die Hälfte der deutschen
Reaktoren noch mindestens zehn Jahre weiter laufen zu lassen, ist
verantwortungslos. Kein Reaktor ist sicher – das zeigen die
Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Die Bundesbürger wollen
die Verantwortung für die Atompolitik der Bundesregierung nicht
übernehmen. Deshalb bringen wir den Atommüll zurück zu Frau Merkel ins
Bundeskanzleramt“, erläuterte Stefan Diefenbach-Trommer von .ausgestrahlt.

„Die Bürgerproteste infolge der Laufzeitverlängerung deutscher
Atomkraftwerke sind mit der Atomkatastrophe von Fukushima zu einer
bundesweiten Anti-Atom-Bewegung angewachsen. Bundeskanzlerin Angela Merkel
kann nicht länger ignorieren, dass die Mehrheit der Bundesbürger den
sofortigen Ausstieg aus der gefährlichen Atomkraft und den Umstieg auf
Erneuerbare Energien fordert“, sagte Stephanie Weigel, Leiterin der
Umweltprojekte von Tollwood.

Bereits bis Dezember 2010 hatten mehr als 250.000 Bundesbürger den Appell
„Atomkraft abschalten“ unterschrieben, den die Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt und das Kampagnen-Netzwerk Campact gegen die dann von der
Bundesregierung im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher
Atomkraftwerke gestartet hatten. Das Münchner Tollwood Kulturfestival
unterstützte diese Aktion und startete zusammen mit .ausgestrahlt die
Mitmach-Aktion „Return to Sender! Nein zur Atomkraft“. Während des
Winterfestivals unterschrieben innerhalb von nur vier Wochen zigtausend
Festivalbesucher den Appell „Atomkraft abschalten“, mehr als 25.000 Bürger
unterzeichneten persönlich ein kleines, an Bundeskanzlerin Angela Merkel
adressiertes „Atommüllfass“ als Zeichen ihres Protestes. Schon vor dem
Atomunfall in Japan machten die Bürgerinnen und Bürger damit eindrucksvoll
deutlich, dass sie – wie die Mehrheit der Bevölkerung – nicht mehr länger
bereit sind, die unkalkulierbaren und gefährlichen Konsequenzen der
Atompolitik der Bundesregierung mitzutragen.

Wie viele Atomkraftwerke die schwarz-gelbe Koalition nach Ende des
Moratoriums stilllegen will, ist noch offen. Die Details werden in
Geheimrunden verhandelt. Keines der deutschen Atomkraftwerke ist gegen
einen Super-GAU gefeit. Zwar sind die Sicherheitsrisiken der einzelnen
Atomkraftwerke unterschiedlich zu bewerten – eine Politik des „Es wird
schon nichts passieren“ ist jedoch in höchstem Maße unverantwortlich und
darf es spätestens seit der Atomkatastrophe von Fukushima nicht mehr
geben. „Die Bundesregierung kann und darf ihre Atompolitik nicht weiterhin
an den wirtschaftlichen Interessen der Atomkraftwerksbetreiber ausrichten,
die mit ihren abgeschriebenen Atomkraftwerken Millionen verdienen,“ sagte
Stefan Diefenbach-Trommer von .ausgestrahlt vor dem Hintergrund der am
Dienstag in Berlin beginnenden „Jahrestagung Kerntechnik“. "Dass die
Atomlobby wieder Morgenluft schnuppert und versucht, AKW in Deutschland
als sicher darzustellen, ist schamlos."

Die Anti-AKW-Bewegung plant für den 28. Mai Großdemonstrationen in 21
Städten, um zu verdeutlichen, dass die Mehrheit der Bevölkerung ernsthafte
Konsequenzen aus Fukushima fordert. Zigtausende Menschen werden fordern:
„Atomkraft: Schluss!“ Eine Woche später will die Bundesregierung
Gesetzesentwürfe für den Bundestag zur Zukunft der Atomenergie
beschließen. Weitere Informationen zu den Anti-Atom-Demos:
www.anti-atom-demo.de

Für Rückfragen:
  * Stefan Diefenbach-Trommer (.ausgestrahlt:), Telefon 0160-93786240,
E-Mail: [email protected]
  * Christiane Stenzel/Karen Marscholik (Tollwood Pressebüro), Telefon
0174-3201259, Fax 089 38 38 50 33, E-Mail: [email protected]

Bildmaterial finden Sie im Laufe des Tages unter
www.ausgestrahlt.de/presse und www.tollwood.de/presse

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die davon
überzeugt ist, dass der Betrieb von Atomanlagen ein schwerwiegendes
Unrecht ist, weil er Mensch und Umwelt schädigt. .ausgestrahlt streitet
für eine Energiewende – für eine nachhaltige, zukunftsfähige und
umweltschonende Energieversorgung ohne Atomkraft. Die Mehrheit der
Menschen ist gegen Atomkraft. .ausgestrahlt unterstützt Atomkraftgegner,
aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. .ausgestrahlt macht
vielfältige Aktionsangebote und informiert mit Hintergrundwissen.
www.ausgestrahlt.de

Tollwood veranstaltet zweimal im Jahr ein Kulturfestival in München und
versteht sich seit dem ersten Festival 1988 als Forum für Ökologie,
Umweltbewusstsein und soziales Engagement. Das Festival wird mit Ökostrom
versorgt, die Gastronomie ist bio-zertifiziert, das Weltsalon-Zelt bietet
umweltpolitischen und gesellschaftlichen Themen eine Bühne. Mit Projekten
wie „Bio für Kinder“ oder der Aktion „Return to Sender!“ engagiert sich
Tollwood für eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft auch jenseits der
Festivalgrenzen. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchen jährlich das
Kulturfestival.
www.tollwood.de


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    Stefan Diefenbach-Trommer
    Telefon 040/2531 79 73, Fax 040/2531 89 44

    .ausgestrahlt
    gemeinsam gegen Atomenergie - eine Mitmachkampagne
    Marienthaler Straße 35, 20535 Hamburg
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