.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung
Hamburg, 31. Mai 2011
Placebo-Politik statt neuer Endlager-Suche
Bundesregierung wiederholt Studienvergabe von vor 20 Jahren und sorgt
gleichzeitig in Gorleben weiter für Tatsachen
Zu öffentlichen Darstellungen, die Bundesregierung würde die
Endlager-Suche für Atommüll bundesweit neu eröffnen, erklärt Jochen
Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Wer in den Beschlüssen und Äußerungen der Bundesregierung zur
Atommüll-Endlagerung eine Abkehr von Gorleben sieht, täuscht sich
gewaltig. Eine neue Endlager-Suche wird so nicht stattfinden, nicht in
Bayern und auch nicht anderswo. Die Bundesregierung hat lediglich
Studien über die Eigenschaften verschiedener Gesteinsarten beschlossen –
unabhängig von konkreten Standorten – und gleichzeitig den weiteren
zügigen Ausbau des Salzstocks in Gorleben als Endlager.
Horst Seehofer sprach gestern davon ‚geologische Formationen in
allgemeiner Form auf ihre Eignung noch einmal zu untersuchen‘. Das ‚noch
einmal‘ weist darauf hin, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung unter
Helmut Kohl vor etwa 20 Jahren genau Gleiches schon einmal beschlossen
hat. Daraufhin wurden von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe (BGR) sogenannte ‚Papier-Studien‘ zu verschiedenen
Gesteinsarten erstellt, ohne dass irgendwo tatsächlich unterirdisch
geforscht worden wäre. Konsequenzen? Fehlanzeige.
Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen sprach gestern lediglich von
einer ‚Bewertung geologischer Formationen‘, ja er möchte zuerst einmal
‚Verfahren finden, nach welchen Kriterien und unter wessen Beteiligung
geologische Formationen untersucht und bewertet werden sollen‘ und
meint damit keine Suche vor Ort. Damit wird viel Zeit gewonnen, während
in Gorleben Tag für Tag Tatsachen geschaffen werden.
Wir haben es hier mit klassischer Placebo-Politik zu tun. Durch die
Vergabe von Studien und durch zweideutige Äußerungen wird der Eindruck
erweckt, es gäbe eine neue Offenheit in Puncto Endlager-Suche.
Gleichzeitig wird in Gorleben und nur in Gorleben mit Nachdruck
weitergebaut.
Am Ende wird die Entscheidung über ein Atommüll-Endlager nicht nach
geologischen Kriterien getroffen, sondern ist eine politische
Machtfrage. Und je weiter der Bau in Gorleben unter Milliardeneinsatz
fortgeschritten ist, umso schwerer wird es, dieses Projekt trotz
eindeutiger geologischer Mängel noch zu stoppen.
Wir fordern das Ende für das Gorlebener Endlager-Projekt, weil der
Salzstock direkten Kontakt zum Grundwasser hat und damit völlig
ungeeignet zur Lagerung von Atommüll ist.“
Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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